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I have been collecting shellack and LP-records for about 40 years and like to listen to these historical recordings and live with them. And because it is more fun to communicate, I like to share my recordings and my musical taste with others. You can write me a comment or mail me at recordplayer78 (at) gmail (dot) com. Ich spreche Deutsch and speak English!

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    Leo Slezak in jungen Jahren als Tannhäuser

    Der "Collectors' Circle", eine lockere Vereinigung von deutschen Schellackplattensammlern mit großen Sammlungen, gibt meist zweimal im Jahr eine Auktionsliste mit Schallplatten heraus. Auch wenn hier unter den Lesern sicher nicht viele sind, die Schellackplatten "in echt" sammeln, kann ich die Liste nur empfehlen, und auch ein Download nur um darin zu lesen ist lohnend. Die Liste enthält über 1100 Platten. Die meisten sind Gesangsaufnahmen, aber auch Dirigenten, Klavier-  und Kammermusik fehlen nicht. Die Platten werden rund um die Welt verschickt. Auktionsschluss ist am 13.November 2012.

    Download Collectors' Circle Auction List Fall 2012 (PDF)

    Besonderes Highlight der diesjährigen Herbstliste ist eine große Sammlung mit seltenen und frühen Platten von Leo Slezak. Es finden sich über 80 Platten von ihm, dabei einige Berliner und 7-inch-G&Ts, ebenso wie 8-inch-Odeons, Zon-O-Phones und Favorite Luxus-Platten. Auch viele frühe 12-inch-G&Ts, die teilweise noch seltener als die kleinen Platten sind, werden angeboten. Da auch seine späten elektrischen Aufnahmen vertreten werden, wird fast die gesamte Palette und Diskographie dieses zu recht berühmten und vielseitigen Tenors abgebildet, der um 1900 in Deutschland und Österreich mit dazu beitrug, die Schallplatte als "seriöses" Medium bekannt zu machen. Seine Aufnahmen sind auch heute noch sehr hörenswert, ebenso wie es Spaß macht, seine im lustigen Ton geschriebenen mehrbändigen Lebenserinnerungen zu lesen.

    Just a sample of his voice:



    Und wenn  man sehen möchte, wie Musikwissenschaftler über ihn ins Schwärmen geraten und dazu Ausschnitte aus seinen Filmen sehen möchte, kann man das hier tun (liess sich leider nicht einbetten, ist aber sehenswert):

     Youtube Ausschnitt aus einer Sendung über Slezak   (http://youtu.be/LrV60dULYd8)

    (The first 4 minutes are about Slezak, the rest of the clip about Joseph Schmidt.)

     ------

    Above you find a download link for the latest record auction list of a German Record Collectors' Circle. It contains 1100 records and more than 80 records of Leo Slezak, among them the earliest and rarest recordings from 1901 - 1903. Auction closes on Nov. 13, 2012 and records will be send all over the world.


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    Not much is known about the composer Erich J. Wolff (full name Erich Jaques Wolff). He was born on Dec. 3rd, 1874 in Vienna and died on March, 20, 1913 in a New York hospital. I will put together a few  informations about him in a later posting. Here I just publish, without any further comments, the Columbia Masterworks Set 268, which contains five 25 cm-discs with 18 songs of Erich J. Wolff, sung by Ernst Wolff accompanying himself at the piano. It was recorded in 1936 and is the earliest known recording of a composition of Erich J.Wolff.

    You'll find informations about the composer and the songs (but not on the artist - for him look here: http://recordplayer78.blogspot.de/2012/05/ernst-wolff-bariton-1905-1991.html) in the booklet, which is given here in full. The pages can be enlarged to a readable size while clicking on them. They are also given in the zip-folder with the music for download, so that you don't need to copy the single pages from this site if you are interested in the set..


    Columbia Masterworks Set 268 - Title


    Page 2: Content

    Page 3: Erich J.Wolff - Biographical notes

    Song Texts and Translations








    Download here: http://www31.zippyshare.com/v/19843688/file.html

    As Zippyshare had some server problems in the last weeks (too many new customers - like me) and downloads sometimes failed, here is a Mediafile link, too - for the case that you have the same problems with the link above just as I had a few minutes ago when I tried it out:

    http://www.mediafire.com/?ycaxmsx0cjxuf1u




    PS. Does anyone of the readers own the book "Erich J.Wolff zum Angedenken", written by Cäsar Flaischlen and published in 1913? I found a trace of it in the internat but nobody seems to have this book. It would be greatly appreciated if anyone could make this book accessible to us!

    http://books.google.de/books/about/Erich_J_Wolff_zum_Andenken.html?id=l9MHaAEACAAJ&redir_esc=y




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    Hermann Weil in Bayreuth 1924




    Nachdem ich mich in den letzten Monaten mit den Aufnahmen von Hermann Weil beschäftigt habe, stellt sich eine Diskographie des Sängers nach meinem jetzigen Kenntnisstand wie folgt dar:

    Hermann Weil Diskographie (Entwurf)


    Grammophon Predog ca. 1908  (Conductor Bruno Seidler Winkler)

    Afrikanerin: Dir o Königin  4-42166
    Traviata: Heimatliches Land  4-42167
    Maskenball: Ja, Du warst  4-42185
    Cosi fan Tutte: Duett mit MÜLLER 2-44487

    Grammophon 23.IX.1911  (Conductor probably Bruno Seidler Winkler)

    Faust: Valentins Gebet  042326
    Meistersinger Fliedermonolog  042325
    Bajazzo Prolog  042359
    Tannhäuser: Wohl wusst ich  4-42429
    Meistersinger: Schusterlied  4-42491


    Odeon 1910/1911  (Conductor Eduard Künnecke)

    Tannhäuser-Set von 1910 mit Vogelstrom, Krull
    Traviata-Duett mit BOSETTI (4 Seiten)
    Rigoletto-Duett mit BOSETTI (2 Seiten)
    Boheme-Duett mit VOGELSTROM
    Bajazzo-Prolog xxB 4948, 76071
    Traviata: Heimatliches Land xB 4946, 99551
    Faust: Valentins Gebet xB 4952, 99553
    Carmen: Torerolied xB 4947, 99552
    Bajazzo-Duett mit BOSETTI xB 5152, 99659

    Afrikanerin: Dir o Königin 99547
    Trompeter von Säkkingen: Behüt Dich Gott 50705, xB 4936
    Faust: Wohlan, unterschreibe mit VOGELSTROM  xB 5156, 99662
    Boheme Quartett mit BOSETTI, HAFGREN, VOGELSTROM xxB 5159, 76128


    Pathé  ca. 1912 Berlin

    54632 Tannhäuser Abendstern
    54633  Trompeter Von Säkkingen: Ihr heisset mich willkomen
    54634  Afrikanerin Dir Königin
    54635  Nachtlager von Grananda mit MÜLLER, BURCHARDT
    54636  Heimkehr (C.Kromer)
    54637 Traviata Heimatliches Land
    54638 Tannhäuser Wohl wusst ich
    54639 Zar und Zimmermann: Sonst spielt ich
    54640 Tannhäuser Als du in kühnem Sange


    Columbia USA ca. 1912/14

    Die beiden Grenadiere / Waldandacht A5864
    Schwäbischer Ländler / Das Steierland E 3172
    Im Walde / Matrosenlied  E 3403
    Fliegerlied (Zuschbeid) – mit Orchesterbegleitung (Metropolitan Opera Company) E 3272 43952
    Lied des Czaren aus „Czar und Zimmermann“ – mit Orchesterbegleitung (Metropolitan Opera Company) E 3272 44009


    Vox 1921

    10 Titel:
    4x 25 cm mit Klavier
    2x 25 cm mit Orchester
    4x30 cm mit Orchester
    (see below)

     
    Nola Recording Studios

    Neig’ holde Knospe 24.5.1943 – Privataufnahme – Klavier und Gesang H. Weil
    Fiedelmann 24.5.1943 – Privataufnahme – Klavier und Gesang H. Weil

    ***
    Die kursiv gedruckten Titel liegen mir derzeit (noch) nicht vor. Falls Leser dieses Blogs hier helfen können, wäre das schön. Vermutlich kann ich aber die fehlenden Aufnahmen auch noch demnächst aus anderen Sammlungen bekommen. Falls jemandem Aufnahmen von Hermann Weil bekannt sind, die oben nicht aufgelistet sind, wäre das besonders wichtig, wenn ich darüber eine Angabe erhalten könnte. Lücken in den Matritzennummern legen es nahe, dass es weitere Aufnahmen von Hermann Weil gegeben hat.


    Ich beginne nun mit der Veröffentlichung  der Aufnahmen von Hermann Weil, die ich alle von Schellackplatten überspielt habe. Der erste Teil beinhaltet die Aufnahmen für die Gramophone und die Aufnahmen für die Berliner Firma Vox. Sie stellen die frühesten und die spätesten kommerziellen Aufnahmen von Hermann Weil dar und geben ein gutes Bild von der Stimme, den Fähigkeiten und dem Repertoirre des Sängers ab. Sowohl Verdi als auch Wagner sind vertreten, und in beiden Fächern kann er überzeugen. Weiterhin finden sich eine seriöse Liedaufnahme (Strauss), Salonmusik und eine Eigenkomposition von Hermann Weil mit dem Titel "Neig, holde Knospe".

    (Der Text dazu stammt von Mirza-Schaffy und wurde auch von Anton Urspruch (1850-1907) vertont. Er lautet: Neig, holde Knospe dich zu mir / und was ich bitte, das tu' mir. / Ich will dich pflegen und halten! / Du sollst bei mir erwarmen, / du sollst in meinen Armen / zur Blume dich entfalten! / Neig, holde Knospe, dich zu mir!)

    Bei Tannhäuser und Margarethe kann man die frühen und späten Aufnahmen vergleichen. Obwohl er viele Titel seines Repertoires für verschiedene Firmen wiederholt aufgenommen hat, sind der Fliedermonolog und das Schusterlied von 1911 die einzigen Aufnahmen  seines Rollenportraits von Hans Sachs, den er bei den Bayreuther Festspielen 1911, 1912, 1924 und 1925 verkörperte. Interessant ist auch das Duett mit Peter Müller, einem Tenor, der ebenso wie Hermann  Weil an der Stuttgarter Oper sang.

    Hier die Playlist:

    Hermann Weil recordings vol. 1 (Gramophone and Vox)

    1.   Afrikanerin: Dir, o Königin (Meyerbeer)  Gramophone Predog 4-42166 (5177 r)
    2.   Traviata: Hat Dein heimatliches Land (Verdi)  Gramophone Predog 4-42167 (5179 r)
    3.   Maskenball: Ja, Du warst's (Verdi)   Gramophone Predog 4-42185 (5180 r)
    4.   Cosi fan tutte: Duett ("Traget sanft mit leisem Wehen", = Secondate, aurette amice (dt.) 
           Mozart)   mit Peter MÜLLER      Gramophone Predog 2-44487 (5187 r)
    5.   Meistersinger: Schusterlied (Wagner)   Gramophone 4-42491 (356 ak)
    6.   Tannhäuser: Wohl wusst ich, hier sie im Gebet zu finden (Wagner)  
          Gramophone 4-42492 (357 ak)
    7.   Meistersinger: Fliedermonolog (Wagner)     Gramophone 042325 (2 aL)
    8.   Margarethe: Valentins Gebet (Gounod)   Gramophone 042326 (3 aL)
    9.   Bajazzo: Prolog (Leoncavallo)   Gramophone 042325, 65142 (4 aL) 
    10. Tannhäuser: O kehr zurück, Du kühner Sänger (= Als Du in kühnem Sange)
          Vox *3082 (104 A)
    11.  Tannhäuser: Wohl wusst ich, hier sie im Gebet zu finden (Wagner)  Vox *3082 (105 A)
    12.  Nachtlager von Granada: Ein Schütz bin ich (Kreutzer)   Vox *3081 (106 A)
    13.  Traviata: Hat Dein heimatliches Land     Vox *3081 (107 A)
    14.  Zueignung (Strauss)  Vox 3079 (187 B)
    15.  Im Walde (Wallbach)   Vox 3079 (188 B)  
    16.  Aus der Jugendzeit (Radecke)   Vox 3080 (189 B)
    17.  Neig, holde Knospe (Hermann Weil)   Vox 3080 (190 B)
    18.  Margarethe: Valentins Gebet (Gounod)      Vox 3081 (191 B)
    19.  Zar und Zimmermann: Sonst spielt' ich (Lortzing)   Vox 3081 (192 B)

    Recording Dates: 1908 (Nr. 1-4), 23.IX.1911 (Nr. 5-9), ca. 1921 (Nr. 10-19)
    30 cm / 12 inch: Nr. 7-13, alls others 25 cm / 10 inch
    All recordings with orchestra exept Nr. 14-17 with piano
    Nr. 1-9 recorded in Stuttgart and conducted by Bruno Seidler-Winkler, Nr. 10-19 in Berlin

    Bonus track: 20. JAQUES URLUS - Bajazzo: Nein, bin Bajazzo nicht bloß (Leoncavallo)  Gram. 042358, 65142 (605 m) (Back / Rückseite von Nr. 9)

    Download Zippyshare



    Peter Müller (Tenor), Kgl. Württembergischer Kammersänger, Stuttgart



    Müller, Peter, Tenor, * 26.4.1863 Koblenz, † 7.3.1914 Stuttgart; er war nach kurzer Ausbildung als Chorist an den Theatern von Koblenz und Zürich tätig und kam 1885 in gleicher Eigenschaft an die Hofoper von Stuttgart. Die Intendanz des Hauses ließ ihn weiter ausbilden, so daß er schließlich hier 1890 als erste Solopartie den Lyonel in Flotows »Martha« sang. Gastspiele führten ihn seit 1897 an das Opernhaus von Frankfurt a.M., seit 1900 an das Stadttheater von Zürich, weiter an das Opernhaus von Leipzig (1897), an die Hoftheater von Wiesbaden (1901) und Karlsruhe (1909) und an die Hofoper München (1904). Hatte er zunächst in der Hauptsache lyrische Tenorpartien gesungen, so fügte er später einige schwerere Partien in sein Repertoire ein (Erik im »Fliegenden Holländer«, Pedro in »Tiefland« von E. d'Albert). Im einzelnen sind aus seinem Repertoire für die Bühne zu nennen: der George Brown in »La Dame blanche« von Boieldieu, der Wilhelm Meister in »Mignon« von A. Thomas, der Chapelou im »Postillon de Lonjumeau« von A. Adam, der Leopold in »La Juive« von Halévy, der Titelheld in »Hoffmanns Erzählungen«, der Alfonso in »La Muette de Portici« von Auber, der Tonio in der »Regimentstochter« von Donizetti, der Graf Almaviva im »Barbier von Sevilla«, der Arnoldo in Rossinis »Wilhelm Tell«, der Pinkerton in »Madame Butterfly« und der Turiddu in »Cavalleria rusticana«. 1894 sang er an der Stuttgarter Oper in der Uraufführung der Oper »Der Pfeifer von Hardt« von Ferdinand Langer. Er trat auch gerne in Operetten auf und wurde als Konzertsänger geschätzt. Er wurde durch einen ganz plötzlichen Tod aus seiner Karriere herausgerissen.


    Schallplatten: HMV (Stuttgart, 1908), Odeon, Parlophon, Pathé (Berlin, 1912, darunter Duette mit M. Junker-Burchardt).


    [Lexikon: Müller, Peter. Großes Sängerlexikon, S. 17226

    (vgl. Sängerlex. Bd. 4, S. 2457 ff.) (c) Verlag K.G. Saur]



    ****


    Here I present the first part of the recordings of Hermann Weil, all transfered from original shellack records. This playlist gives a cross section through the repertoire and art of Hermann Weil with Wagner, Verdi, Lied and popular songs and shows his earliest and latest commercial recordings. His other recordings will follow in a few weeks or months (the next will be the Odeons). It was a great deal of work to get all of his recordings and transfer them (I am not ready with it yet), but until now I can say it was worth the labour, and I hope that you will enjoy like me the discovery of a unique artist with a great voice and personality. For a biography see: My article from June

    If you have addenda to the outlined discography at the beginnning of the article, please let me know! (For example: are there more American Columbias?)




    Hermann Weil on Predog


    Hermann Weil on Gramophone




    Hermann Weil on Vox
















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    Dies soll kein Kursus für das Überspielen von Schellackplatten auf digitale Medien werden, aber da ich hier einige selbstüberspielte Aufnahmen veröffentlicht habe (z.B: Ernst Wolff oder Hermann Weil), die anderweitig nicht ohne weiteres zu bekommen sind, möchte ich hier ein paar Angaben machen, wie ich die Aufnahmen technisch behandle.

    Ich benutze einen Reloop Disco-Plattenspieler. Seitdem die DJs das scratching und das Benutzen von echten Vinyl-Platten wiederentdeckt haben, gibt es, anders als noch vor 10 Jahren, eine Fülle von technisch sehr robusten Schallplattenspielern, die über die Einstellung 78 UpM verfügen und zudem starke Motoren haben, die innerhalb einer Sekunde die Solldrehzahl erreichen und sehr exakt einhalten. Ich benutze einen RELOOP RP-5000, aber es gibt auch andere ähnliche sehr gut geeignete Plattenspieler. Die Zeiten, wo man als Sammler versuchen musste, einen alten LENCO oder Dual-Plattenspieler wieder mühsam ans Laufen zu bekommen, um einen Plattenspieler mit 78 UpM zu bekommen, sind seit der Discowelle zum Glück vorbei.

    Plattenspieler für 78 UpM


    Schwieriger ist es schon, eine passende Nadel zu finden. Verschiedene Plattenfabrikate brauchen verschiedene Nadeldicken, um optimal abgetastet zu werden. Als Faustregel kann man sagen, dass eine Abtastspitze für Schellacks ungefähr 4x dicker ist als für LPs. Für das Standardsystem Shure M 75 gibt (oder gab) es solche Nadeleinschübe zu kaufen. Ich besitze zwei dieser Systeme, die ich abwechselnd benutze. Die Nadeleinschübe habe ich schon vor Jahren bekommen. Ich weiss nicht, ob es sie noch zu kaufen gibt, aber neulich fand ich im Internet auch von anderen Fabrikaten wie z.B. Orthofon Abtastnadeln für Schellackplatten.

    SHURE M 75 für Schellacks



    Da es sich um moderne Magnetsysteme handelt, braucht es eine Phono-Vorverstärkung. Dafür wird der Plattenspieler bei mir in einen HiFi-Verstärker mit Phono-Eingang (und damit einem eingebauten Vorverstärker) angeschlossen. Über einen Tonband-Ausgang wird das Signal dann zurück zur Soundkarte des Computers geführt und dort aufgenommen. Ich benutze zum Aufnehmen "Audiorecorder for free" von Softonic. Früher habe ich am liebsten mit Wavelab lite aufgenommen und auch meine Aufnahmen geschnitten. Dieses Programm ist sehr bequem, unglaublich schnell beim Schneiden und erlaubt sowohl Aufnahmen als auch Filterung und Soundbearbeitung in geringerem Umfang. Leider läuft es nicht auf Windows 7, weshalb ich es kaum noch benutze. Stattdessen verwende ich WavePurity, das mittlerweile ca. 80 EUR kostet und viel kann. Ein Kauf lohnt sich in meinen Augen auf jeden Fall. Leider ist es realtiv langsam, da es bei jedem Bearbeitungsschritt erst alles wieder speichert, um es bei Bedarf wiederherstellen zu können, und keine echte Stapelverarbeitung von mehreren Dateien erlaubt. Dafür hat es, im Bereich der LPs, eine sehr gute Entrauschung und insgesamt eine gute Entknackung. Diese ist für Knistern und Knacken getrennt einstellbar. Die vorgeschlagenen Standardeinstellungen tuen es meist schon sehr gut.

    Ich schneide meine Roh-Aufnahmen so zurecht, dass am Anfang ca. 1 Sekunde Plattenrauschen zu hören ist. Das hat den Vorteil, dass man später noch teuere Programme wie zum Beispiel Diamond Cut einsetzen könnte, die einen "Rausch-Fingerabdruck" nehmen können. Das Programm braucht etwa ein 1 Sekunden langes Stück Rauschen und kann dann daraus eine Filtereinstellung errechnen und anbieten, die speziell auf diese Rauschen zugeschnitten ist. Das Programm kostet aber 199,- EUR, und ich besitze es nicht. Außerdem halte ich persönlich nicht viel von Rauschunterdrückung bei Schellackplatten (dazu weiter unten mehr).

