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I have been collecting shellack and LP-records for about 40 years and like to listen to these historical recordings and live with them. And because it is more fun to communicate, I like to share my recordings and my musical taste with others. You can write me a comment or mail me at recordplayer78 (at) gmail (dot) com. Ich spreche Deutsch and speak English!

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    Eugenio Giraldoni Playlist

    1.  Christoforo Columbo (Franchetti): Notturno
         G&T 52401 (2819 b) Nov. 1902
    2.  Demon (Rubinstein): Non piangere (or: Deh, non plorar)
         G&T 52402 (2820 b) Nov. 1902
    3.  Tannhäuser (Wagner): O tu bel astro
         G&T 52403 (2821 b) Nov. 1902
    4.  Don Carlo (Verdi): Per me giunto (Aria della morte)
         G&T 52404 (2822 b) Nov. 1902
    5.  Herodiade (Massenet): Vision fuggitiva
         G&T 52405 (2823 b) Nov. 1902
    6.  Aida (Verdi): Quest‘assisa
         G&T 52406 (2824 b) Nov. 1902
    7.  Aida (Verdi): Ciel! Mio Padre! / Su dunque  (with Avelina CARRERA – Soprano)
         Fonotipia 74125/6  (xxPh 3713/14) rec. 12.II.1908 or 1.I