    Am Ende meiner Aufnahmen lasse ich auch noch ein Stück Plattenrauschen übrig. So habe ich schon viele meiner Schellackplatten digital gespeichert. Neuerdings füge ich auch noch 3 Sekunden Stille an die Aufnahmen an, da ich in meinem Blog ja alles als MP3-Dateien anbiete. Bei einer gebrannnten CD kann man im Brennprogramm einstellen, wieviel Sekunden Pause zwischen den Stücken sein sollen. Bei MP3s folgen die Stücke beim Abspielen ohne Pause aufeinander, was oft störend ist. Deshalb arbeite ich die Pause jetzt direkt in die Wavedateien ein, um später auch bei MP3s Abstände zwischen den Stücken zu haben.


    Wenn die Rohdatei auf diese Art fertig ist, wird diese als Master gespeichert. Anschliessend entknacke ich die Datei mit WavePurity. Ausserdem entferne ich die tiefen Frequenzen unter 40 Hz, die meist vom Plattenspieler stammen ("Rumpelfilter"). Weitere Frequenzbeeinflussungen oder Filterungen nehme ich nicht vor. Auf diese Weise kann jeder, der möchte oder bessere und teurere Programme als ich besitzt, die Aufnahmen selbst noch verbessern oder noch einmal für sich bearbeiten. Eine Frequenzfilterung verbessert manchmal subjektiv die Klangqualität, ist aber immer "Geschmackssache", und ich möchte möglichst "reine" Aufnahmen zur Verfügung stellen. Nach meiner Einschätzung verbessert ein Entfernen der vielen tausend kleinen Knacker und des "Prasselns" mancher Aufnahmen (wie ich es vornehme) das subjektive Klangerlebnis deutlich und lässt die Aufnahmen besser hervortreten, ohne wichtiges wegzunehmen. Dabei bleibt natürlich ein Restrauschen, das ich gerne als "original" in Kauf nehme. Alte Fotos von vor 150 Jahren sehen, digital bearbeitet ohne Gilb und Kratzer, auch sehr unnatürlich aus! Das beste Rezept für eine gute und befriedigende Überspielung ist eine möglichst gut erhaltenen Aufnahme, die mit einer geeigneten Nadel und der richtigen Geschwindigkeit überspielt wurde.

    Eine Entrauschung der Aufnahmen per Programm bringt bei sehr leichtem Rauschen wie bei modernen LPs eine Verbesserung der Aufnahme. Bei Schellackplatten mit starkem Rauschen führt sie oft zu unnatürlichem Klang (Unterwasser-Sound, Wahwah-Effekt) und Artefakten (Blubbern, Rumpeln).

    Manche Aufnahmen laufen mit andern Geschwindigkeiten als 78 UpM. Besonders frühe Aufnahmen laufen oft wesentlich langsamer oder schneller. Hier ist Fingerspitzengefühl gefragt. Ich überspiele zu Archivzwecken grundsätzlich alle Aufnahmen mit 78 UpM. Ein Programm wie WavePurity kann die Geschwindigkeit auf rechnerischen Wege in jede Richtung beliebig verändern. So habe ich die Hermann Weil-Aufnahmen auf VOX, die mit 80 Umdrehungen laufen, nach dem Entknacken noch von 78 auf 80 UpM umrechnen lassen, bevor ich sie hier veröffentlicht habe. Bei anderen Aufnahmen, wo ich mir über die Geschwindigkeit unsicher bin, kann ich mehrere Versionen erstellen und sie Leuten vorspielen, die ein absolutes Gehör haben. (Das habe ich jetzt bei Hermann Weil nicht getan, aber ich hoffe trotzdem, dass es so stimmt, wie ich es gemacht habe.) Nach den hier gegebenen Informationen kann auch jeder sich die Aufnahmen so zurechtmachen, wie es es für richtig empfindet.

    Ich nehme meine Schallplatten in Stereo auf (auch wenn es natürlich Mono-Aufnahmen sind). Das hat den Vorteil, dass man zwei unabhängige Kanäle, die der rechten und linken Rillenflanke entsprechen, erhält. Wenn eine Seite der Rille stärker abgenutzt ist als die andere (Grammophone hatten kein Anti-skating), kann man immer noch eine 2-Kanal Mono-Aufnahme aus dem besseren Kanal daraus machen, wenn man möchte, oder Beschädigungen, die nur auf einem Kanal zu hören sind, mit dem anderen Kanal ausflicken.

    Nach dem Entknacken schaue ich mir noch die Lautstärke an. Ich lasse mit dem Programm die beiden Kanäle auf gleiche relative Lautstärke setzen ("Lautstärke recht und links angleichen") und dann noch die Datei auf ein einheitliches Lautstärkeniveau setzen. Dabei wird die lauteste Stelle auf einen wählbaren Maximalwert gesetzt. Ich nehme meist 92% oder 95%. Dies ist nicht Vollauslastung, aber nahe am Maximalwert und hat sich für mich bewährt. Natürlich werden Aufnahmen, die insgesamt wenig laute Stellen haben, dabei insgesamt lauter wiedergegeben als solche mit dynamischen Spitzen, in der Praxis kommt dies aber über die verschiedenen Sorten von Aufnahmen so hin, dass alle Aufnahmen in etwa gleich laut wirken.

    Das wichtigste Prinzip ist für mich, dass die Aufnahmen möglichst originalgetreu und rein wiedergegeben werden, so dass für nachfolgende (Bearbeiter-)Generationen eine Aufnahme zur Verfügung gestellt wird, die möglichst viele unverfälschte Informationen der Original-Aufnahme enthält und mit der man später noch weiter arbeiten kann, wenn das gewünscht wird. Wer weiss, was in 10 oder 50 Jahren die Soundrestaurierung am Computer kann? Auch die Vorstellung, wie eine alte Aufnahme klingen sollte, ist letztendlich zeitabhängig, und ich bin als Sammler nur ein Bewahrer für kommende Generationen.

    Hier noch einmal zusammengefasst die Arbeitsschritte:

    Aufnahme mit Vor- und Nachspann (unbearbeitet als .wav-Datei gespeichert)
    Entknacken ("Knistern und Knacken entfernen")
    Rumpelfilter
    evtl. Geschwindigkeit umrechnen
    Anhängen von 3 Sekunden Stille
    Lautstärke der beiden Kanäle angleichen
    Lautstärke auf einheitliches Niveau anheben ("normalisieren")
    Speichern der bearbeiteten Datei als .wav-Datei
    Umwandeln in MP3-Datei
    MP3-Datei korrekt benennen
    MP3-Dateien in Ordner sammeln, den Ordner editieren, als .zip-Ordner packen und hochladen

    Man sieht, Blogs sind eine zeitaufwändige Sache...

    ----
    And now I try to write a summary in English...

    Above I want to make transparent, how I "manipulate" the schellack records, when I transfer them for my archive and my blog. It is my aim to leave the recordings as pure as possible, even if there is still some noise in them. But that is the way that they are, and some patina belongs to the experience of listening to recordings from 100 years ago or so. If someone dooesn't like this, he can work with the recordings in his own way and maybe create an own version of the recording with his sound programs and his possibilities. I think that collectors are preservers for following generations, so that 200 years later people can still listen to these recordings, even if the original records meanwhile are rotten und unusable (just as a thought - I know these records are very stable and will live longer than me...). A heavily filtered recording shows my taste and my idea of the recordings at the time when I have made it, but maybe later people find it wrong and just want it different. So it is better to leave the recording mostly unchanged (with a few exeptions, but that again is my decision and my idea of the recording - there is no really "neutral" sound playback!).

    I am using WavePurity as a sound cleaning - and editing program. These are my steps of working with the recordings:

    Recording the record at 78 rpm with a correct stylus, cutting the recording with a little intro of "just background noise" (ca. 1 second) and an outro of about 2 seconds. This recording I save as .wav-file for archivation and eventually further different processing.

    Declicking with Wave Purity (crackling and popping)

    Rumble Filter (artefacts of the record player, cut off-frequenzy 40 Hz)


    Eventually changing the speed of the recording via program when you know that it is not 78 - for example Vox recordings (Hermann Weil) are known to be recorded with 80 rpm. WavePurity can change this electronically.

    Adding 3 seconds of silence at the end of the recording (because MP3 recordings have no pauses between the tracks when you play them)

    Align the volume of the two channels (I record in stereo because this reflects the right and the left flank of the groove which often are differently worn. This way you have the material to repair dropouts in one channel with the other or have the possibility to use only one channel if the other is more worn. Gramophones didn't have anti-scating like modern record players.

    Raise the maximum volume of the two channels to a degree near of the full volume (92% to 95%). So each track has about the same volume when you are listening to a group of recordings.

    This ready processed .wav-file I save again as a second file of my recorded version. It is now ready to listen to and normally sounds better than the original record with its thousands of crackles which now are removed.

    Changing the .wav-file to MP3 (I usually take 192 KB/sec which seems enough for me to reproduce the recording), naming ("tagging") of the MP3-file, store them in a folder, edit the folder, pack it as a .zip or .rar-file and then it is ready for upload.

    You see, making a blog takes much time...

    How do my fellow bloggers treat their recordings? Which programs do you use? I would like to read something about it. Just write a comment or write about it in your blog !! 



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    Phonautograph von Édouard-Léon Scott de Martinville


    Beim Stöbern auf Youtube bin ich auf ein interessantes Video über die erste Tonaufnahme von ca. 1860 gestossen. Es passt hier an diese Stelle, da ich sehr alte Tonaufnahmen faszinierend finde und gerade etwas über technische Klangbearbeitung geschrieben habe. Bei dieser frühesten Aufnahme  handelt sich eigentlich nicht um eine abspielbare Aufnahme, sondern um eine graphische Aufzeichnung von Schallwellen, die, wie man heute vermutet, der Erfinder Édouard-Léon Scott de Martinville (1817-1879) selbst erzeugt hat, indem er einige Sekunden des französischen Kinderlieder "A la claire de lune, Pierrot repondit..." gesungen hat. (Den Text habe ich auch aus einem andern Youtube-Video. Der zweite Teil könnte auch "mon ami Pierrot..." heissen.)

    In dem Video werden die verschiedenen Stufen der Entschlüsselung und Soundbearbeitung vorgeführt, die durch einige Forscher um David Giovannoni im Jahre 2008 mit einem nur als Bild verfügbarem "Phonautogramm" durchgeführt wurden, das mit Computerprogrammen in hörbaren Schall umgewandelt wurde. (Es stammt nach einer Angabe in dem Video vom 9.IV.1860.) Warum die Stimme wie eine Kinderstimme klingt, wird weiter unten erläutert.


    David Giovannoni mit dem Phonautogramm

    Bitte schauen Sie dieses Video an (dauert eine Minute):

    Youtube VIDEO (Das Video kann leider nicht eingebettet werden).

    Die Entschlüsselung wurde möglich, weil auf dem gleichen Phonautogramm ein Stimmton aufgezeichnet war, der eine definierte, von Scott angegebene Frequenz hatte. An einer später von Giovannoni bearbeiteten Aufzeichnung von Scott, die auch diesen Stimmton verwendete, zeigte sich dann aber, dass die Frequenz von Scott missverständlich angegeben war. Es hatte die Frequenz in halben Amplituden statt, wie heute üblich, in vollen Schwingungen angegeben. Daraus ergab sich, dass die Aufnahme doppelt so schnell wie aufgezeichnet transkribiert worden war. Die zweite gefundene Aufnahme, die einen rezitierten Text aus einem Theaterstück enthielt und die nach dem gleichen Verfahren wie die erste per Computer umgewandelt wurde, lief eindeutig viel zu schnell. Bei einem Gesangsstück hätte es sich ja auch um eine Kinderstimme handeln können. Bei dem Sprechstück aber war kein Zweifel möglich, und so wusste man nun, dass man die Aufnahme halb so schnell abspielen musste wie oben in dem Video gezeigt. Die "richtige" Aufnahme mit der Stimme von Scott klingt nun so (für mich rein subjektiv zu langsam!):

      Édouard-Léon Scott de Martinville, korrigierte Fassung von 2010 by Emilio de Gogorza


    Die zweite Aufnahme mit dem rezitierten Text, von der hier die Rede war, und anhand derer die erste korrigiert wurde, wird auch in einem Youtube-Video vorgeführt (Soundaufnahme ab 1'35", der Text vorher ist aber auch interessant):





    Zum Schluss noch einige Angaben zum Weiterlesen:

    Die Restauratoren dieser frühen Aufnahmen haben eine Website, die weitere interessante Beispiele von sehr frühen Aufnahmen enthält sowie ein Radiofeature über die Entdeckung, die 2008 in den USA eine kleine Senstaion war (hörbarer aufgezeichneter Schall fast 20 Jahre vor dem "Nationalheiligen" Edison):

    http://firstsounds.org/

    Von ihr stammt auch die korrigierte Aufnahme.

    Die Wikipedia-Seite über Édouard-Léon Scott de Martinville ist hier :


    Édouard-Léon Scott de Martinville

    The earliest sound recording from 1860

    http://www.youtube.com/watch?v=znKNQXo58pE&feature=share&list=ULznKNQXo58pE

    Above you can watch a video about the earliest sound recording and with which steps of technical sound editing it was deciphered. The video contains the knowledge of 2008. There was a team of scientists (and enthusiasts) who made it possible that this sound recording, which wasn't made for playback but was only a sheet of paper with some "recorded" wavelines on it, can be listened to today. Later they found while working with a second recording, that the transfer they had made by computer was 100% too fast. When you listen to the corrected recording at half speed, which was issued in 2010 (Soundcloud bar above), you now can hear the real voice of Édouard-Léon Scott de Martinville.

    The editors of these recordings have a website devoted to very early recordings and feature some (very hard to decipher but well edited) recordings from the 1880ies from the Volta laboratories. It is very interested to see how the disc recording we know today has developed during a long experimental phase. There are some discoveries on this website and also a link to a newspaper article from the New York Times from 2008, where the recordings above are described.

    http://www.nytimes.com/2008/03/27/arts/27soun.html?hp

    http://firstsounds.org/

    I am fascinated by very old recordings and also fascinated by the possibilities of sound editing with computers, and so these recordings came to my mind.



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    Emile Scaramberg (1863-1938)

    Vor einigen Jahren habe ich mir alle Aufnahmen des Tenors Emile Scaramberg, die ich finden konnte, aus verschiedenen Quellen zusammengestellt. Weil mich dieser Sänger immer noch fasziniert und weil seine Aufnahmen, die in den Jahren 1905 und 1906 entstanden, auch heute noch mit Genuss hörbar sind, stelle ich diese Auswahl hier vor.



    Fast alle Aufnahmen erschienen auf Fonotipia


    Emile Scaramberg (so ist der Name auf den Schallplatten geschrieben, an anderer Stelle z.B. auf Fotos wird er auch Scaremberg geschrieben) wurde am 26.IV.1863 geboren und debütierte 1893 an der Opéra Comique als Richard Löwenherz in Grétry's gleichnamiger Oper. 1907 verlor er seine Stimme und musste seine Karriere als Sänger aufgeben. Andere Quellen geben an, dass er aufgrund eines schweren Unfalls mit ernsten Verletzungen seine Bühnenlaufbahn aufgeben musste. In den zwei Jahren davor machte er ca. 30 Aufnahmen für Fonotipia, von denen manche unter dem Odéon de Luxe-Label erschienen. Kurz vor seinem Rückzug von der Bühne machte er ca. 1907 noch mindestens zwei Aufnahmen bei Disques Phrynis, einem Label, dass nach dem gleichen System wie Pathé aufnahm ("hill and dale", Disque Saphir).


    Eine weiteres Label von Scaramberg von der japanischen Website


    Das Sängerlexikon schreibt zu ihm:


    Scaramberg, Émile, Tenor, * 1863 Besançon, † 26.2.1938 Besançon; er erhielt eine sehr sorgfältige Ausbildung am Institute Sainte-Marie in Paris (bis 1877) und bei dem Tenor É. Pellin in Paris, wurde dann aber Hornist in einer Militärkapelle. Nach weiterer Ausbildung durch Charles Nicot in Paris debütierte er 1893 an der Pariser Opéra-Comique in »Richard Coeur-de-Lion« von Grétry. Er blieb zwei Jahre an der Opéra-Comique und sang dann an den Opernhäusern von Nantes, Nizza, Marseille, Bordeaux und Vichy. Gastspiele führten ihn an die Covent Garden Oper London (1894), an die Oper von Monte Carlo und an die Hofoper von Moskau. In der Saison 1896-97 sang er an der Oper von Nizza als Partner der großen Primadonna Nellie Melba. 1897 gastierte er am Opernhaus von Antwerpen als Tannhäuser, 1898-99 trat er am Théâtre de la Monnaie in Brüssel auf. Er hatte dann aufsehenerregende Erfolge am Opernhaus von Lyon als Werther in der gleichnamigen Oper von Massenet. Bei einem Gastspiel in Bordeaux hörte ihn der Direktor der Grand Opéra Paris Pedro Gailhard und verpflichtete ihn sofort für die Saison 1903-04 an sein Haus. 1903-07 war er Mitglied der Grand Opéra von Paris (Antrittsrolle: Lohengrin). Hier wirkte er u.a. 1905 in einer wichtigen Aufführung von Glucks »Armide« mit. Er verlor plötzlich 1907 seine Stimme, mußte seine Karriere aufgeben und lebte seitdem als Pädagoge in Besançon. Zu seinen Schülern gehörten u.a. Louis Guénot und Renée Camia. – Schön gebildete Tenorstimme, die nicht nur das französische Repertoire, sondern auch Wagner-Partien beherrschte.

    Seltene Schallplatten der Marken Fonotipia (Paris, 1905) und Odéon de Luxe (Paris, 1905-06).
    [Lexikon: Scaramberg, Émile. Großes Sängerlexikon, S. 21456
    (vgl. Sängerlex. Bd. 4, S. 3070 ff.) (c) Verlag K.G. Saur]


    Ich schätze diesen Sänger sehr und höre seine Aufnahmen gerne. Bei Michael Scott kommt er nicht so gut weg: er nennt ihn provinziell und bäurisch und betont, dass er gegenüber seinen damaligen Kollegen wie Jean de Reszke und Ernest van Dyk wenig Eindruck beim Publikum machte. Da diese beiden aber fast keine Aufnahmen hinterlassen haben und wir heute nicht mehr den Vergleich haben, kann man sagen, dass er aus heutiger Sicht ein sehr zufriedenstellender Sänger ist. Hier noch der Text von Michael Scott:


    EMILE SCAREMBERG (1863-1938), .a tenor whose voice had  the real heroic ring,  made his debut in 1893 at the Opera-Comique, in the title-role ofGretry's Richard Coeur de Lion; the following season  he graduated to the Opera. But he had  none of the stylish attributes likely to commend  him to audiences infatuated with de Reszke. During the next few years he withdrew to the provinces —to Nantes, Vichy, Marseilles, Nice and Bordeaux. Later he went abroad as a guest to the Monnaie, Brüssels, and  to Antwerp, Monte Carlo and Russia. For one season he sang at Covent Garden as Domique in a revival of Bruneau's L'Attaque du moulin, Raoul and Romeo; this last part he shared with de Reszke. Also at Covent Garden that Jubilee season were Salignac, Alvarez and van Dyck (then still in voice); in such company, Scaremberg made no impression. In 1903, after the retirement of de Reszke, the way at last open, he made his rentree into the Paris Opera as Lohengrin, following it with Romeo and Renaud in Gluck's Armide. He was to remain unlucky, however, for before he could establish himself an accident brought his career to an untimely end; during a performance he was seriously injured by some falling scenery.

    Scaremberg's records show off a strong, evenly produced voice. In spite of a marked vibrato, the tone is pure, the execution clean and mostly accurate. However, his technique is not remarkable; in Sigurd's entrance from Reyer's opera, the brilliant high notes make an effect but the declamation isnot securely based. Elsewhere. in music calling for suave phrasing, there is no real legato. His manner is pedestrian and his style provincial.


    Michael Scott, Record of Singing 1977, S. 63




    Weitere wichtige Angaben über ihn finden sich im Beiheft der Marston-Edition "Early French Tenors", die alle (?) Fonotipia-Aufnahmen von Scaramberg, teils in verschiedenen takes enthält. Man kann die Tracklist also als eine Art Diskographie betrachten.




    Bei Marston sind die Aufnahmen vermutlich besser überspielt als bei meinen Versionen, von denen ich teilweise nicht mehr rekonstruieren kann, wo ich sie herbekommen habe. Die Phrynis-Aufnahmen hat Marston aber auch nicht auf seiner CD. Den Hinweis darauf fand ich auf der Seite eines japanischen Sammlers, woher auch meine Fotos stammen:




    Disque Phrynis





    Scaramberg Phrynis S-1116

    Scaramberg Phrynis S-1117

    Hier nun die Playlist, leider ohne die seltenen Phrynis-Aufnahmen.:

    Emile Scaramberg, Fonotipia 1905-1906  

    1.       Romeo et Juliette: Ah lève toi, soleil (Gounod)       

                xPh 640-2, 39172                                                     

      2.       Romeo et Juliette: Madrigal (Gounod) + Georgette Bréjean-Silver             

                xPh 728-4, Odeon 56051

      3.       Manon: Ah fuyez, douce image (Massenet)

                xPh 641, 39174

      4.       La Reine de Saba: Respirez-moi, grace divine (Goldmark) 

                xPh 656, 39180

      5.       Carmen: Air de la Fleur (Bizet)                                       
                xPh 660, 39178

      6.       Lohengrin:  Ah! respirons (Wagner) 

                xPh 661, 39187

      7.       Werther: J'aurais sur ma poitrine (Massenet)                                                            
                xPh 662, 39179

      8.       Rigoletto: Comme la Plume au Vent (Verdi)

                xPh 663, 39177

      9.       Rigoletto: Ballade (Verdi)    

                xPh 751, 39184

    10.       Faust: Salut, demeure chaste et pure (Gounod)

                xPh 752, 56045

    11.       Faust: Laisser moi contempler (Gounod) + Georgette Bréjean-Silver

                xxxPh 691 (35cm), Odeon 86001

    12.       La Favorite: Ange si pure (Donizetti)                                                                                  
                 xPh 734-1, 39359

    13.       Cavalleria Rusticana:  O Lola (Mascagni)

                xPh 665-2, 39175-2

    14.       Paillasse: Ne grimer (Leoncavallo)                                                                                      
                xPh 733, 39358

    15.       Sigurd: Entrée de Sigurd (Reyer)                                                                                        
                xPh 672, 39176

    16.       Lakmé: Fantaisie au divins Mensonges  (Delibes)

                xPh 687, 56049-3

    17.       Fedora: Air de Loris (Giordano)                                                                                          
                xPh 673, 39173-3

    18.       Mireille: Anges Du Paradis (Gounod)                                                                                 
                xPh 686, 39189-3

    19.       Manon: Ah fuyez, douce image (Massenet)

                xPh 641-3, 56048

    20.       Werther: J'aurais sur ma poitrine (Massenet)                                                                       
                 xPh 662-2, 39179

    21.       Werther: Pourquoi me reveiller (Massenet)  

                xPh 760, 39186

    22.       Mignon: Elle ne croyait pas (Thomas)                                                                                 
                xPh 762,  Odeon 56095

    23.       Si j'etais Roi: J'ignore son Nom (Adam)                                                                              
                xPh 763-2,  Odeon 56074


                Tracks 1 - 15 with Piano, Tracks 16 - 23 with Orchestra





    Here I present the greatest part of the recordings of Tenor Emile Scaramberg, which I have compiled from different sources. Some biographical informations you'll find above in cutouts from Kutsch/Riemens and Michael Scott. Another valuable source are the liner notes of the edition "Early French Tenors" of Marston Records, which contains a nearly complete list of his known recordings, and the site of a Japanese collector, who shows photos of two sides of Scaramberg on Disque Phrynis, a small French label, from 1907.

    There is also a French Wikipedia site, which insists on spelling the name "Scaremberg". 
    The same spelling can be found on a foto of Scaramberg on the Japanes website mentioned above:

    Scaramberg (Scaremberg ?) als Faust


    And here you can watch Ward Marston chatting about Scaramberg while sitting on a sofa with his dog...



    I guess his transfers of the records are better than mine, as he always does a very good work, but I hope you can enjoy my recordings neverteless!


    PS. If you can supply some recordings not given above or photos (scans) of the Odeon de luxe labels of Scaramberg, you are welcome to contact me and give these additional informations (or music) to the other readers!



    Georgette Bréjean-Silver (featured on Track 2 and 11)


    Bréjean-Silver, Georgette, Sopran, * 22.9.1870 Paris, † (?): eigentlich Georgette-Amélie Sisout; sie wurde am Conservatoire National in Paris ausgebildet, wo sie Schülerin von Mangin und Crosti war. Debüt 1890 an der Oper von Bordeaux, an der sie u.a. in den lokalen Premieren der Opern »Sapho« und »Esclarmonde« von Massenet mitwirkte und zahlreiche Koloraturpartien aus der französischen wie der italienischen Opernliteratur sang. 1894 kam sie an die Opéra-Comique von Paris (noch unter dem Namen Mme Bréjean-Gravières), wo sie als erste Rolle die Manon in Massenets gleichnamiger Oper sang. Dies war ihre Glanzrolle, und Massenet komponierte für sie zu einer Aufführung in Brüssel an Stelle der berühmten Gavotte eine Bravour-Arie, den sogenannten Fabliau (die lange Zeit in Brüssel gesungen wurde). Sie sang am 24.5.1899 an der Opéra-Comique in der Uraufführung von Massenets »Cendrillon« die Rolle der Fee. Große Karriere in Paris, Gastspiele führten sie vor allem an die Opernhäuser von Nizza und Monte Carlo. in Monte Carlo hörte man sie 1895 in der Titelpartie von Massenets Oper »Manon« und als Lakmé von Delibes, 1896 als Marguerite de Valois in den »Hugenotten« von Meyerbeer und als Leila in »Pêcheurs de perles« von Bizet. Später trat sie hauptsächlich am Théâtre de la Monnaie Brüssel auf. In ihrem Repertoire fanden sich weiter Partien wie die Angéla in »Le Domino nor« von Auber, die Philine in »Mignon« von A. Thomas, die Euridice im »Orpheus« von Gluck, die Rosina im »Barbier von Sevilla«, die Mathilde in Rossinis »Wilhelm Tell« und die Rosenn in »Le Roi d'Ys« von E. Lalo. Sie lebte dann als Pädagogin in Paris. In erster Ehe war sie mit dem Direktor des Opernhauses von Bordeaux Mr Gravières verheiratet, in zweiter Ehe mit dem Komponisten Charles Silver. 1951 lebte sie noch in Courbevois. – Brillant geführte Koloraturstimme von schwebender Leichtigkeit der Tongebung.

    Schallplatten: Fonotipia und Odéon de Luxe (Paris, 1905-06). Auf Odéon de Luxe u.a. zwei Arien aus »La Belle au Bois Dormant«, einem Werk von Charles Silver, das sie 1902 kreiert hatte.

    [Nachtrag] Bréjean-Silver, Georgette; sie sang im Januar 1902 am Opernhaus von Marseille in der Uraufführung der Oper »La belle au bois dormant« ihres Gatten, des Komponisten Charles Silver (1868-1949).

    [Lexikon: Bréjean-Silver, Georgette. Großes Sängerlexikon, S. 2976
    (vgl. Sängerlex. Bd. 1, S. 444 ff.) (c) Verlag K.G. Saur]





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    Am 1.Januar 2013 ist Hank Williams offiziell seit 60 Jahren tot. Ihm verdanke ich meine ersten entscheidenden musikalischen Eindrücke, und deshalb kommt hier meine kleine persönliche Hommage an diesen Künstler, der in seiner Person die amerikanische Volksmusik wie kein Zweiter verkörperte und der mir das Tor zu Country, Blues und Jazz schon als kleines Kind geöffnet hat.


    Meine erste Hank Williams-Platte


    "Meine" erste Platte von ihm war ein 10-inch Memorial Album mit acht Hits, das meinen Eltern gehörte und das sie von meinem Onkel aus Amerika bekommen hatten. Mit zwei Jahren durfte ich den Plattenspieler bedienen, und damit begann meine Plattenleidenschaft. Bereits als Dreijähriger war die Hank Williams-EP bei mir ein vielgehörtes Album. Mit 6 Jahren bekam ich eine Spielzeuggitarre geschenkt und spielte, ohne des Gitarrespielens mächtig zu sein, "Hank Williams", und wenn ich in der Grundschule gefragt wurde, wer mein Lieblingssänger sei, kannten die anderen Kinder Hank Williams leider nicht...

    Das oben abgebildete Album werde ich hier nicht verbreiten, weil die Lieder alle bekannt sind. Dafür hatte mein Vater noch zwei seltenere Hank Williams-Singles, die ich hier teilen möchte.

    Hank Williams Extended Play Single MGM-EP-608


    Das eine war ein Auszug aus der LP "I saw the light" mit Country-Band, Fiddle, Orgel und Background-Gesang, das andere eine Single mit "First fall of Snow" und "Someday you'll call my name", die mich noch mehr beeindruckte: nur ein Mann und eine Gitarre, und doch tat sich eine ganze Welt auf... Die Texte verstand ich damals noch nicht so ganz (meine Eltern übersetzten mir ein bisschen), und doch war ich tief beeidruckt von der emotionalen Tiefe. Auch wenn ich aus heutiger Sicht die kommerziellen und schnulzigen Seiten daran bemerke, stehe ich doch dazu, dass ich die Stücke auch heute noch gerne höre. Vintage Amerikanische Volksseele...

    Sehr ergreifend für einen Sechsjährigen - und auch heute noch: At the first fall of Snow


    Später, in der Mitte meines bisherigen Lebens, sind noch zwei Platten dazugekommen, die ich hier auch wiedergebe: eine Schellackplatte und eine weitere Single, die laut http://www.hankwilliamsdiscography.com   erst 1964 veröffentlicht wurde. Die Angaben dort können aber nicht so ganz stimmen: Neben Hank Williams wird lediglich Hank Snow als (voc) angegeben. Es ist aber eine ganze Band (The Drifting Cowboys) mit Background-Chor dabei, und das dort angegebene Aufnahmedatum von Juli 1953 kann auch nicht richtig sein. Da war HW nämlich schon ein halbes Jahr tot. Oder ich verstehe die Diskographie nicht richtig. Denn für die EP-Single (Track 1-4) sind dort auch (Aufnahme?-) Daten für 1953 und 1954 angegeben. 


     
    Meine einzige Schellackplatte von Hank Williams



    Single von 1964 ??

    Das wären dann meine Original-Tonträger von Hank Williams. Zu LP-Zeiten hatte ich natürlich auch ein paar Greatest-Hits-Alben von ihm und vor ein paar Jahren kaufte ich mir noch einen schön aufgemachten 10- CD-Set "The complete Hank Williams", der aber (zum Glück) noch lange nicht wirklich komplett ist. Wenn ich einmal viel Geld habe, kaufe ich mir vielleicht noch die Rundfunkaufnahmen, die bei Bear Family erschienen sind. Andererseits: wenn man 100 Lieder von Hank Williams kennt, kennt man eigentlich alle, und so bleibe ich meinem seit ein paar Jahren bestehendem Vorsatz treu, nur Material "in echt" (und nicht nur auf Festplatte) anzuhäufen, das ich auch wirklich häufiger höre und nicht nur "besitze".

    Hier also meine private Hank Williams Playlist zum 60. Todestag. Die Qualität ist nicht immer die beste, aber auf der 10-CD-Box von Mercury klingen die meisten Aufnahmen auch nicht besser (Knistern und Nebengeräusche im Hintergrund).

    HANK WILLIAMS Playlist (17.IX.1932 - 31.XII.1952 oder 1.I.1953)

    1. I'm Gonna sing 
    2. Message to my mother
    3. Thank God (Rose)
    4. The Angel of Death
    5. The First Fall of Snow (Rose)
    6. Someday you'll call my name (Branch-Hill)
    7. They'll never take her love from me (Payne)
    8. Why shouldn't we try anymore
    9.  You better keep it on your mind
    10. Low down Blues

    1-4: MGM EP 608 (45 UpM) rec. ca. 1952 ? except (3) from 1949
    5-6: MGM K 12077 (45 UpM), rec. 1949, released 1955
    7-8: MGM 10760 (78 UpM), rec. Jan. and June 1950
    9-10:MGM K 11675 (45 UpM), rec. ca. 1952 ? released 1964?

    All Songs written by Hank Williams except otherwise noted.


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    Die Rückseite des Memorial Album mit einem rührseligen Brief des MGM-Produzenten an HW, der garantiert NICHT am 1.I.1953 geschrieben wurde... (This letter of his producer was surely NOT written on Jan. 1st. 1953)

    Und so endete die Geschichte: Hank Williams starb auf einer 36-stündigen Fahrt zu einem Konzert, für die er einen 18-jährigen Taxifahrer engagiert hatte. Er war damals 29 Jahre alt, vermutlich schwer herzkrank, langjähriger Alkoliker und betrieb Missbrauch mit Schmerzmitteln gegen seine chronischen Rückenschmerzen. Ferner bekam er an seinem letzten Tag Morphium gespritzt und nahm Chloraldurat, ein Beruhigungs- und Betäubungsmittel. Am Abend des 31.12.1952 wurde er von zwei Hotelangestellten eines Hotels in Knoxville, wo er die Fahrt unterbrochen hatte, gegen 22.45 Uhr in das Auto getragen, das ihn zu seinem Konzert am 1.I.1953 nachmittags bringen sollte. Da er nicht ansprechbar war, war er evtl. da schon tot oder lag im Koma. Gegen 23.45 Uhr bemerkte der Fahrer, dass er blau angelaufen war. Er fuhr aber trotzdem weiter. Gegen 5.30 Uhr wurde offiziell sein Tod in einem Krankenhaus festgestellt. Der Tod könnte schon bis zu 6 Stunden früher eingetreten sein, hiess es dort. Deshalb ist es wahrscheinlich, dass Hank Williams bereits am 31.XII.1952 starb. Das offizielle Todesdatum ist der 1.I.1953.


    Die Biographie von Colin Escott



    Colin Escott schreibt zusammenfassend in seiner Biographie über ihn:

    Das abschließende Paradoxon ist folgendes: Hank Williams hinterließ keine Tagebücher, fast keine Briefe und keine ausführlichen Interviews, und die Menschen, die ihn am besten kannten, müssen eingestehen, dass sie ihn in bestimmter Hinsicht überhaupt nicht kannten; aber trotz seiner Mehrdeutigkeit und Schemenhaftigkeit erscheint der wahre Hank Williams in seiner Musik mit erschreckender Deutlichkeit. Er entging der Schande, seine Besäufnisse und seine Affären in der Zeitung breitgetreten zu sehen, aber er hinterliess das Tagebuch seines Lebens in Versform und so überzeugend von ihm gesungen, dass wir das Gefühl haben, ihn gut zu kennen. In seinen besten Zeiten fasste er einen Augenblick oder eine Empfindung in Worte, die simpel genug waren, um sie schnell zu verstehen, aber gleichzeitg bedeutungsvoll genug, um sie immer wieder hören zu können. Das ist und bleibt die wichtigste Herausforderung an die populäre Musik.

    Rückseite von EP 608










    Above you find my private hommage to Hank Williams, whose music accompanies my life since my second year of life. I have made a little playlist with all the "originals" that I have in my stock exept the Memorial Album which contains only material everybody will know, who reads these lines. (And besides this: it is in no good condition - I played it to often as a little boy, when you had to put the tonearm without a lift on the record surface).

    Hank Williams died on a one and a half day taxi ride to a concert sheduled for the first of January, 1953 in the afternoon. He was an alcoholic for many years and probably had a severe heart desease since a few months, which was untreated. He rode with a 18 year old taxi driver and stopped the journey because he wanted to drink alcohol, get a morphine injestion because of his chronical backache, and took Chloraldurat, a strong anesthetic and pain reliever. He collapsed in Knoxville in a hotel, where he had made a stop on the journey. Two hotel employees carried him to the car at 10.45 p.m. He showed no reaction then and was maybe dead or dying at that point of time. The driver rode on, even if he noticed that Hank Williams lying on the back seat had become blue in the face, a symptom for acute lack of oxygene (or a sign of already occurred death). At 7 a.m. on Jan. 1st, 1953 his dead was confirmed in a hospital a few 100 miles further. His hands were already cold then, and the doctor said, that the dead might have occured about six hours before. So it is probable that he already died on Dec. 31st, 1952. As the official death date Jan., 1st 1953 is given. Even if 1952 was his most successful year regarded to record sales, he didn't have much money left at the time of his death. After his death his record sales were even bigger than during lifetime, and he soon became a legend.

    Rest in Peace, Hank Williams!



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    Emilio de Gogorza wishes a happy new year



    Ich wünsche allen Lesern und Hörern ein gutes neues Jahr 2013! Danke fürs Mitlesen, für die Kommentare, die Grüsse und das Lob, das ich immer wieder bekommen habe. Ich freue mich, gute Musik zu teilen, und möchte das auch weiter tun, trotz aller Copyright-Streitereien und der ständigen latenten Drohung, ein Blog könnte geschlossen werden oder Dateien blockiert. Ich danke auch allen, die mitgemacht haben und mir Musik, Hinweise oder Material geschickt haben. Zusammenarbeit unter Sammlern ist eine große Chance für die Kultur, denn die Sammler bewahren die Kulturgüter vor dem Vergessenwerden, und jeder Sammler sollte nicht nur für sich sammeln, sondern auch für die Nachwelt.

    Dies war nun mein erstes Blogjahr, und ich bin sehr zufrieden: Über 46.000 mal wurden Artikel von mir gelesen, und Besucher aus 92 Ländern waren auf meinen Seiten. Die am meisten gelesenen Artikel waren die über die Übersicht über andere Klassikblogs und über die erste Aufnahme von 1860. Das zeigt mir, dass das Thema "Oper und Lied auf Schellack" doch sehr speziell ist und dass es nicht so viele Interessenten dafür gibt wie für andere klassische Aufnahmen. Was mich freut ist, dass der Artikel über die Dichterliebe von Kipnis unter meinen geposteten Aufnahmen den meisten Anklang fand, weil ich diese Aufnahme auch selbst für eine Entdeckung halte. Auch dass Ernst Wolff wieder gehört wird, freut mich sehr, und es war schön, bei der Neuentdeckung eines Komponisten (bei Erich J. Wolff und ein wenig auch bei Robert Franz) mitwirken zu können.

    Die am häufigsten heruntergeladenen Aufnahmen waren (Stand von 28.12.12):

    Eugenio Giraldoni (235 mal)
    De Luca Golden Jubileé (222 mal)
    Kipnis Dichterliebe (209 mal)
    Hans Duhan Schöne Müllerin (194 mal)
    Ernst Wolff singt Robert Franz und van Beinum dirigiert Reger op. 130 (je 168 mal)
    Julius Patzak und Rudolf Berger (je 153 mal) 
    usw.


    Mein ursprüngliches Ziel, jede Woche einen Artikel zu schreiben, musste ich leider aufgeben: es ist doch zu zeitaufwendig. Im nächsten Jahr hoffe ich, wenigstens einen Schnitt von 2 Beiträgen pro Monat zu schafffen.

    Weitere Pläne für 2013 sind zwei neue Blogs, die ich eingerichtet habe, aber die jetzt noch nicht aktiv sind. Das eine heißt operaonpaper.blogspot.com und soll vor allem in guten Scans Dokumente zur Verfügung stellen wie Konzertprogramme, historische Zeitschriften, Sängerbilder oder Opernprogramme aus meiner Sammlung (oder gerne auch aus anderen Sammlungen). Im Moment bastele ich noch am Design und wie man am besten Scans präsentieren kann, habe aber schon den ersten Beitrag hochgeladen. Wenn das Blog bei mir in der Blogliste auftaucht, ist es fertig, und ich werde die ersten Beiträge gepostet haben. Das wird wohl irgendwann im Januar sein.

    Mein zweites neues Blog für 2013 bei Wordpress heisst http://mp3vinyl.wordpress.com/
    Ich stelle mir vor, es als eine Art "bad bank" zu benutzen und dort neuere Aufnahmen anzubieten, die ich unbedingt für kennenswert halte und bei denen das Risiko von Copyrightschwierigkeiten höher ist als bei den alten Schellacks. Falls mir dann das Blog irgendwann einmal geschlossen wird, ist wenigstens nicht alles dahin, denn dieses Blog hier macht mir immer noch am meisten Freude...
    Das Vinyl-Blog wird ebenfalls erst aktiv, wenn es hier in der Blogliste rechts auftaucht.

    Ansonsten bin ich gespant, was das Jahr 2013 noch bringen wird an neuer Musik, neuen Projekten und neuer Zusammenarbeit mit meinem Mit-Bloggern! Mögen wir alle von verbiesterten Copyright-Jägern verschont bleiben - zum Nutzen der Verbreitung von halbvergessener Musik und einer Welt-Kultur, in der jedem Internetnutzer die ganze Palette der jemals aufgenommenen Musik möglichst kostenlos zur Verfügung steht. Wenn man schon nicht bis in die Gegenwart Musik kostenlos anbieten darf, dann doch wenigstens bis zu einem gewissen Stichdatum, ob das nun 50 oder 70 Jahre zurück sind...

    Und nun zum Jahresbeginn etwas Gute-Laune-Musik: Tito Schipa und Emilio de Gogorza singen zusammen "Los Rumberos" und "A la Luz de la Luna"!


    Los Rumberos (Guaracha), Matrix BVE 38380-7 vom 17.II.1928 (also on HMV DA 976)


    A la Luz de la Luna (Anton/Michelena), Matrix BVE 38397-4 vom 17.II.1928











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    Dear readers and fellow-bloggers,

    It is now one year that my blog exists, and I am delighted that it is read by many people, even if the subject of early vocal recordings can not move so many people as classical music in general. This shows also the list of my mostly read articles: two of them do not cover historical vocal music. A list of the most often downloaded music from my blog you can find above.

    For 2013 I am planning to make two new blogs, one with scans of historical paper related to opera (programs, cast sheets, pictures of singers, old magazins relating to singers or records etc.). The second will be a blog at wordpress where I will publish younger recordings with a higher risk of getting troubles because of copyright than these old recordings here. I will choose only recordings there which will be worth this risk! I am still trying out the design and some other things. When I am ready, the two blogs will appear in my bloglist at the right.

    I hope that in the new year we all will be free from prosecution by fanatical copyright-hunters and can keep on what we are doing: caring for the world culture, keeping half forgotten music from becoming totally forgotten and make it available for everyone, who has not much money, no public library at reach or who is missing the possibility of making aquaintance of music that we, the collectors, have the privilege to know and to live with. I think that every collector also has a responsibility for the posterity, and so let us share our treasures which weren't made just for us, even if we were the ones who payed for them!

    I wish you all a happy and successful year 2013. See you again!





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    Ria Ginster is a Lieder singer whom I highly estimate. Today I present a collection of late recordings, which were made during the last years of World War II in Switzerland for HMV, where Ria Ginster lived after she had left Germany at the beginning of the war. The recordings come from an old Preiser-LP which is unavailable now.

    I think the recordings are highly satisfying. Especially the “Frauenliebe und –leben”, which is a song cycle hardly to consume nowadays, is very fine and sounds serious and not perfumed or pathetic. I like it better than Lotte Lehmann’s highly praised version.


    Ria Ginster (15.IV.1898 - 11.V. 1985)



    Here is the sleeve text of the LP (no author is given) and the entry in the Kutsch/Riemens Sängerlexikon. When the LP was issued (in the 70ies?), Ria Ginster still was living in Zürich and teaching.



    Ria Ginster wurde am 15. April 1898 als Tochter des Chordirigenten und Pianisten Peter Ginster in Frankfurt am Main geboren. Schon in frühester Jugend trat ihre musikalische Begabung zutage. Nach dem Besuch des Lyzeums begann sie im Alter von achtzehn Jahren ihre Gesangs­studien in Frankfurt am Main an Dr. Hoch's Konservatorium, das sie mit dem Abschluß-Examen für Konzertreife verließ. Um ihre gesang­lichen Fähigkeiten noch zu intensivieren, besuchte sie die staatliche Hochschule für Musik in Berlin und studierte dort mehrere Jahre bei Prof. Louis Bachner. Sie verließ die Hochschule mit einem mit Aus­zeichnung absolviertem Staatsexamen. Schon während ihrer Studienzeit wurde sie mit einigen Preisen bedacht, neben dem intensiv betriebenen Gesangstudium studierte sie noch Violine. Sie hat es dabei so weit ge­bracht, daß sie öffentlich als Geigerin auftreten konnte. Schon zu Beginn ihrer Karriere fand sie Eingang bei den ersten Kunst­instituten Deutschlands und kurz darauf auch im Ausland. Sie sang in Finnland, Norwegen, Schweden, in Holland, Belgien, Frankreich und der Schweiz sowie Italien. Im Jahre 1931 hatte sie in England mit ihrer ersten Tournee große Erfolge, sang sehr viele Oratorien in englischer Sprache, den Messias sogar in der Covent Garden Opera unter Sir Thomas Beechams Leitung. Alljährlich kehrte sie mit Liederabend-Tourneen und Sinfonie-Konzerten nach England zurück. Ihre großen Erfolge brachten ihr einen Schallplattenvertrag mit „His Master's Voice" in London. Ria Ginster sang unter allen namhaften Dirigenten ihrer Zeit, wie Wilhelm Furtwängler, Bruno Walter, Otto Klemperer, Felix Weingartner, Eugen Jochum, Volkmar Andreae, Othmar Schoeck, Serge Koussevitzky, Sir John Barbirolli, Sir Malcolm Sargent, Herbert von Karajan, Clemens Krauss, Robert Heger u. a.

    1934 brachte die erste Tournee nach Amerika und Kanada. Bis zum Kriegsausbruch kehrte sie regelmäßig in die Staaten und Kanada zurück. In New York schloß sie einen Schallplattenvertrag mit Victor ab. 1938 berief man die Künstlerin, die sich bereits als Gesangslehrerin einen Namen gemacht hatte, in die Schweiz. In Zürich übernahm sie die Leitung der Konzertausbildungsklasse am Konservatorium und der späteren Musikhochschule, die sie über 30 Jahre inne hatte. Ihr Ruf als Sängerin übertrug sich auch auf ihre Lehrtätigkeit, und ihre Klasse in Zürich wurde eine internationale Klasse.

    Nach Konzerten in Salzburg bei den Festspielen unter Furtwängler berief sie Prof. Bernhard Paumgartner 1949-1956 ans Mozarteum zur Übernahme der dort veranstalteten Meisterkurse für Gesang. An mehreren Universitäten in Amerika, besonders aber als „visiting professor" in Los Angeles an der University of Southern California und an der Fakultät des Carnegie Institutes in Pittsburgh, unterrichtete sie lange Zeit mit großem Erfolg, so daß man sie gerne für immer dorthin ver­pflichtet hätte mit „full professorship", aber die übernommenen Ver­pflichtungen vielseitiger Art verlangten eine ständige Präsenz in Europa, hauptsächlich in Zürich. So konnte sie jeweils nur als Gast­professor Abschlüsse tätigen.


    Ria Ginster verbringt ihren Lebensabend in ihrer schönen Züricher Wohnung; die allem Neuen und Guten aufgeschlossene Künstlerin unterrichtet auch heute noch ihre Schüler und vermittelt ratfragenden jungen Kollegen und Kolleginnen gern ihre in Jahrzehnten gesammelten Erfahrungen.




    Ginster, Ria, Sopran, * 15.4.1898 Frankfurt a.M., † 11.5.1985 Zürich; sie studierte zuerst Violinspiel; mit 13 Jahren trat sie bereits mit einem Violinkonzert öffentlich auf, dann Gesangstudium am Hoch'schen Konservatorium in Frankfurt a.M. und an der Berliner Musikhochschule bei Louis Bachner. 1923 gab sie ihre ersten Konzerte. Sie erlangte als Liedersängerin bald internationalen Ruf. Ihr Repertoire umfaßte auch eine Reihe von Opernarien, doch ist sie kaum auf der Bühne erschienen. Sie hat allerdings einige Opernpartien bei Radio Frankfurt in Opernsendungen übernommen, darunter die Mélisande in »Pelléas et Mélisande« und die Suor Angelica in der gleichnamigen Puccini-Oper. Sie trat in Deutschland, Österreich, Belgien, Holland, England, Frankreich und in der Schweiz im Konzertsaal auf. 1937 sang sie bei den Salzburger Festspielen das Sopran-Solo in Beethovens 9. Sinfonie. In London hörte man sie als Solistin im »Messias« unter Sir Thomas Beecham. Sehr große Erfolge erzielte sie seit 1934 bei ausgedehnten Tourneen in den USA und in Kanada. Einen Höhepunkt in ihrer Karriere bezeichnete ein Konzert in der New Yorker Carnegie Hall im November 1935. Zeitweilig wirkte sie als Gesanglehrerin in Philadelphia, seit 1947 auch in New York. Seit 1938 Professorin am Konservatorium von Zürich, seit 1949 unterrichtete sie in Meisterkursen während der Salzburger Festspiele am dortigen Mozarteum. Zu ihren Schülerinnen gehörte die bekannte Sopranistin Hilde Zadek. – Schön gebildete, im Nuancenreichtum des Vortrags und in der Feinheit des Stilgefühls viel bewunderte Sopranstimme, vor allem als geniale Lied-Interpretin bekannt geworden.


    Schallplatten: Aufnahmen auf Homochord-Parlophon (1928) und auf HMV (Lieder der Hugo Wolf Society).


    [Nachtrag] Ginster, Ria; sie war die Tochter des Pianisten und Dirigenten Peter Ginster. 1931 sang sie beim Würzburger Mozart-Fest in einer konzertanten Aufführung von Mozarts »Idomeneo«. 1936 und 1941 brachte sie Lieder von Othmar Schoeck zur Uraufführung. 1929 bereiste sie Schweden; sie trat auch in Italien (u.a. 1943 in Florenz) auf. Sie setzte ihre Karriere bis mindestens 1948 fort. – Auf ihren Schallplatten finden sich auch Ausschnitte aus Opern.



    [Lexikon: Ginster, Ria. Großes Sängerlexikon, S. 8979

    (vgl. Sängerlex. Bd. 2, S. 1333 ff.) (c) Verlag K.G. Saur]



    LV 250


    Wohin? (Schubert-Müller) D 795

    Aufgenommen 1943 HMV DA 6010 (Matr. Nr. OZA1113) Am Flügel: Paul Baumgartner

    Die Forelle (Schubert-Schubart) D 550

    Aufgenommen 1943 HMV DA 6010 (Matr. Nr. OZA 1114) Am Flügel: Paul Baumgartner

    An den Sonnenschein (Schumann-Reinick) op. 36 Nr. 4

    Aufgenommen 1943 HMV DA 6011 (Matr. Nr. OZA 1161) Am Flügel: Paul Baumgartner

    Frauenliebe und Leben (Schumann-Chamisso) op. 42

    1. Seit ich ihn gesehen

    2. Er, der Herrlichste von allen

    3. Ich kann's nicht fassen

    4. Du Ring an meinem Finger

    5. Helft mir, ihr Schwestern

    6. Süßer Freund, du blickest

    7. An meinem Herzen, an meiner Brust

    8. Nun hast du mir den ersten Schmerz getan

    Aufgenommen 1943 HMV DB 10047/49 (Matr. Nr. OZA 1103/08) Am Flügel: Paul Baumgartner

    Der Hirt auf dem Felsen (Schubert-Müller-Chezy) D 965

    Aufgenommen 1944 HMV DB 10080 (Matr. Nr. OZA 1255/56) Am Flügel: Paul Baumgartner - Klarinette: E. Fanghänel

    Gestillte Sehnsucht (Brahms-Rückert) op. 91 Nr. l

    Aufgenommen 1944 HMV DB 10098 (Matr. Nr. OZA 1367/68) Am Flügel: Paul Baumgartner - Viola: Oskar Kromer

    Geistliches Wiegenlied (Brahms-Geibel) op. 91 Nr. 2

    Aufgenommen 1944 HMV DB 10099 (Matr. Nr. OZA 1369/70) Am Flügel: Paul Baumgartner - Viola: Oskar Kromer

    Wiegenlied (Brahms) op. 49 Nr. 4

    Aufgenommen 1943 HMV DA 6011 (Matr. Nr. OZA 1162) Am Flügel: Paul Baumgartner

    Herbstgefühl (Schoeck-Goethe) op. 19aNr. l

    Aufgenommen 1943 HMV DA 6009 (Matr. Nr. OZA 1116) Am Flügel: Paul Baumgartner

    Mit einem gemalten Bande (Schoeck-Goethe) op. 19a Nr. 4

    Aufgenommen 1943 HMV DA 6009 (Matr. Nr. OZA 1117) Am Flügel: Paul Baumgartner


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    Alle Aufnahmen von Ria Ginster schätze ich sehr. Hier sind eine Reihe von späten Liedaufnahmen, die vor vielen Jahren auf einer Preiser-LP erschienen sind. Sie entstanden 1943 und 1944 in der Schweiz, wo Ria Ginster zuletzt lebte. Insbesondere der Zyklus "Frauenliebe und -leben" gefällt mir in ihrer Version sehr gut und ist trotz seines betulichen und unemanzipierten Textes für mich sehr anhörbar. Sie singt ihn schlicht und "ehrlich" und mit wenig Pathos. Die anderen Lieder sind ebenfalls hörenswert.

    In einem Programmheft eines Liederabends von Ria Ginster kann man in meinem anderen Blog virtuell blättern: 


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    In meinem letzten Beitrag schrieb ich über den Zyklus "Frauenliebe und -leben" und dass mir Lotte Lehmanns Version nicht so gut gefällt wie die von Ria Ginster. Nun, ehrlich gesagt hatte ich den Liederzyklus lange nicht mehr gehört, und beim Wiederhören fiel mir dann auf, dass meine alte Bewunderung für Lotte Lehmann doch ungebrochen ist  Das verstärkte sich noch, als ich ihr Buch "More than singing" von 1946 aufschlug und nachlas, was sie selbst über die Interpretation des Liederzyklus geschrieben hat.

    Ich bin sehr dafür, dass man (Vor-)Urteile, insbesondere über Sänger und Interpretationen, alle paar Jahre einmal überprüfen sollte, und ich möchte den Lesern dieses Blogs ebenfalls dazu Gelegenheit geben. Wie immer warten bei der Beschäftigung mit musikalischer Kunst ein paar Entdeckungen auf den Hörer - und auch ein paar Ohrwürmer.

    Ich drucke im folgenden den Text des Buches von Lotte Lehmann über den Liederzyklus ab und biete die Aufnahme zum Download. Als Aufnahme habe ich derzeit nur die Version mit dem Odeon-Kammerorchester unter Leitung von Frieder Weissmann vom 10. XI. 1928 zur Verfügung. Lotte Lehmann hat das Werk auch 1942 mit Bruno Walter am Klavier aufgenommen, und es gibt auch noch eine Live-Aufnahme von 1946 mit Paul Ulanowsky am Klavier. Ich werde noch einmal danach suchen und die Aufnahmen später hier eventuell ebenfalls anbieten. Für heute muss diese Version mit einer verfälschenden Begleitung reichen.



    Frauenliebe und -leben, op. 42 (Schumann), Recording for Odeon


    10. November 1928. Instrumentalensemble unter der Leitung von Frieder Weissmann



    1. Be 7601      Seit ich ihn gesehen

    O-4806, Parl. RO 20090, Am. Col. 4070M, Am. Decca 20411, Frankreich 188.785, Italien 15013, Argentinien 196.274, AR 143

    2. Be 7602      Er, der herrlichste von Allen

    O-4806. Parl. RO 20090. Am. Col. 4070M, Am. Decca 20411, Frankreich 188.785, Italien 15013, Argentinien 196.274, AR 143

    3. Be 7603      Ich kann's nicht fassen, nicht glauben

    O-4807, Parl. RO 20091, Am. Col. 4071 M, Am. Decca 20412. Frankreich 188.786, Italien 15014, Argentinien 196.275, AR 144

    4. Be 7604      Du Ring an meinem Finger

    O-4807, Parl. RO 200, Am. Col. 4071M, Am. Decca 20412, Frankreich 188.786, Italien 15014, Argentinien 196.275, AR 144

    5. Be 7605      Helft mir, ihr Schwestern

    O-4808, Parl. RO 20092, Am. Col. 4072M, Am. Decca 20413, Frankreich 188.787, Italien 15015, Argentinien 196.276, AR 145

    6. Be 7606      Süßer Freund

    O-4808, Parl. RO 20092, Am. Col. 4072M, Am. Decca 20413, Frankreich 188.787, Italien 35015, Argentinien 196.276, AR 145

    7. Be 7607      An meinem Herzen, an meiner Brust

    O-4809. Parl. RO 20093, Am. Col. 4073M, Am. Decca 20414, Frankreich 188.788, Italien 15016, Argentinien 196.277, AR 146

    8. Be 7608      Nun hast du mir den ersten Schmerz getan

    O-4809, Parl. RO 20093, Am. Col. 4073M, Am. Decca 20414, Frankreich 188.788, Italien 15016, Argentinien 196.277, AR 146




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    Lotte Lehmann schreibt über den Liederzyklus "Frauenliebe und-leben" (und leistet damit auch ein wenig Ehrenrettung für diese Lieder, die damals auch schon umstritten waren...):



    Frauenliebe und –leben                                 Chamisso


    One often hears Chamisso's poems for this cycle criticized as being old fashioned. Perhaps for those sophisticated ones who live one hun­dred per cent in the present, they are. But isn't this an indication of a lack of imagination? The rather sentimental maiden of this cycle may exaggerate her feelings, and her way of expressing them certainly is not "modern" but isn't love always a romantically exaggerated happiness or misery? Each period has its own peculiar expression. In this cycle try to forget the present and let yourself be free to enjoy the romantic sentimentality of a Century which was far less matter of fact than our own . . .

    You should begin the cycle with the kind of reverence and enchantment with which you might take from an old cabinet a rare piece of precious lace which had been the proud possession of your great grandmother. You would touch it very carefully and would be rather moved as you replaced it beside the little musical dock—another relic of a by-gone day.

    I am certainly a modern woman and I can't tolerate anything which is sentimental or "sweetish" and yet I say: Yes, to be sure, this cycle is old fashioned, but thank heaven that it is! One can never be an artist if one cannot place oneself convincingly in any atmosphere, however distant or foreign. So forget the present when you begin this cycle. Be a woman of the Biedermeier period, knowing that she loved and felt in the same way as the woman of today although she expressed herself differently.







    I.
    The dreamy chords of the first bar reveal immediately the way in which you must sing. Out of the great melody of love which floats from your heart, the restrained chords rise with a shy subtlety like trembling sighs. Begin as if with a deep sigh. Your voice should be soft, breathy, forlorn. At "she’ ich ihn allein" sing ritardando and give a soft accent to "ihn", no crescendo. Accentuate "heller" both times and exag­gerate the "h". Your face which has been transfigured in ecstacy now becomes sad during the short interlude. You cannot quite understand the power of this magic spell which has possessed you. You cannot un­derstand how even your dearest friends can seem so far away from you. Give your voice a darker color. Play with the consonants in "Schwestern" and accent "nicht begehr' ich mehr." Sing ritenuto and be very careful not to slide or scoop at "lieber weinen still im Kämmerlein." Each syllable must be very distinct. Any scooping or sliding would make it much too sentimental. Be very careful to avoid this. The last —"glaub’ ich blind zu sein" is an almost whispered pianissimo. Your face should be radiant with a soft enchantment until the end of the postlude.




    II.
    Now you are beginning to grow accustomed to this strange feeling of ecstacy which pervades you. You have no desire, you are contented in the knowledge of your own love, which it is impossible to share with anyone. Again and again you look with rapture at the image of your beloved which seems to be always before you and you find your greatest joy in raving about bis virtues, bis wonderful character and bis great beauty. The absolute lack of passionate desire makes it possible for you to be completely happy in your love.Begin this second song joyfully, -radiantly, almost dizzy with delight. The first phrase is like a fanfare of victory. Sing with absolute accuracy in exact rhythm. Each time you emphasize another of your beloved's wonderful qualities make an ecstatic accent: "Holde Lippen, klares Auge." You feel: he is so far away, so far above you—like a star in the sky . . . You know that it would be futile to desire a star, futile to desire this starlike image of the one and only being whom you love... But you are sad that you are not more beautiful, more worthy of him . . . Sing the next phrase "So wie dort in blauer Tiefe" under the shadow of this thought and give an accent to "fern" (consonants!) with a certain hesitancy as if it gives you pain to say—"he is so far away". But in the interlude you find your way back to your inner contentment.Sing "Wandle, wandle deine Bahnen" with nobility and in a warm flow. Bring out the lovely crescendo and subito piano: "deinen Schein, nur in Demut" and accent "Demut".In the next phrase the ritardando at "selig nur und traurig sein" becomes a tempo but sing piano, softly, with restraint. You are over-whelmed, intoxicated, by your own humility. You long to sacrifice yourself, you long to feel small and insignificant and worthless at his feet . . . "Hoher Stern der Herrlichkeit" should be sung with ecstatic exuberance. Oh your love is boundless—you even enjoy talking about the happy woman whom he will take for his wife! But sing these phrases with inner restraint in spite of your willingness to sacrifice yourself, in spite of nor really daring to imagine any happiness for your­self . . . "Darf beglücken deine Wahl" has a very discretecrescendo. Give the most restrained pianissimo possible to "und ich will die Hohe segnen". "Tausend mal" should have a warm mezzoforte. Accentuate "weinen" (consonants!) "Selig, selig bin ich dann" has a crescendo— it is as if you are saying to yourself—"Oh yes, I shall be happy in his happiness ..." Give a subito piano to "sollte mir das Herz auch brechen" almost with tears, and now you lay your sacrifice at his feet: "brich, o Herz, was liegt darin?" Sing this broadly, forte, with an al­most religiously sacrificial quality.The interlude brings you back to the ecstatic enthusiasm with which you began. But don't sing it with quite the same innocent joy: in the meantime you have lived in your Imagination through his happiness and your renunciation. You have wanted to sacrifice your own heart, your own life, for him. There must now be a very subtle difference in the way in which you sing these phrases. Sing them fervently, with a delight which is almost on the verge of tears.In the postlude your whole being should be transfigured by an over-whelming enchantment: feel the music streaming through your body, follow the musical line with your expression—but never overstep the limits which the style of Lieder singing imposes.


    III.
    This short breathless song should be sung as if you had just stopped running—you are so completely overwhelmed and stunned by your happiness that you have come running out of the house like a child . . . You are quite breathless, you can't be sure whether this was just a dream or an intoxicating reality! Begin the song as if plunging into it. Sing it passionately, almost wildly. The shock has been too overwhelming—you had never, never dreamed, even in your secret heart, that he could love you . . .At "erhöht und beglückt" go over with a ritardando to a restrained tempo. Sing with a veiled piano: "Mir war's, er habe gesprochen". Sing this with an almost doubtful expression. You try to recall this incredible moment; yes, I think he said . . . And now you put your whole heart into the words "ich bin auf ewig dein". But immediately your doubt returns: "Mir war's, ich träume ..." sing this with haste, accentuated—and sing the last "es kann ja nimmer so sein" broadly, almost in tears.But no: it has been reality, it has not been only a dream. With this realization you throw your whole being into his life. Sing with the utmost warmth and abundance, broadly, forte, sing it as if you were standing in the warm summer sunshine, with the warm wind blowing through your hair, flowers all about you, your arms ecstatically outstretched: "O lass' im Traume mich sterben.""In Tränen unendlicher Lust" is adagio. It has the enthusiasm of an almost religious fanaticism. The word "Lust" must give the transition to the next phrase, sing it ff ending it abruptly.The repetition of the first phrases are now piano, whispered, breathy.Don't neglect the crescendo at "hat ein Traum mich berückt" but it should be more a crescendo of expression than of force. Sing the music of the interlude with your thoughts—there can be no interruption in your expression, the music is you—you must express the music. Sing the last sentence with the softest of pianissimos, beneath tears of joy.Hold the last tone letting it fade away gradually.


    IV.
    This is a song of gaily animated happiness. Calm and contented in the realization of his love, you are almost childlike and as yet unawakened to passion. He loves you, how could you ask for anything more? Do you want complete surrender? Oh—you have surrendered your whole soul, your whole heart . . . Your senses are quiet. He, the hero of your dreams is yours forever. He shall determine your fate. You want only to follow his wish . . . That is the greatest happiness for which you could ask ... He has given you the ring as his bethrothed. This sign of bondage between you is your most precious possession. You caress it, you rejoice in its unaccustomed pressure upon your finger which seems like a caress.Begin the song from out of this feeling of contentment. Your voice is softly floating, light and animated. You remember the time between childhood and adolescence—"ich fand allein mich, verloren im öden, unendlichen Raum ..." At this time you had no idea of where you belonged. But then he came, opening the door of life and happiness for you. After "unendlichen Raum" sing "du" ritenato and at "Ring an meinem Finger" a tempo. This must be done (very subtly!) in order to connect the phrases.Don't misinterpret the words: "ihm angehören ganz, hin selber mich geben", there is neither passion nor desire here. The complete surrender of which you speak is the surrender of your soul. You have no idea of what will happen in marriage, you only know that you belong to him completely and that you will do whatever he asks of you... Sing with the deepest sincerity: "Verklärt mich in seinen Glanz". Sing it ritardando and then immediately a tempo at "Ring". (The word "du" is still ritardando. Remember the same phrase earlier in the song). Accent "Herze" and feel the happiness in the postlude.



    V.
    The wedding day! You are surrounded by the friends of your childhood. A girl, for the last time, you are in your room under your father's roof. You are blissfully happy and excited but you cannot entirely overcome a virginal fear no matter how much you scold yourself for it. ..Begin the song with great excitement. You talk to your friends in order to quiet your inner fear. You admit the strangeness of your beloved who with passionate impatience has always longed for the wed­ding day. You have never felt this driving impatience. You have been quiet and contented in the realization of being his bethrothed. A strange and frightening experience seems to lie before you,—you ask your girlish friends to help you to overcome your silly fears . . . Sing "Helft mir, ihr Schwestern, helft mir verscheuchen eine törichte Ban­gigkeit", piano, whispering. Then freeing yourself from these disturbing thoughts you recall with delight the image of the man whose bride you will become today. You surrender yourself to him, in humility you bow your head . . . "All the flowers are for him, for my hero! Who am I?" This is the overflowing expression of your own complete sur­render. But now attired in your bridal dress, you look about you and bid your friends good-bye. You are no longer one of them. Today you close a door upon the life you shared with them and open one upon a world to which they do not as yet belong. Womanhood will now separ­ate you from these maidens . . . You have been like sisters. Now you say good-bye. This good-bye is like an interlude in the flow of the song as if while stepping forward to meet the bridegroom, your feet yet hesitate upon the threshold and you glance back once more into the faces of your friends. Sing "Aber euch Schwestern grüss' ich mit Wehmut" with emotion and then continue with pride and dignity: "Freudig scheidend aus eurer Schaar." Your farewell has been ritardando but start a tempo at "Freudig scheidend". Realize that you cannot change too suddenly from one emotion to another . . . Don't sing "Freudig scheidend" with a sudden plunge into radiance, sing it with happiness but there is still a last tear of your "good-bye" in it, a last trembling sigh ... This is difficult to explain but try to imagine this scene: "Good bye my dear friends. I have loved you and will always love you but now I am no longer one of you . . . Oh I am happy to become the wife of my beloved. There is nothing I want more to be. I go to my marriage as if the doors of heaven were opening for me . . . Yet: Good-bye!" The tear of farewell minglcs with the tear of happiness - . .. You must feel this, in order to express it.

    The postlude is the wedding march. In your Imagination you are walking to the altar clad in your bridal gown. You stand erect, your face uplifted, radiant,—you look into the face of God who has blessed you with the wonder of love.




    VI.
    You have changed. This must be very clear. The way in which you lean against the piano should be different, your body is relaxed, you are more experienced. You are a woman now who also experiences the ecstacy of love in a sensual way. You are awakened. You know the power of passion. You know desire and fulfillment. Your voice is more vibrant. It has lost the untouched whiteness of your girlhood. Your piano tones are velvety and glowing.Take the first chords as if your husband, in whose arms you are lying, has just lifted your face to his. Your eyes in tears meet his puzzled and questioning gaze. You say to him: "Süsser Freund". Never during the rapturous period of your bethrothal have you called him "süsser Freund"—this says so much, this tenderness, this caressing way of addressing him. In it is the maturity of your bondage. He is more than a lover now, he is your understanding friend, your companion for always. And he is "süss" because you share with him all the secret enchantment, all the sensual delights of being one. Sing "Süsser Freund" with a vibrant tone, give these two words all the glowing significance of which they are born.Sing softly and with a lovely floating piano. The Crescendi ("Lass’ der feuchten Perlen" and "freudig hell erzittern") should be sung very discretely, almost unnoticeably. "Wie so bang' mein Busen" should be sung with a breathy tone and then with sudden decision (very subtly) —"Komm’ und birg dein Antlitz". Sing "will in's Ohr dir flüstern" very gracefully and with a smile of secret joy.The interlude is the confession of your sweet secret and his response overwhelmed with happiness.Begin with a quiet dignity at "Weisst du nun . . . ", don't quicken the tempo, sing very quietly, warmly, softly. "Du geliebter, geliebter Mann" is to be sung with passion and intensity (consonants!). The interlude (tempo more vivid) again expresses his delight. He wants to rise, to tell you how complete will be the happiness which you share, to say so many, many things, . .. But you stop him, holding him tighter in your embrace. Sing "Bleib’ an meinem Herzen" with a sudden start as if you hold him back. You sing accelerando, with glowing passion until "fester" (consonants!). The interlude leads you to dreams and a drowsy happiness.With restrained tears of joy you speak of your child. Give "der Morgen" and "daraus dein Bildnis" a warm crescendo. The interlude is his glowing kiss and whispering beneath his caressing lips, you sigh —"Dein Bildnis". Hold this, letting it fade away.




    VII.
    Now you are a mother. Fate has brought you the fulfillment of human life and your happiness knows no bounds. This joyous song should be sung as if words are unimportant. Never mind what you say, never mind who listens to you. You look at the tiny infant in your arms and laugh and weep and talk and smile, all in one breach. Sing with warm sincerity "Nur die da säugt" and guide the ritardando over into the joyfui outburst of motherly pride: "Nur eine Mutter". The phrase "o wie bedaur' ich doch den Mann" has a smiling bumor. But your thoughts return immediately to your child and you talk rapidly to him with trembling joy.The postlude is like a surging wave of joy. Feel its sweep, take it up with your body, your exultant face.


    VIII.
    But life which has showered you with so many blessings now has dealt you a blow under which your happiness has crumbled away like ashes: your husband has died. Perhaps long years of contentment lie between this song and the last one. I always feel it this way. I always imagine that the children which you have born, are now grown up and living their own lives, as is the fate of parents. You have been happy in the thought of growing old with the companionship of your hus­band. But God who has given you so much, has denied you this last blessing which life can bestow. Your loss has struck as lightning to the very center of your being.

    You are changed. Softness and sweetness have left you. The one discord which struck you down has destroyed your life. The blow has been so sudden, bursting so unexpectedly upon your inner contentment that you realize your pain with fury, and challenge fate as if it were an enemy. Imagine that you kneel beside the deathbed of the one you loved, feeling: but why? Why had he to go, leaving me to this desper­ate loneliness? How could he do this to me? Injustice and senseless reproach often sound through the complaint of a pained heart.Your voice is like a terrible outcry, harsh, lacking in any loveliness. There is a dark rebellion in it. You stand erect, as if you are paralyzed. Your eyes are wide with horror. At "Es blicket die Verlass'ne vor sich hin" consciousness returns to you, your eyes loose the frightening ex-pression of madness. Sing "Die Welt ist leer, ist leer" with what the French call—"voix blanche"—hold the first "leer" long enough to let it become a discord with the accompaniment.Now you go over into a piano which is rigid and austere until "nicht lebend mehr". In this phrase a dark resignation pervades you. You sing  piano with a softer and darker quality. Hold "Schleier" in the same way as you did "leer" but softly and give an accent to "fällt". Visualize the finality in this word "fällt": life in its fullness has ended for you, there is no longer any present or future, there is only the past . . . Sing very slowly, very distinctly and with a dark, velvety, veiled pianissimo: "Da hab' ich dich und mein verlor'nes Glück—du meine Welt." Give great emphasis (but very subtly) to these last words, especially "du meine Welt". You stand very quietly until the end of the long postlude. You are like a statue of mourning. An in-cident which I recall may help to make clear to you the impression which your attitude should give here: long ago a wonderful friend of mine died. He was buried near Vienna in a remote little graveyard surrounded by forests and mountains. He had loved this spot and wanted to be buried there, far from the world. But he had been a great artist and hundreds of people came from Vienna to attend his funeral. His grave was high up on the slope of a hill. As we followed his flower laden coffin I watched his widow climbing behind the pall bearers. She was a fragile little woman but the terrible grief of losing her husband could not crush her. She walked upwards with an heroic erectness, a noble dignity, her face uplifted to the hill where stood the open grave. She seemed to have the grandeur of a Greek statue. This is the impres­sion which you must convey throughout the postlude, while the music tells of the past.




    Frauenliebe und -leben (Schumann), sung by Lotte Lehmann



    I have to correct (what I wrote about Ria Ginster) that I don't like this song cycle so much sung by Lotte Lehmann. I checked it out again and read about it and was again touched by this fine singer (this doesn't diminish the admiration for Ria Ginster) and by Schumann. Here I give the version from 1928 with an instrumental ensemble. I will try to get the version from 1942 with Bruno Walter, too (or you can send it to me) and publish it here. It is very interesting to read what Lotte Lehmann writes about the song cycle in her book, and if you ever saw a film about her, you can hear her voice in your mind while reading this heavy English, which still keeps in mind that she thougt or wrote in German. She also gives a vindication for this song cycle. After reading this I am willing to overcome my aversion against the cycle and begin to think that it is underrated and still listenable for a modern man (or woman).







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    Der Zyklus von Schumann ist bei mir in diesem Monat ein Ohrwurm, und ich habe noch eine weitere Version von 1950 mit Elisabeth Höngen gefunden. Über die Sängerin weiss ich nicht viel, und eigentlich ist sie zu "jung", um in mein Interessengebiet "Oper zwischen 1890 und 1945" zu fallen, aber die Aufnahme ist gut und hörenswert. Immerhin ist sie noch auf Schellack erschienen...


    Elisabeth Höngen singt Frauenliebe und -leben


    Am Flügel begleitet Ferdinand Leitner, den ich eher als Dirigenten kenne.


    Ferdinand Leitner wurde am 4.III. 1912 in Berlin geboren und starb am 3.VI.1996 in der Schweiz. Seine Kurzbiographie:
    Studium an der Staatlichen Hochschule für Musik in Berlin, unter anderem Komposition bei Franz Schreker und Paul Hindemith sowie Dirigieren bei Julius Prüwer. 1929 Korrepetitor unter Carl Muck bei den Bayreuther Festspielen. In den dreissiger Jahren Pianist und Begleiter für Sänger und Instrumentalisten. 1935 wurde er  Assistent von Fritz Busch in Glyndebourne. 1939 Einberufung zur Wehrmacht. 1943–44 Kapellmeister am Theater am Nollendorfplatz in Berlin und 1945/46 an der Hamburgischen Staatsoper. 1946/47 Operndirektor an der Staatsoper in München. 1947–69 an den Württembergischen Staatstheatern Stuttgart, seit 1950 als Generalmusikdirektor. Daneben war er als Gastdirigent,unter anderem ständiger Dirigent der deutschen Spielzeit am Teatro Colón in Buenos Aires, und bei den Festspielen in München und Luzern tätig. 1969–83 war er am Opernhaus Zürich musikalischer Oberleiter und dann noch bis 1991 Gastdirigent.

    Von Elisabeth Höngen habe ich leider keine großen Bilder gefunden. In allen Büchern in meinem Besitz, in denen sie abgebildet ist, sind die Bildchen so klitzeklein, dass es sich nicht lohnt, sie zu scannen. Deshalb hier zwei Bilder aus dem Internet, die ich von der Website der Bayreuther Festspiele habe...


    Elisabath Höngen als Fricka Bayreuth 1951

    Elisabeth Höngen, Portrait


    Frauenliebe und -leben (Robert Schumann)

    1. Seit ich ihn gesehen
    2. Er, der Herrlichste von allen  (Mx. 01769-2 LKK, DGG 72009)
    3. Ich kann es nicht fassen
    4. Du Ring an meinem Finger (Mx. 01770-2 LKK, DGG 72009)
    5. Helft mir, ihr Schwestern
    6. Süßer Freund, Du blickest mich verwundert an (Mx. 01771-2 LKK, DGG 79010)
    7. An meinem Herzen, an meiner Brust
    8. Nun hast Du mir den ersten Schmerz getan (Mx. 01772-2 LKK, DGG 79010)

    Elisabeth Höngen, Alt
    Hermann Leitner, Klavier
    Deutsche Grammophon Gesellschaft "Variable Micrograde 78"
    Aufgenommen 17.II.1950 (lt. CHARM - auf den Platten steht 30.V.1950 - dies ist vermutlich dann das Datum, als die Pressmatritzen gemacht wurden)


    DOWNLOAD MP3 256 kB/s


    Zu Elisabeth Höngen und ihren Rollen steht sehr viel im Sängerlexikon - ich habe es deshalb etwas gekürzt:


    Höngen, Elisabeth, Alt, * 7.12.1906 Gevelsberg (Westfalen), † 7.8.1997 Wien.

    Sie trat schon mit 15 Jahren öffentlich als Geigerin auf, studierte dann Germanistik und Musikwissenschaft an der Universität und an der Musikhochschule Berlin; ihre Stimme wurde durch Hermann Weißenborn in Berlin ausgebildet. Sie debütierte 1932 in Berlin in dem Oratorium »Deborah« von Händel und als Opernsängerin  1933 am Stadttheater von Wuppertal und kam von dort 1935 an das Opernhaus von Düsseldorf, wo sie bis 1940 blieb. Bereits 1934 gastierte sie mit dem Wuppertaler Ensemble in Holland als Marcellina in »Figaros Hochzeit«. 1938 war sie wieder in Holland, jetzt mit dem Opernhaus von Düsseldorf, als Fricka in der »Walküre« zu hören. 1937 wirkte sie in Düsseldorf in der Uraufführung der Oper »Magnus Fahlander« von Fritz von Borries mit und in den deutschen Erstaufführungen der Opern »Der König von Yvetot« von J. Ibert (1936) und »Dafni« von Mulè (1939) mit. 1940-43 Mitglied der Dresdner Staatsoper. Hier nahm sie u.a. am 4.2.1942 in der Uraufführung der Oper »Die Zauberinsel« von H. Sutermeister teil. 1943 wurde sie an die Staatsoper von Wien berufen (Antrittsrolle: Ortrud im »Lohengrin«), zu deren prominentesten Künstlern sie während der folgenden 29 Jahre gehörte. Man feierte die Sängerin an der Mailänder Scala, an der Covent Garden Oper von London (1947 und 1959-60) am Teatro Colón von Buenos Aires, an der Grand Opéra Paris, in Amsterdam, Zürich, Berlin und München. 1951-52 war sie an der Metropolitan Oper New York tätig (Antrittsrolle: Herodias in »Salome«). Sie sang an der Metropolitan Oper auch die Waltraute im Nibelungenring und die Klytämnestra in »Elektra« von R. Strauss. In Wien wirkte sie 1965 in der Premiere von Strawinskys »The Rake's Progress« als Türkenbaba mit. Bedeutende Erfolge hatte sie bei den Festspielen von Salzburg, u.a. 1950 in der Titelpartie von Benjamin Brittens »The Rape of Lucretia«, 1948-49 als Orpheus von Gluck, 1948 und 1956 als Marcellina in »Figaros Hochzeit«, 1949-50 als Clairon im »Capriccio« von R. Strauss, 1958 in der Uraufführung der Oper »Julietta« von Heimo Erbse, dazu in vielen Konzertveranstaltungen. Die Künstlerin sang bei den Festspielen von Edinburgh und Bayreuth (1951 Fricka und Waltraute im Nibelungenring) sowie beim Maggio musicale Florenz. 1957 erhielt sie einen Ruf als Professorin an die Wiener Musikakademie, setzte aber ihre große Karriere weiter fort. 1971 nahm sie an der Wiener Staatsoper ihren Bühnenabschied, nachdem sie an diesem Haus allein 44 verschiedene Partien zum Vortrag gebracht hatte. Als letzte Partie sang sie im gleichen Jahr an der Wiener Volksoper die Principessa in »Suor Angelica« von Puccini.

    Umfangreiche, schön gebildete Stimme, deren dramatische Ausdruckskraft und deren Stilgefühl Bewunderung erregten. Ihr großes darstellerisches Talent erwies sich in Partien wie der Klytämnestra in »Elektra«, der Lady Macbeth, der Herodias in »Salome«, der Amme in der »Frau ohne Schatten« und der Ortrud im »Lohengrin«. Sie galt als eine der großen Sänger-Schauspielerinnen ihrer künstlerischen Generation. 
    Schallplatten: Nixa, Everest, Telefunken, HMV-Electrola (9. Sinfonie von Beethoven), Philips, DGG (»Elektra«, Liederzyklus »Frauenliebe und -leben« von R. Schumann) Columbia (Lied-Aufnahmen), Seraphim (»Hänsel und Gretel«), UORC (»Frau ohne Schatten« von R. Strauss), Urania (»Macbeth« von Verdi), Decca (»Frau ohne Schatten«), Bruno Walter Society (vollständiger »Ring des Nibelungen«), Murray Hill (Erda im »Siegfried«, Fricka in »Rheingold« und »Walküre«), (Marcellina in »Figaros Hochzeit«), Cetra Opera Live (»Aida«), Rococo (zwei Aufnahmen »Elektra« in der Rolle der Klytämnestra), Melodram (f-moll Messe von Bruckner, Verdi-Requiem).Es sind zahlreiche Mitschnitte von Aufführungen auf Cetra (»Andrea Chénier«, Staatsoper Wien 1960) und auf weiteren Marken vorhanden (u.a.»Salome« aus der Staatsoper Wien von 1947).


    Lit.: E. Wurm: »Elisabeth Höngen. Ein Künstlerbild« (Wien, 1966).


    [Lexikon: Höngen, Elisabeth. Kutsch/Riemens: Sängerlexikon, S. 10988 (vgl. Sängerlex. Bd. 3, S. 1613 ff.) (c) Verlag K.G. Saur]




    PS. I have been asked by Barak to upload the music as FLAC files. I do it here, but I must admit that I have no program to edit and cut FLAC files and add tags to them. So the music here is "raw"; just the four sides of the records in four files. Hope you can use it!




    Höngen FLAC download




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    Lotte Lehmann und Bruno Walter in Salzburg


    My reader Robin has sent me the "Frauenliebe und -leben" with Lotte Lehmann und Bruno Walter from an old (or better young) LP from the eighties. Young LP, because this recording was in the stores since 1942 when it was made and never really went out of print. It has set a standard in interpretation for singing this cycle, and here you find better what Lotte Lehmann wrote in her book about how to sing it than in the version with the Odeon chamber orchestra (see my article before). Robin has transfered it quite good and I have made a few changes, too (mainly volume adjustment and some scratches removed "by hand") and so it has becomes a, I think, French-German co-production. Thanks to Robin! You can download it here: 


    recorded 1942







    Ältere Ausgabe der LP




    There has also been a little discussion about interpretations of this cycle and our favourite singers of it. As I have just got the CD and listened for the first time in my life to the interpretation of Kathleen Ferrier it is no suprise that I as a German don´t like it very much: No good German pronounciation and a very big volume range from piano to forte passages of the songs. I think, when she tries to sing piano, she has to hold back her big voice too much and it all gets very artificial and not "innig" as I like it. But judge for yourself, I have prepared it for download here:


    Kathleen Ferrier, Frauenliebe und - leben op. 42 (Schumann), Piano  John Newmark,
    recorded London 12.VII.1950
    DOWNLOAD MP3

    ***

    Oben finden Sie noch zwei weitere Versionen des Liederzyklus von Schumann in den Interpretationen von Lotte Lehmann mit der Begleitung von Bruno Walter 1942 und Kathleen Ferrier von 1950. Und damit reicht es mir jetzt erst mal mit der "Frauenliebe"! Ich verspreche, bald auch wieder hier über etwas anderes zu schreiben, aber ich hatte mich ein bisschen an den Zyklus "festgebissen" und ihn oft gehört. Das ist ja auch das Schöne, dass man über den Blog auch Austausch haben kann und sich manchmal eine Art Gespräch entwickelt, das eine eigene Richtung einschlagen kann.
    Die Version von Kathleen Ferrier gefällt mir nicht so gut, aber ich stelle sie hier gerne zur Diskussion. Oft hört man ja erst mal nur das gerne, was man schon am besten kennt und was einem vertraut geworden ist. Deshalb ist es gut, sich ab und zu anderen Aufnahmen von gut bekannten Werken auszusetzen und liebgewordene (Vor-)Urteile über den einen oder anderen Sänger oder die eine oder andere Interpretation alle paar Jahre zu überprüfen.

    PS. Die "Dichterliebe" von der anderen Seite der Lehmann-LP werde ich demnächst hier auch noch anbieten, wenn ich mit der abschließenden Bearbeitung fertig bin.


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    Frida Leider was one of the great Wagner singers of the 20th century. Her duet from Tristan and Isolde with Lauritz Melchior is one of the legendary recordings of all times. Leider also was able to sing Italian opera very well but was not longer asked to do it when her Wagner singing became such an international success that she was always asked to sing only a few roles, in the first line the Isolde.


    Frida Leider: Das war mein Teil - Erinnerungen einer Opernsängerin (Edition from 1981)





    Frida Leider was not in harmony with the Nazi regime, because she was married to the Jewish violinist and conductor Rudolf Deman, who once was Konzertmeister of the Berlin State opera and  was forced to leave Germany in 1938. It was in this year that Frida Leider appeared in opera for the last time. In 1940 while beeing in Germany apart from her husband and not having much to do, she began to sing Lieder. Her neighbor Heinrich Schlusnus had recommended her to do so, and the pianist Michael Raucheisen trained her on that job and became her accompanist. Her first concerts in the season 1940/41 were very successful, and so the Electrola cut a few sides with Lied recordings of her in 1941, which sold relatively well in Germany, (which was rather isolated at that time), but had no wide circulation due to the war.


    Frida Leider Liederabend 21.XI.1943 (from the book)



    Four other Lieder were recorded in 1942 but were never published. The matrixes were lost during the war, but Frida Leider still had fine test pressings. These recordings were published by Preiser in the 70ies on an LP, which I present here. The forth Electrola recording of "Mignon" from Hugo Wolf was withheld by Frida Leider because of artistical reasons: she was forced to sing it too fast in order to fit on a record side, and she later refused publication.


    Portrait of the late Frida Leider - from the back of the book

    The second side of the LP was filled with Schumann Lied-recordings from the later so called "Raucheisen-Edition" for the German broadcast in 1944. Michael Raucheisen tried to record with the best German singers for the Reichsrundfunkgesellschaft every German Lied from all the famous or semi-famous composers. This project was later stopped by the more and more raging war, but recordings were made in Berlin until the beginning of 1945. Not all have been saved, but on a (highly recommended and very cheap) CD-Edition the leftovers of this project can be heard on 66 (!!) CDs. The recordings given here from the Preiser LP are NOT to be found on this CD-Edition, which contains i.e. 8 CDs with Loewe Ballads and 8 CDs with Hugo Wolf-Liedern, but only four Schumann CDs.

    CD-Edition at Amazon





    Here you find the tracks (from the Preiser-LP LV 145), the download link and, below, the German sleeve notes.






    DOWNLOAD MP3 256 KB/s




    Der Text zur LP für die deutschen Leser:

    Frida Leider nimmt in der Reihe hervorragender hochdrama­tischer Sopranisten eine Sonderstellung ein. Ihr gelang in besonderem Maß die Vermenschlichung der Wagner-Heroinen und sie schuf damit einen neuen Sängertyp, der heute in ge­radezu glückhafter Weise von Birgit Nilsson verkörpert wird. So wie dieser war es Frida Leider möglich, sich im italieni­schen Fach ebenso zu bewähren, wie im Wagner-Repertoire. Die am 18. April 1888 in Berlin geborene Sängerin arbeitete zunächst als Angestellte in einer Berliner Bank und studierte in ihrer Freizeit Gesang. Sie schloß ihre Ausbildung bei Otto Schwarz in Berlin ab. 1915 debütierte sie am Stadttheater von Halle als Venus im „Tannhäuser". Ihr nächstes Engagement brachte sie 1916 nach Rostock, wo sie bis 1918 blieb. Das dor­tige Stadttheater verfügte jedoch über keinen Heldentenor, so daß Frida Leider in erster Linie in italienischen und in Mozart-Opern sang. 1918 erfolgte ein Engagement an das Opernhaus von Königsberg, 1920 wurde die Künstlerin an die Hamburgische Staatsoper berufen. Hier trat sie die Nachfolge von Thea Drill-Oridge, einer der bekanntesten Wagner-Sän­gerinnen zu Beginn unseres Jahrhunderts an. Ihr Debüt fand als Leonore im „Fidelio" statt, gefolgt von einer Aida, In drei Spielzeiten sang sie alle Wagner-Rollen, Ariadne, Donna Anna und verschiedene italienische Partien. 
    1923 wurde sie Mitglied der Berliner Staatsoper, an der sie bald große Er­folge hatte. Unter Erich Kleiber sang sie in einer Neuinsze­nierung des „Fidelio" die Leonore.1924 erfolgte ihr Debüt an der Londoner Covent Garden Opera als Isolde im „Tristan". Frida Leider blieb ein gerngesehener Gast in London, wo sie auch in italienischer Sprache als Donna Anna, Troubadour-Leonore und als Armide zu hören war. 1928 sang sie erst­malig bei den Bayreuther Festspielen. Im gleichen Jahr de­bütierte sie an der Oper von Chicago als Brünnhilde in der „Walküre". Für vier Spielzeiten war sie einer der größten Stars dieses Institutes und sang dort Isolde, Venus, Leonore, Recha, Amelia, Kundry, Marschallin und Mona Lisa. Nach Ablauf ihres Vertrages wurde sie sofort an die Metropolitan Opera engagiert, an der sie am 16. Januar 1933 als Isolde debütierte. Hier blieb sie jedoch nur zwei Spielzeiten und war ausschließlich im Wagner-Fach zu hören. 1931 erschien sie am Teatro Colon von Buenos Aires, 1927 trat sie zum ersten Mal an der Mailänder Scala mit einer italienisch gesungenen Brünnhilde auf. 
    1938 fand ihre Opernkarriere ein jähes Ende; Frida Leider war mit dem Konzertmeister der Berliner Staats­oper Rudolf Deman verheiratet, der als Nichtarier 1938 in die Schweiz emigrieren mußte. Von diesem Moment an, be­trat die Künstlerin nicht mehr die Bühne. Dem bekannten Begleiter Michael Raucheisen war es zu danken, daß die Stimme der Sängerin weiter erklingen sollte. Er überredete Frida Leider dazu Lieder einzustudieren und mit ihm gemein­sam wieder vor die Öffentlichkeit zu treten. Ihr letztes Auf­treten als Konzertsängerin erfolgte am 16. Februar 1946; ein gemeinsamer Liederabend mit ihrer Freundin und KolleginMargarete Klose. In späteren Jahren widmete sich die Künst­lerin der Opernregie; die Krönung ihrer Arbeit war eine Tristan-Inszenierung unter der musikalischen Leitung von Wilhelm Furtwängler.

    Die Lied-Aufnahmen von Frida Leider gehören zum Kost­barsten, was das Medium Schallplatte bewahren zu ver­mitteln weiß. Aufgrund der aufsehenerregenden Konzerte der Künstlerin im Winter 1940/ 41 kam eszu einer Wieder­belebung der Zusammenarbeit mit dem Hause Electrola. Ver­mutlich im Januar 1941 wurden die ersten fünf Titel auf­genommen. Die erste Platte mit den beiden Schubert-Lieder erschien im März 1941 auf dem Markt, die zweite mit den drei Schumann-Liedern erst im September 1941. Der zweifellos große Erfolg dieser beiden Schallplatten führte im Jahre 1942 zu weiteren Aufnahmen der Gesellschaft. Bedauerlicher­weise blieben diese Titel jedoch in ihrer Originalform un­veröffentlicht. Zunehmende Materialknappheit und merk­liche Einschränkungen des Angebotes von Neuerscheinungen waren die Ursache dieses Versäumnisses. Die letzten Kriegs­jahre mit ihren Bombardements führten schließlich zur Ver­nichtung des gesamten Matritzenbestandes der Electrola in Berlin. Alle bis zu diesem Zeitpunkt unveröffentlichten Auf­nahmen waren unwiderbringlich verloren. Erst 1963, als man bei Electrola daranging, im Rahmen der Reihe „Die goldene Stimme", die großen Sänger ihrer Zeit nicht nur in ihren alten Aufnahmen, sondern auch in Form von erzähltem Leben zu dokumentieren und dabei natürlich auch Frida Leider vor das Mikrophon bat, stellte sich heraus, daß die Künstlerin einwandfreie Test-Pressungen der verloren geglaubten vier Titel besaß. Zwei dieser Lieder: „Der Nußbaum" und „Früh­lingstraum" wurden damals sofort für die Langspielplatte verwendet. In der vorliegenden Sammlung gelangt nun ein drittes Lied: „Wie glänzt der helle Mond" von Hugo Wolf zur Veröffentlichung. Ein weiteres Wolf-Lied „Mignon" (2RA5335) muß über ausdrücklichen Wunsch von Frau Prof. Frida Leider auch weiterhin unveröffentlicht bleiben, da diese Aufnahme durch die zeitliche Begrenzung der Originalplatte eine uner­wünschte Forcierung der Tempis mit sich brachte, die Frau Leider heute - im Zeitalter der perfekten Liedinterpretati­on - unvertretbar erscheint. So sehr wir den Wegfall dieses makellos gesungenen Liedes bedauern müssen, beugen wir uns doch in Ehrfurcht dem Urteil der verehrten großen Künstlerin.

    Ergänzt wird diese Platte durch acht Schumann-Lieder, die Frida Leider im Jahre 1944 mit Michael Raucheisen im Haus des Rundfunks in Berlin aufgenommen hat. Michael Rauch­eisen hatte damals die Programmredaktion für die Gruppe „Musikalische Solisten" inne. Sein Fernziel war es, sämt­liche Lieder von Franz Schubert, Robert Schumann, Hugo Wolf und anderen deutschen Komponisten mit ausgewähl­ten Solisten vollständig einzuspielen. Dieses Projekt konnte jedoch nie verwirklicht werden.





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    Hier ist noch die andere Seite der LP mit der Dichterliebe von Schumann. Sie entstand 1942. Lotte Lehmann wird von Bruno Walter am Klavier begleitet.

    DOWNLOAD



    Thomas Mann, Lotte Lehmann und Bruno Walter







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  • 04/21/13--09:57: Richard Crooks in Song
  • Richard Crooks in Song Victor M-841



    Dies ist der Titel eines Albums der RCA-Victor mit fünf 25-cm-Platten mit Aufnahmen des Tenors, den ich bereits in einem anderen Beitrag vorgestellt habe. Das Album enthält eine ziemlich bunte Mischung von zwölf Liedern aus verschiedenen Epochen und wird seinem Titel insofern nicht gerecht, als es auch Arien aus Opern von Händel und Arne enthält. Es ist jedoch schon lange Tradition, solche barocken Arien zu Klavierbegleitung vorzutragen, und die Kunst eines Sängers wird dabei besser deutlich, als wenn er die Arien zu Orchesterbegleitung vorträgt. Von daher mag die Aufnahme in diese Sammlung gerechtfertigt sein. Besonders freut mich auch, dass hier zwei Lieder von Robert Franz enthalten sind. Die Titel sind im einzelnen:


    Richard Crooks in Song
    RCA Victor Set M-841 (Rec. No. 2175-2179)

    1. Alma mia (Aria from Floridante - Händel)
    2. a. Preach not me your musty rules (Air from Comus - Arne)
    2. b. Serenade: Dearest Maiden (= Liebes Mädchen, hör mir zu - Haydn)
    3. a. Se mia gioia (Air from Parthenope - Händel)
    3. b. Dedication (= Widmung - Robert Franz op. 14.1)
    4. L'Adieu du Matin (Emile Pessard)
    5. A Dream (= Ein Traum, Grieg op. 48.6)
    6. Serenade: Through the leaves (= Ständchen - Schubert, Schwanengesang Nr. 4)
    7. I love thee (= Ich liebe Dich, Grieg op. 5.3)
    8. Have you seen but a white lillie grow (Anonymus)
    9. Hark, how still (= Stille Sicherheit, Robert Franz op. 10.2)
    10. Passing by (Purcell)

    Richard Crooks - Tenor
    Friedrich Schauwecker - Piano
    rec. 16.IX.1940 (1,2,3,5)  -   18.IX.1940 (4)  - 12.IX.1941 (6,9,10) - 
    unknown to me (7,8)


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    The Set "Richard Crooks in Song" contains  five 10-inch records with piano accompanied songs and opera arias, sung by Richard Crooks. You can enjoy 27 minutes of fine singing. Crooks sings sweet and eloquently with a fine legato. I enjoy his singing very much and like to recommend this singer to you. In my blog you will find another posting with opera recordings by Richard Crooks.


    Here are the liner notes to the set:







    Scans of all labels are in the downloaded folder






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    Walther Ludwig (1902-1981)

    Heute starte ich mit einer Serie über den Tenor Walther Ludwig. Ludwig startete seine Karriere relativ spät im 26. Lebensjahr 1928 in Königsberg, nachdem er bereits ein halbes Medizinstudium absolviert hatte. Am Ende seiner Karriere beendete er dieses Studium noch und arbeitete einige Jahre als Arzt, bevor den Ruhestand antrat. Über Schwerin kam er 1932 als Erster Lyrischer Tenor an die Städtische Oper nach Berlin, wo er im wesentlichen bis 1945 blieb. Nach dem Krieg sang er in Wien, München und Stuttgart. Hatte er vor dem Krieg hauptsächlich für Electrola gesungen, machte er in der Nachkriegszeit relativ viele Aufnahmen für die Deutsche Grammophon. Ich verstehe nicht, warum diese Aufnahmen von der DGG noch nicht wieder veröffentlicht worden sind! Zwar ist Ludwig kein sehr temperamentvoller und "sensationeller" Sänger, aber besonders seine vielen Liedaufnahmen sind aufrichtig mitempfunden, klar und angenehm zu hören. Im Vergleich zu einem Fischer-Dieskau, der in den 60er-Jahren den Standard für Liedinterpretationen setzte, ist er wenig raffiniert und kann manchmal vielleicht etwas treuherzig und bieder wirken. Seine Interpretationen passen in die 50er-Jahre, aber können auch heute noch mit Gewinn gehört werden und werden sicher irgendwann wieder entdeckt werden. Vielleicht kann ich hier einen kleinen Beitrag dazu leisten.

    Ich werde zunächst einmal seine Liedaufnahmen aus der Nachkriegszeit vorstellen, da diese für Sammler schwerer zugänglich sind als seine frühen Schellackplatten, wo er vor allem als Mozartsänger beeindruckt.
    Als erstes kommt hier die "Schöne Müllerin" (auch um die Müllerin-Sammlung in diesem Blog zu erweitern!). Leider habe ich keine Aufnahmedaten der LPs und für viele LPs auch nur die Überspielungen von anderen Sammlern und nicht die Original-Cover. Ich hoffe aber, dass die Aufnahmen trotzdem Spaß machen werden!


    Doppel - LP Walther Ludwig - Die schöne Müllerin

    Mein Exemplar ist eine Sonderauflage für den Bertelsmann-Schallplattenring und erschien 1962. Die Aufnahmen stammen von 1952 (siehe Kommentar von Tin Ear).


    Franz Schubert: Die Schöne Müllerin op. 25
    Walther Ludwig - Tenor
    Michael Raucheisen - Klavier

    Deutsche Grammophon PP 71143 HiFi (mono, = P 71144 + P 71145), Seiten 1 bis 3
    (die Schumann-Aufnahmen von Seite 4 folgen später)


    DOWNLOAD MP3









    Hier noch die biografischen Informationen vom LP-Cover, die den Angaben aus dem Sängerlexikon teilweise leicht widersprechen.

    Biografische Angaben von der LP zu Walther Ludwig



    Das Sängerlexikon sagt es ausführlicher:



    Ludwig, Walther, Tenor, * 17.3.1902 Bad Oeynhausen, † 15.5.1981 Lahr (Baden); er studierte zuerst Rechtswissenschaften, dann Medizinstudium an den Universitäten von Freiburg i. Br., München, Dorpat (Tartu, Estland) und Königsberg (Ostpreußen). In Königsberg erhielt er Gesangsunterricht und debütierte 1928 am dortigen Stadttheater. Jetzt gab er das Medizinstudium auf und begann eine große Sängerkarriere. 1931-32 war er am Staatstheater von Schwerin engagiert; dort sang er am 13.11.1931 in der Uraufführung von Paul Graeners Oper »Friedemann Bach« die Titelrolle. Er wurde dann 1932 an die Städtische Oper Berlin berufen. Hier erregte er Aufsehen als Mozart- Interpret und als Nemorino in »Elisir d'amore«. 1935 war er bei den Festspielen von Glyndebourne als Belmonte in der »Entführung aus dem Serail« und als Tamino in der »Zauberflöte« zu Gast. Er sang an der Grand Opéra Paris (1941 als Alfred in der »Fledermaus«) und an der Oper von Rom, am Teatro Liceo Barcelona und regelmäßig an der Staatsoper von Wien. Er blieb bis 1945 als erster lyrischer Tenor an der Städtischen Oper (Deutsches Opernhaus) Berlin tätig.

    Nach dem Zweiten Weltkrieg sang er seit 1947 hauptsächlich an der Wiener Staatsoper, mit deren Ensemble er auch in Holland und England zu Gast war. 1946-48 war er an der Staatsoper von München, 1948-50 an der Wiener Staatsoper engagiert, an der er in 30 großen Rollen (darunter 13mal als Tamino) auftrat; 1951-53 sang er an der Stuttgarter Staatsoper, 1952-53 und seit 1955 als Gast an der Städtischen Oper Berlin. Er gastierte am Teatro Comunale Florenz (1949 als Belmonte in der »Entführung aus dem Serail«), an der Oper von Rom (1949 ebenfalls als Belmonte) und am Stadttheater von Basel (1951). Seit 1952 war er als Pädagoge tätig, trat aber noch bis 1964 als Liedersänger auf. Er wirkte auch in einigen Filmen mit (u.a. »Der Weg ins Freie«, 1941 mit Zarah Leander). Zu seinen Bühnenpartien zählten der Don Ottavio im »Don Giovanni«, der Idamante in »Idomeneo« und der Belfiore in »La finta giardiniera« von Mozart, der Fenton im »Falstaff« von Verdi, der Matthias im »Evangelimann« von W. Kienzl, der Châteauneuf in »Zar und Zimmermann« von Lortzing, der Hans in Smetanas »Verkaufter Braut«, der Ferdinand in »Flauto solo« von E. d'Albert, der Werther von Massenet, der George Brown in »La Dame blanche« (»Die weiße Dame«) von Boieldieu, die Titelrollen in »Hoffmanns Erzählungen« von Offenbach wie in »Fra Diavolo« von Auber, der Graf Almaviva im »Barbier von Sevilla«, der Herzog im »Rigoletto«, der Alfredo in »La Traviata«, der Pinkerton in »Madame Butterfly«, der Danilo in der »Lustigen Witwe« und der Barinkay im »Zigeunerbaron«.

    Sehr große Erfolge hatte er bei den Festspielen von Salzburg, vor allem als Mozart-Interpret; er sang dort 1948 den Belmonte, 1949-50 den Tamino, 1949 das Tenorsolo in Beethovens 9. Sinfonie. Glanzvolle Konzert-Tourneen führten den vor allem als Liedersänger bekannten Künstler bis nach Südamerika. 1955 folgte er einem Ruf als Professor an die Berliner Musikhochschule. Mit 60 Jahren nahm er dann aber nochmals das seinerzeit unterbrochene Medizinstudium auf und legte 1969 sein ärztliches Staatsexamen ab. 1971 promovierte er an der Freien Universität Berlin mit der Dissertation »Musik und Medizin, Musik und Mediziner« zum Dr. med. Er war dann als Arzt in einem Sanatorium im Odenwald, später in Lahr in Südbaden tätig. - Lyrische Tenorstimme von nuancenreichem Ausdruck und feinem Stilgefühl, vor allem als Mozartsänger bedeutend.

    Schallplatten: HMV (erste Aufnahmen bereits während seiner Schweriner Zeit, 1932), Polydor (seit 1939, hier Tenorsoli im Mozart-Requiem, in der Matthäuspassion und in Beethovens 9. Sinfonie), Columbia (Mozart-Arien), Urania (»Lustige Weiber von Windsor«), Decca (»Entführung aus dem Serail«), DGG (»Zar und Zimmermann«, »Jahreszeiten«, »Entführung aus dem Serail«), Melodram (Verdi-Requiem), Discocorp (»Zauberflöte«, Salzburg 1949), Preiser (Tamino in der »Zauberflöte«), DGG (Soloaufnahmen und Duett Azucena-Manrico aus dem »Troubadour« mit Elisabeth Höngen), VEB Eterna, Mercury, Koch/Schwann (Titelrolle im »Oberon« von Weber, Berlin 1937), Mitschnitte von Radiosendungen des Senders Stuttgart.

    Zusammengestellt nach: Kutsch/Riemens, Sängerlexikon




    Here I start with a series of recordings of the German tenor Walther Ludwig. He got famous as a Mozart singer at the Städtische Oper Berlin, where he came to in 1932. After the war he made a few LPs with Lied recordings, which are not easy to find but are unjustly forgotten today. His style is or better seems simple, but to my opinion his interpretations are true art, even if they sometimes sound a little bit musty and stuffy. Or is it just my prejudice with recordings from the fifties? Judge for yourself with the "Schöne Müllerin", accompanied by Michael Raucheisen. It was recorded 1952 (see comment by Tin Ear). The Schumann songs which are mentioned on the picture of the record cover will follow later.


    DOWNLOAD MP3


    PS. I cannot offer this recording as FLAC, but in the future I will process the other Ludwig records as Wave-Files before changing them to MP3 so it will be easier to supply FLAC if you want it...


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    "Vergessene Operette" war der Titel einer Rundfunksendung aus der Serie "Schellack-Schätzchen", die im Dezember 2011 im Westdeutschen Rundfunk (WDR 4) gesendet wurde. Sie brachte Aufnahmen aus Wiener Operetten, die ausnahmslos ihre Premieren vor 1906 hatten und heute meist völlig vergessen sind. Der Sender WDR hat in der Vergangenheit immer wieder das Andenken von Sängern von damals wachgehalten und historische Aufnahmen gesendet. Noch vor ca. 15 Jahren gab es viele Gedenksendungen und eine Sendereihe "Resonanzen", die regelmäßig Sängerportraits brachte. In den letzten Jahren wird es, passend zum Tempo der Zeit, immer weniger. Die genannte Sendung war jedoch eine seltene Ausnahme und sehr gelungen. Ich habe sie mitgeschnitten und möchte sie nun hier präsentieren. Der Autor der Sendung gab mir die diskografischen Angaben, so dass hier im Vergleich zur gesendeten Fassung noch ein Mehrwert für den Sammler gegeben ist.


    Leider kenne ich mich wenig mit Operette aus, weil ich diese Gattung in der Vergangenheit nie sehr geschätzt habe. Ich fand die aufgesetzte Fröhlichkeit, die gurrenden Soubretten und das ständige Alkoholtrinken und Tanzen im Dreivierteltakt nervig und hörte lieber Wagner oder Beethoven-Sonaten. Mittlerweile kann ich das Genre jedoch mehr schätzen. Dies liegt auch daran, dass die frühen Aufnahmen uns einen Rückblick in die Zeit geben, in der sie entstanden sind, und zeigen, wie die Leute damals dachten, fühlten, lebten und feierten. Ich glaube, dass die Operette eine Art Massenvergnügen war, dessen Niedergang ziemlich genau dann einsetzte, als die Leute anfingen, ins Kino zu gehen. Dass die Operette im Deutschland der 50er und 60er Jahren wieder sehr geschätzt wurde, hat sie mir verdächtig gemacht, und ich habe beobachtet, dass viele bürgerliche Deutsche die ständigen Sonntagskonzerte mit Operettenmusik genauso konsumierten wie Schlager: als Möglichkeit, aus dem Alltag und einer politisch engen Welt in ein Traumland zu fliehen, das in der (späten) Nachkriegszeit völlig anachronistisch war.


    Wie immer man dazu steht, die Aufnahmen sind faszinierend und teilweise sogar politisch. Sie führen uns zurück in eine Welt, die es heute nicht mehr gibt. Zuletzt sei noch daran erinnert, dass viele jüdische Künstler, die am Aufstieg und Erfolg der Operetten beteiligt waren, später verfolgt und ermordet wurden.


    Auf der Liste sind in der Regel sowohl das Jahr der Erstaufführung der Operette angegeben als auch das Aufnahmejahr. Manchmal ist beides identisch. Die Ansagen sind ebenfalls mitgegeben. Wenn sie stören, kann man sich mit wenig Mühe eine bereinigte Playlist zusammenzustellen, indem man die Tracks mit den Ansagen weglässt. Andererseits bekommt man eine Menge interessanter Informationen, die anderweitig nicht leicht zu finden sind.




    Vergessene Wiener Operette (Uraufführungen vor dem 1. WK)

    Sendung vom WDR Dez. 2011
    1. Intro

    2. Die Mizzi und der Jean (Wien bei Nacht – Jos. Helmesberger jun.) – Mizzi ZWERENZ und Arthur GUTTMANN (1905) G&T 44464 (6627 3/4 b)

    3. Ansage

    4. Reporterlied (Fatinitza  (1876) Franz von Suppé) – Louis TREUMANN (Tenor), Alfred Grünfeld (Klavier) (1903) G&T 2-42577 (755 z)

    5.  Ansage

    6. Entrée des Ottmar (Die sieben Schwaben (1887)- Carl Millöcker) Karl STREITMANN (Tenor) 1907 Favorite 1-25261 (3877-o-)

    7. Ansage

    8. Matrosenlied (Der arme Jonathan (1890) – Carl Millöcker) - Karl MEISTER (Tenor) Odeon 1905 Odeon 38179 (Vx 708)

    9.  Ansage

    10. Der Bureaukrat thut seine Pflicht (Der Obersteiger -Karl Zeller)  Alfred HAUCK (Tenor) 1903 G&T 2-42681 (1144 z)

    11.  Ansage

    12. Colibri-Terzett (Der Lebemann (1903) - Alfred Grünfeld) – Dora KEPLINGER, Frl. ORTMANN, Mizzi SWOBODA, Alfred Grünfeld, Klavier 1903 G&T 44207 (737 1/2 z)

    13. Ansage

    14. Ich bin ein Weiber‘l, ein herzig’s Täuberl (Der Generalkonsul  (1904)  - Heinrich Reinhardt) – Gusti FÖRSTER (Sopran), Oscar BRAUN (Tenor), Orch. Ltg. Bruno Seidler-Winkler G&T 44453   (2521 L)
    15. Ansage

    16. Siegfried-Walzer (Die lustigen Nibelungen (1904)- Oscar Straus) – Willy BAUER (Tenor) 1906 Odeon 25736 (Vx 1403)

    17. Ansage

    18. Quintett (Die Juxheirat (1905) - Franz Lehar) – Mila THEREN, Philla SIEGMANN-WOLF (Sopran), Karl MEISTER, Carlo BÖHM, Alexander GIRARDI (Tenor) G&T 044051 (447 1/2 c)

    19. Ansage

    20. Bettler-Duett (Vergelt’s Gott (1905)- Leo Ascher)  Mizzi GÜNTHER (Sopran), Louis TREUMANN (Tenor)  G&T 2-44084 (4168 L)

    21. Marsch-Duett (Vergelt’s Gott (1905)- Leo Ascher)  Mizzi GÜNTHER (Sopran), Louis TREUMANN (Tenor) G&T 2-44119 (4169 L)

    22. Ansage

    23. Nun lachst Du mir wieder, flüchtiges Glück - Walzerlied des Suleiman (Tausendundeine  Nacht (1906) Johann Strauss, bearb. Ernst Reiterer) – Oscar BRAUN (Tenor) 1906 Lyrophon 432 (432-I)

    24. Ansage

    25. Gassenbubenlied (Künstlerblut (1906)- Edmund Eissler) - Mizzi ZWERENZ (Sopran), Alexander GIRARDI (Tenor) G&T 2-44154 (8973 u)

    26. Frisches Seemannsblut (Die Geisha (1896) - Sidney Jones) - Fritz WERNER (Tenor) Odeon A. 43305 (xBo 3042) 1909 (unvollständig/incomplete because of end of broadcast)

    27. Bonus Track from my collection: Schwips-Duett  (Wien bei Nacht – Jos. Helmesberger jun.) – Mizzi ZWERENZ und Arthur GUTTMANN (1905) G&T 44465 (6628 b), Reverse side from No. 2







    Here you find a braodcasting from German radio (WDR) about "Forgetten (Viennese) Operetta". It includes only recordings from 1903 to 1909, often with creator records. In the list the date of the premiere is given just as the year of the recording. In some cases both are identical.

    Below you find two chosen biographies of featured artists of whom I had a photo in my collection. Some of the jewish artists, just like Louis Treumann and probably Oscar Braun and Gusti Förster, were murdered in a concentration camp.





    Treumann, Louis, Tenor, * 1.3.1872 Wien, † Juli 1944 (?) Theresienstadt; eigentlicher Name Ludwig Politzer. Er sollte ursprünglich Kaufmann werden, interessierte sich jedoch leidenschaftlich für das Theater und ging 1889 als Inspizient nach Laibach (Ljubljana). 1890-91 war er Chorist am Carl Schultze-Theater in Hamburg und trat dann nacheinader als Solist am Theater von Freiberg i. Sachsen (1891-93), am Stadttheater Heilbronn (1893-94), am Theater von Pilsen (Plzen, 1895-97), am Theater von Salzburg (1896-97) und am Theater von Graz (1897-98) auf. Als er in Graz engagiert war, entdeckte ihn der Direktor des Wiener Carl-Theaters Jauner und holte ihn 1899 an dieses Haus. Hier hatte er bis 1905 in einer Vielzahl von Operetten als Bonvivant und Charakterkomiker große Erfolge, wurde aber auch stets wegen seiner stimmlichen Begabung bewundert. Seine bekanntesten Rollen waren zu dieser Zeit der Josef in »Wiener Blut« von Johann Strauß (den er 1899 am Carl-Theater in der Uraufführung sang), der Wolf Baer Pfefferkorn in »Der Rastelbinder« und der Sosias in »Der Göttergatte« von Lehár, die er beide in den Uraufführungen dieser Operetten 1902 bzw. 1904 kreierte. 1901 wirkte er auch am Carl-Theater in der Uraufführung der Operette »Das süße Mädel« von Heinrich Reinhardt, 1904 in der von C.M. Ziehrers »Der Schätzmeister« mit. Weiter sang er in Millöckers »Bettelstudent«, in »Die Geisha« von S. Jones, im »Opernball« von Heuberger und in vielen anderen Operetten. Seine Karriere erreichte ihren Höhepunkt, als er am 30.12.1905 am Theater an der Wien in der Uraufführung der »Lustigen Witwe« von Lehár als Partner von Mizzi Günther die Partie des Danilo sang. 1905-08 war der Künstler am Theater an der Wien engagiert, 1909-11 am Johann Strauß-Theater in der österreichischen Metropole. Er wirkte in Wien in weiteren Operetten-Uraufführungen mit, so in »Die drei Wünsche« von Carl Michael Ziehrer (9.3.1901 Carl-Theater), »Die Dollarprinzessin« von Leo Fall (2.11.1907 Theater an der Wien), »Das Fürstenkind« von Lehár (7.10.1909 Johann Strauß-Theater), »Eva« von F. Lehár (24.1.1911 Theater an der Wien) und »Der kleine König« von E. Kálmán (23.11.1912 Theater an der Wien), dazu in weiteren Operetten von E. Eysler, M. Ziehrer und Leo Ascher. Am 27.7.1907 sang er am Hoftheater von Mannheim in der Uraufführung der Operette »Der fidele Bauer« von Leo Fall. 1914 übernahm er die künstlerische Direktion des Tivoli-Theaters in Bremen, 1916 war er in Berlin anzutreffen. Nach Kriegsende wurde trat er 1920-21 am Apollo-Theater in Wien auf und war dann wieder Mitglied des Carl-Theaters, wo er jetzt in »Die schöne Saskia« von Nedbal und in »Die Bajadere« von Kalmán (1922) großen Erfolg hatte. 1925 zu Gast in Zürich, 1926 letztmals in Wien am Carl-Theater in der Operette »Die Bojarenbraut« von Willi Engel- Berger zu hören. Während der Saison 1930-31 trat er nochmals am Berliner Metropol-Theater auf. In den dreißiger Jahren geriet der Sänger allmählich in Vergessenheit; seine jüdische Abstammung wurde ihm nach 1938 zum Verhängnis. Der hochbetagte Künstler wurde in das Getto Theresienstadt verschleppt, wo er wahrscheinlich im Juli 1944 umgekommen ist.


    Schallplatten: Auf G & T sind fünf Duette mit Mizzi Günther überliefert, zwei aus der »Lustigen Witwe«, zwei aus »Eva« von Lehár, eins aus dem »Rastelbinder«. Insgesamt existieren über 40 Aufnahmen von seiner Stimme auf G & T, Zonophone (Wien, 1902), Odeon, HMV (hier auch noch elektrische Aufnahmen) und Polydor.

    [Lexikon: Treumann, Louis. Kutsch/Riemens: Sängerlexikon, S. 24453 (vgl. Sängerlex. Bd. 5, S. 3511 ff.) (c) Verlag K.G. Saur]






    Meister, Karl, Tenor, * 1875 (?) Frankfurt a.M., † (?); er war zuerst als Küfergeselle tätig, begann daneben aber die Ausbildung seiner Stimme und wurde kurz vor der Jahrhundertwende als Chorist am Stadttheater von Kiel angestellt. Sein Solistendebüt erfolgte 1900 beim Operettentheater im Englischen Garten in Wien, und für die Saison 1900-1901 war er dann am Wiener Carl-Theater engagiert. Ein Kontraktbruch mit diesem Theater verursachte große Schwierigkeiten für ihn, denen er sich durch die Teilnahme an einer Operetten-Tournee durch Rußland 1901-02 entzog, wobei es auch zu Auftritten in St. Petersburg kam. In den Jahren 1902-08 war er am Theater an der Wien tätig; hier wirkte er in mehreren Operetten-Uraufführungen mit, darunter »Bruder Straubinger« von Edmund Eysler (1903, womit eigentlich das »Silberne Zeitalter der Wiener Operette« begann), »Wiener Frauen« von Franz Lehár (1902), »Die lustige Witwe« (1905 als Camille de Rossillon) und »Der Fremdenführen« von C.M. Ziehrer (1902). Bereits 1901 hatte er am Carl-Theater in der Uraufführung einer weiteren Operette von Ziehrer, »Die drei Wünsche«, gesungen. Er gastierte als Opernsänger am Opernhaus von Brünn (Brno) 1904 als Lohengrin, 1905 als Walther von Stolzing in den »Meistersingern«. 1908-10 war er am Carl Schultze- Theater Hamburg im Engagement, 1911-12 am Berliner Theater des Westens. Als Gast hörte man ihn am Deutschen Theater Brünn (Brno, 1905), am Deutschen Theater Prag (1907), am Central-Theater Dresden und am Theater am Gärtnerplatz in München. Gelegentlich trat er auch als Opernsänger in Erscheinung, so etwa als Lyonel in Flotows »Martha«. Zu Beginn der zwanziger Jahre leitete er das Theater von Wiener Neustadt, wo er auch noch als Sänger auftrat.

    Schallplatten: Schleiffelder-Zylinder (Wien 1900), G & T (Wien 1904-06), Pathé (Wien 1905), Columbia (Wien 1906), HMV, Zonophone, Beka, Favorite, Homochord, Odeon, Parlophon.

     [Lexikon: Meister, Karl. Kutsch/Riemens: Sängerlexikon, S. 16163 (vgl. Sängerlex. Bd. 3, S. 2315 ff.) (c) Verlag K.G. Saur]




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    Even if this is a blog for historical recordings, I am a listener of classical music in general, too. I once wrote about my findings on the web, and it became the most popular and mostly read posting in my blog. As there are many people in search of sources for fine music, I like to make a little update now, because on the web everything changes rapidly, and blogs that were available yesterday may not exist anymore tomorrow. The reason is the struggle between those, who think that every music should be available to everyone for free and those, who earn their money with selling this music. This last group is reinforced by lawyers and attorneys who earn their money with prosecuting people who try to make music available to erveryone. These lawyers force filehosters to close accounts of bloggers or bloghoster to close blogs. But - there is still a growing group of music-sharers who make CDs available to erveryone, and so for every closed blog anywhere another blog is born. The problem is only to find them - and here maybe I can give some help.

    For me the quailty of a music offering blog depends much on the quality of the fileserver from which the music can be downloaded by the user. Uploading is free of coasts normaly and downloading should be free of coasts, too. There are some blogs who use fileservers which force you to go through many advertisements and menues where you mostly cannot find the way to the download. All fileservers want to sell you an "upgrade" through which you can get easier and faster to the files you desire. But there are still some which are rather good and free of costs. I use Zippyshare in my blog after having witnessed that MediaFire blocked recordings that indeed were copyright-free with no justification. But maybe the time for Zippyshare is over soon, too, because in the beginning Zippyshare was fast and nearly free from advertisements. By now, with growing popularity, more and more (even porno-) ads or nerving pop-up-windows appear there when you download a file as a user.

    But now to the classical music blogs I recommend:

    The best one at the moment is http://radiomelasudas-beaumarchais.blogspot.de/ made by Beaumarchais from Spain. Here you find a real big reservoir of recordings - by now more than 10.000 CDs. He uses mostly Zippyshare, the files are well tagged most of the time, the covers are in the downloaded folders, and everything is pleasing and fine. There is sometimes mainstream material like Beethoven Symphonies, but if you are looking for some unusual composers or collected works, you will find it there especially. You can send him an Euro via Paypal (like I once did, too), if you want to honour his fanatical work, or leave a comment (every Blogger is pleased about commentaries!!!!), but you don't have to.  Great recommondation!

    Some findings in the last time which I liked very much:





    The next one is also very good, with a great focus on vocal recordings. It is http://afinatusoidos.blogspot.de/
    with by now about 1000 recordings. He has the best filehoster - it is 4shared: No download restrictions, no advertisements, very fine and easy. This will be the next file hoster I try - if it does not change in the next time  like once Zippyshare did (I am still waiting and cannot believe that this one is so easy- and ask if it is save for the uploaders! Is there anyone who made bad experiences with 4shared? Please write a comment!). El Humilde Campesino, who makes this blog, not always includes tags or cover scans with the MP3-datas from rare CDs not included in freedb, so you sometimes have a bit work of identifying and tagging your downloads. But you can find some real rarities there! So look into the downloaded MP3s if  the tracks are tagged, and if not: copy the picture of the CD cover from the article so that you can identify the recordings later. As I experienced it is often not easy searching a record cover of a CD you downloaded a few months ago, so keep more order with your files than me!

    Some findings in the last time for me as a vocal collector:





    Another great blogs which is using 4shared is C-o-l-o-r-a-t-u-r-a-s Here you find especially fine opera recordings, also very new ones...



    The blog http://la-castafiore.blogspot.de/ is also very fine and up to date. You'll find here, for example Jonas Kaufmann's new Wagner Album or Carlos Kleibers Tristan, easily downloadable from 4 shared.


    A new blog in the last time which is very promising for opera fans is http://abendempfindung.blogspot.de/ :
    a fine taste, good articles, fine singers and also very easy downloads with 4shared!

    These are my most important blogs. Other classical blogs like http://bayreuthclassical.blogspot.de/ have a fine repertoire but use providers, where you only can download one file every three hours. If you really are interested in their repertoire, you are forced to buy an upgrade from the filehoster, and so the download is not really free. Blogs like these (and there are many of them who maybe even earn money cooperating with providers who honour it when you only offer the downloads for paying premium customers) are not featured on this list.

    Another big blog which is a bit like a labyrinth and not always easy to find your way through is http://meetinginmusic.blogspot.de/ There are many uploaders and a huge repertoire, and when I downloaded something some time ago it was not as easy as the blogs mentioned before, but it was OK.

    At last: a special case are blogs where old vinyl recordings are restoreed and offered for download. This is a bit special and not for the usual classical consumer, but if you like it, here are a few:


    http://yayosalvaclasicos2.blogspot.de/
    http://satyrlp.blogspot.de/
    http://themusicparlour.blogspot.de/
    http://leblogdephilopera.blogspot.de/ (a recently found blog with many fine opera recitals from the 50ies and 60ies from original LPs)

    Drop me a line or write a comment if you have other hot links!

    ***

    Oben stehen ein paar links für empfehlenswerte Klassik-Blogs. Die Freude am Blog für den Leser und Nutzer steht und fällt mit der Qualität des Filehosters, bei dem man die Dateien herunterladen kann. Z.Zt. scheint mir 4shared der beste Dienst für die Nutzer zu sein (parallele Downloads erlaubt, nur 20 Sekunden Wartezeit, kein Captcha, wenig Werbung, bisher keine Dateiblockaden etc.), und viele der oben genannten Blogs arbeiten damit zusammen. Ich bin gespannt, ob 4shared auch demnächst anfängt, im Namen der vermeintlichen oder tatsächlichen Copyright-Wahrung Dateien zu blockieren oder auszuschließen! Falls nicht, wäre das mein bevorzugter Downloadpartner für die Zukunft, aber ich kann es noch nicht so recht glauben, dass es dort wirklich besser zugeht....


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    Hulda Lashanska - Portrait



    Heute präsentiere ich ein Victor-Album mit vier 25cm-Platten mit Liedaufnahmen von Hulda Lashanska. Hulda Lashanska wurde 1893 in New York geboren und war Schülerin von Marcella Sembrich. Sie debütierte ca. 1909 und beendete ihre aktive Karriere 1937, um dann als Pädagogin zu wirken. Sie trat nur in Konzerten und Liederabenden auf und betrat nie eine Opernbühne. Die Aufnahmen auf dem Album stammen vom Ende der 30er-Jahre. Laut CHARM erschien die Schubert-Platte im Dezember 1939. Über die anderen drei Platten konnte ich nichts in Erfahrung bringen. Die Matritzennummern sind auf den Platten, wie oft bei Victor, nicht zu erkennen. Die Aufnahmen erschienen auch in der DA-Serie der HMV. Hierüber habe ich aber ebenfalls keine Daten.


    Hulda Lashanska studierte nicht nur Gesang, sondern auch Klavier



    Hier die Playlist:

    Hulda Lashanska - A Lieder Recital

    1. Auf dem Kirchhofe (Brahms)
    2. Die Mainacht (Brahms)
    3. An die Musik (Schubert)
    4. Des Mädchens Klage (Schubert)
    5. Die Nacht (Richard Strauss)
    6. Ruhe, meine Seele (Richard Strauss)
    7. Verborgenheit (Hugo Wolf)
    8. Das verlassene Mägdelein (Hugo Wolf)

    Hulda Lashanska - Sopran
    Elsa Fiedler - Piano
    Victor Set M 612 (four 10-inch records 2025 - 2028)
    rec. ca. 1939


    DOWNLOAD
    (includes cover scans and booklet with song texts)

    Der Text des Liedes "Des Mädchens Klage" ist im Booklet nicht vollständig abgedruckt. Da es ein recht unbekanntes Lied ist, hier der volle Text:

    Des Mädchens Klage (Schiller)




    Der Eichwald braust, die Wolken zieh'n,
    Das Mägdlein sitzt an Ufers Grün,
    Es bricht sich die Welle mit Macht, mit Macht,
    Und sie seufzt hinaus in die finstre Nacht,
    Das Auge von Weinen getrübet.

    "Das Herz ist gestorben, die Welt ist leer,
    Und weiter gibt sie dem Wunsche nichts mehr,
    Du Heilige, rufe dein Kind zurück,
    Ich habe gelebt und geliebet!"

    Es rinnet der Tränen vergeblicher Lauf,
    Die Klage, sie wecket die Toten nicht auf;
    Doch nenne, was tröstet und heilet die Brust
    Nach der süßen Liebe verschwund'ner Lust,
    Ich, die Himmlische, will's nicht versagen.

    "Laß rinnen der Tränen vergeblichen Lauf,
    Es wecke die Klage den Toten nicht auf!
    Das süßeste Glück für die trauernde Brust,
    Nach der schönen Liebe verschwund'ner Lust,
    Sind der Liebe Schmerzen und Klagen."



    Stricken konnte sie auch...



    In the booklet there is also a short biographical scetch of Lashanska:





    Das Sängerlexikon schreibt:

    Lashanska, Hulda, Sopran, * 12.3.1893 New York, † 1974 New York; ihre Familie war russisch-jüdischer Abstammung. Sie studierte zuerst Klavierspiel und Gesang am Institute of Musical Art New York bei Frieda Ashford, dann war sie während zwei Jahren Schülerin der berühmten Sopranistin Marcella Sembrich, die sie für ihre begabteste Schülerin hielt. Nach ihrem ersten New Yorker Konzert 1909 studierte sie noch für zwei Jahre in Europa. Dort trat sie nur zu Beginn ihrer Karriere 1909-10 in einigen Konzerten auf, sonst beschränkte sich ihr künstlerisches Wirken ganz auf Nordamerika. 1911 kam sie in einem von ihrer Lehrerin Marcella Sembrich arrangierten Konzert in der New Yorker Aeolian Hall zu einem sensationellen Erfolg und leitete damit eine große Konzertkarriere ein. Anschließend gab sie glanzvolle Konzerte mit dem New York Symphony Orchestra unter Walter Damrosch. 1913 unterbrach sie nach ihrer Heirat ihre Karriere, nahm diese aber 1915 wieder auf. 1918 hatte sie einen ihrer größten Erfolge, als sie in einem Sunday Night Concert der Metropolitan Oper New York auftrat. Man verglich immer wieder ihre Sopranstimme mit der der unvergessenen Alma Gluck. In der Saison 1919-20 mußte sie nochmals kurz ihre Karriere unterbrechen, eilte dann aber in den Konzertsälen der USA wieder von Erfolg zu Erfolg. Die Bühne hat sie nicht betreten. Noch 1936 gab sie mehrere glanzvolle Konzerte zusammen mit den New Yorker Philharmonikern unter Willem van Hoogstraten und John Barbirolli. Seit 1937 wirkte sie als Pädagogin.

    Von ihrer dunkel timbrierten, überaus ausdrucksvollen Stimme existieren Schallplattenaufnahmen auf Columbia und Victor (hier Duette mit Paul Reimers von 1927, sodann Lieder von Schubert, J. Brahms, Hugo Wolf und Richard Strauss). 1940 erschienen auf Victor nochmals Duette mit der Altistin Kerstin Thorborg, auf denen sich die Stimme der Sängerin in ihrer ganzen Schönheit präsentiert.


    [Lexikon: Lashanska, Hulda. Kutsch/Riemens: Sängerlexikon, S. 13839 (vgl. Sängerlex. Bd. 3, S. 1998 ff.) (c) Verlag K.G. Saur]


    ...ebenso wie Kaffee kochen!


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    Hans Duhan als Figaro im Barbier von Sevilla


    Auf Wunsch eines Lesers und auch zu meiner Freude biete ich hier die akustischen Aufnahmen von Hans Duhan an, der ja in diesem Blog schon mit der "Schönen Müllerin" vertreten ist. (Achtung! Die "Winterreise" mit ihm wird immer noch dringend gesucht! Wer kann helfen?) Die Aufnahmen erschienen auf einer Preiser-LP. Ich kaufte Sie mir 1992, als der baldige Tod der Langspielplatte vorausgesagt wurde. Die darauf zu hörenden Aufnahmen sind als Schellackplatten sehr selten und geben ein gutes Bild von den Fähigkeiten von Hans Duhan ab. Interessant ist auch die kritische Würdigung des Sängers von Dr. Anton Odelga auf dem Plattencover, geschrieben aus der Kenntnis eines regelmäßigen Wiener Opernbesuchers. Er berichtet, dass die Stimme von Hans Duhan bereits nach kurzer Zeit der aktiven Sängerlaufbahn aufgrund von Überanstrengung einen "Schatten" oder Schleier bekam, der zeitweise den Sänger am Auftreten hinderte. Wenn man seine Aufnahmen hört, bemerkt man öfter etwas Rauhes in der Stimme, das man auch für eine Folge der unzureichenden Aufnahmemöglichkeiten der damaligen Zeit halten könnte. Es ist aber offensichtlich so, dass die Stimme von Hans Duhan einen Schaden genommen hatte, von dem er zeitlebens eingeschränkt wurde. Zuletzt sang er nur noch kleinere Partien, war an der Wiener Oper aber unentbehrlich als Spielleiter, Regisseur und sogar als Dirigent. Er zeichnete sich immer aus als ein Vollblut-Musiker mit Geschmack, Geschick und Kenntnis und später noch als Lehrer. Leider lassen sich nur wenige Fotos von ihm finden.

    Duettpartnerin bei zwei Aufnahmen ist Maria Gerhart, die nur wenige Aufnahmen hinterlassen hat. Ihre Biografie aus dem Sänger-Lexikon findet sich unten.

    Hier sind die Aufnahmen:





    DOWNLOAD MP3











    Quelle: http://www.biographien.ac.at/oebl_1/103.pdf





    Maria Gerhart

    Maria Gerhart als Königin der Nacht, Salzburger Festspiele 1928



    Gerhart, Maria, Sopran, * 10.7.1896 Wien, † 30.11.1975 Wien; sie wurde ausgebildet am Konservatorium der Stadt Wien bei Irene Schlemmer-Ambros. Sie debütierte in der Spielzeit 1917-18 an der Wiener Volksoper, sang dann 1919-20 an der Staatsoper Berlin, 1920-22 am Deutschen Theater in Prag und 1922-23 an der Oper von Frankfurt a.M., an der sie später noch oft zu Gast war. Im Jahre 1923 wurde sie an die Wiener Staatsoper berufen, an der sie bis 1939 mit glänzenden Erfolgen auftrat. 1924 Gastspiel mit dem Ensemble der Wiener Staatsoper in Amsterdam, wobei sie als Zerbinetta in »Ariadne auf Naxos« brillierte. Man feierte die Künstlerin seit 1926 bei den Festspielen von Salzburg, u.a. als Konstanze in Mozarts »Entführung aus dem Serail« (1926), als Zerbinetta in »Ariadne auf Naxos« von R. Strauss (1926) und als Fiordiligi in »Così fan tutte« (1928), vor allem aber in ihrer besonderen Glanzrolle, der Königin der Nacht in der »Zauberflöte« (1928 und 1931-33). Gastspiele führten sie nach London und Berlin, nach Paris und Brüssel, nach Mailand und München, an das Deutsche Theater von Brünn (Brno, 1927), an das Stadttheater von Basel (1931) und an die Oper von Rom, an der sie 1935 mit großem Erfolg die Zerbinetta sang. 1939 nahm sie an der Wiener Staatsoper als Gilda im »Rigoletto« von der Bühne Abschied. Aus ihrem Repertoire für die Bühne sind nachzutragen: die Lucia di Lammermoor, die Norina im »Don Pasquale«, die Leonore im »Troubadour«, die Traviata, die Butterfly, der Page Oscar im »Maskenball« von Verdi, die Titelrolle in Flotows »Martha«, die Marguerite de Valois in den »Hugenotten« von Meyerbeer, die Madeleine im »Postillon de Lonjumeau« von Adam, die Fiakermilli in »Arabella« von R. Strauss, die Marguerite im »Faust« von Gounod und der Ighino in »Palestrina« von Hans Pfitzner. Große Konzert- und Oratoriensängerin; sie zeichnete sich vor allem bei den Mozart- und Domkonzerten der Salzburger Festspiele aus. Seit 1947 bekleidete sie eine Professur an der Wiener Musikakademie. Sie war verheiratet mit dem Dirigenten Rudolf Geschwandter. - Unter den Koloratursopranistinnen ihrer Zeit durch die Brillanz der Technik und die Spontaneität der Stimmführung ausgezeichnet.

    Relativ seltene akustische Odeon-Platten, darunter auch ein Duett mit Hans Duhan aus »Figaros Hochzeit«. 1984 erschien auf der dänischen Marke Danacord eine elektrische Aufnahme der Sängerin, die Arie der Königin der Nacht aus der »Zauberflöte« (aus einer Sendung von Radio Kopenhagen von 1931). Auf Koch/Schwann kamen Archivaufnahmen aus der Wiener Staatsoper heraus (u.a. als Sophie in Ausschnitten aus dem »Rosenkavalier«).
    [Lexikon: Gerhart, Maria. Kutsch/Riemens: Sängerlexikon, S. 8779 (vgl. Sängerlex. Bd. 2, S. 1305 ff.) (c) Verlag K.G. Saur]


    Zuletzt noch der Text eines Artikels über Hans Duhan aus einem Programmheft der Wiener Oper aus dem Jahre 1928. Das Original kann man sich in meinem anderen Blog "Oper auf Papier" anschauen.

    HANS DUHAN

    Von THEO FELDMANN


    Mancher Stadt- und Altersgenosse denkt oft und gern der sommerlichen Ferienkolonie am Hallstättersee, wo der Sopran Hans Duhan den Chor verschönte und allmählich von sich reden machte. Winterüber konnte man ihn zu sonntägigen Messen der Erdberger Pfarrkirche singen oder Pauke schlagen hören. Duhan ist von den Musikantennatureu, denen absolutes Gehör, Kontrapunkt und unbändige Lust am tönenden Werk aus der Atmosphäre anfliegt.


    Es ist etwa ein Dutzend Jahre, seit Hans Gregor den jungen Bariton an unsere Oper geholt hat - aus Troppau, wo sich Duhan im weiten „Fach" seiner Stimmlage freisingen durfte, das in Wien kaum jemals so verwaist war wie zu Kriegsbeginn. Weidemann freilich, teures Vermächtnis aus der Mahlerschen Heroenzeit, wuchtete noch in Wagners Bezirken; aber Demuth, der Unvergessliche, war dahin, Baklanoff feindlicher Ausländer, der „schwarze Bariton" Hofbauer abgewandert, Josef Schwarz desgleichen, gelegentlicher Ausflug der Buffos in die „höhere" Nachbarschaft wenig erfreulich.

    Duhan, der dreiundzwanzigjäbrige hotno novus, hatte es leicht und schwer zugleich. Damals fand sich aus ganz jungen Leuten und aus ganz alten ein Publikum zusammen, aus spröd-kritischen also, für die Vergangenes immer auf Kosten des Werdenden, Lebendig-Gegen­wärtigen Recht behielt, und aus sehr gläubigen, aufgeschlossenen, dankbaren, die sich nicht erst vom Kritiker beraten ließen, wer ihnen gefallen und etwas gelten dürfe. Die einen merkten mit Genugtuung, was er unterließ, die anderen hielten sich an das, was er tat und besaß. Er betrat die Bühne und war nicht zu übersehen, auch wenn sie noch so „vollgeräumt" war. Er sang und seine Stimme war ausgesendet, nicht zurückgeschluckt in den gähnenden Raum. Dieser lyrische Bariton hatte nach oben und unten die männlich-selbstverständliche Begrenzung seiner Lage". Der ihn sang, bewegte sich frei, von keiner Atem- und Einsatzbangigkeit gehemmt, war gültiger Partner in den Ensembles, Mensch noch in der künstlichsten Arienverschlingung. Man spürte, daß er das Werk kannte, nicht bloß die „Partie"; nie widerfuhr es, daß er in den Gesangspausen seiner Rolle unbeteiligt beiseite stand. Er brachte es fertig, daß nach dem berüchtigt abgedroschenen, den Werkelmännern längst zum Fraße hingeworfenen „Zarenlied" Lortzings eine echte, stille Ergriffenheit verwunden werden mußte, ehe der Beifall losbrach. So sehr überwuchs die durchseelte Stimme den gleichgültigen Spielopernanlaß. Oder im vierten Akt des „Maskenball": die große Arie Renatos, das von Virtuosen über alle Konzertpodien geschleifte Atembravourstück! Es gewann bei Duhan seinen dramatischen, seinen menschlichen Sinn zurück. Und Duhans Papageno! Andere mißtrauen der musikalischen Tragfähigkeit, weil die Hörer ja alles mitpfeifen können und etablieren sich - für Schikaneder und gegen Mozart - mit willkürlich verändertem Sprechtext, mit Lazzis und öden Kasperliaden neben der Musik. Auch Duhans Papageno wurzelt im wienerischen Nährboden der Gestalt. Er ist um nichts weniger heiter, aber er singt seine Arietten mit so viel Laune, daß man es bedauert, wenn er dann wieder auf die trockenere Kost bloßen Redens gesetzt ist.

    Nach dem Papageno, um die Einfühlungskraft und Spannweite seines Talentes darzutun, der Jochanaan in „Salome"! Den Be­quemeren, mit der Figurine Begnügten, liegt des Propheten Zisterne in einem besseren Jenseits, schon wenn sich der Vorhang über Narraboths ersten Takten hebt; bei Duhan erleben wir Anfechtung und Über­windung; qualvoll entringt sich ihm jenes: „Niemals, Tochter Ba­bylons . . . " .

    Zurück zu Mozart! Denn wir haben noch von seinem Almaviva zu sprechen (er hat ihn mit dem Bittnerschen Spielgrafen im „Musikant" reizvoll verdoppelt) und von Don Giovanni, den er endlich italienisch singen müßte; mit dem deutschen Text bleibt auch der Gewandteste auf halber Strecke liegen.


    Zwei Gestalten endlich, die er ganz sein Eigen nennen darf: der Legat Morone in Pfitzners „Palestrina", weltgeschichtlicher Anschauungs­unterricht mit Musik, Kapitel „Gegenreformation" und Hofmannsthal-Straußens Harlekin (Ariadne auf Naxos): feinste Artistik, zart-scheckige Heiterkeit mit fin de siecle-Trauerrand. — Der Papageno und dieser Harlekin: ein Gutteil Entwicklung der Komödie und der ganze weite Opernbogen liegt dazwischen; aus dem sinnlich-nahen Barock des achtzehnten Jahrhunderts kommend, mit der sehnsüchtigen Seele des zwanzigsten gesucht und wiedergefunden.              (ca. 1928)




    ***

    Here you find the transfer of an old Preiser-LP (LV 196) with the early recordings of Hans Duhan. The article on the LP-cover which is given here, too, says that Duhan had a voice damage from overexertion with his lyrical bariton voice that caused him to avoid more and more the larger roles and sing more comprimarii. This overshadowed the last twenty years of his career. There were better phases where he could sing a role like Falstaff and give Lieder recitals, but he also had to make pauses. As a trained musician he also worked as conductor or stage manager at the Vienna Oper.

    Above there is given another article about Duhan from 1928 from an opera program of the Vienna Oper. You can see it in full in my other blog: http://operaonpaper.blogspot.de/2013/06/wiener-oper-1928-1930-jonny-spielt-auf.html

    In two of the duets he sings with Maria Gerhart, who left only a few recordings.A few informations and two photos are shown above.


    DOWNLOAD MP3 (same as above)


    PS: I am still searching for a complete recording of his "Winterreise". Can anyone help?



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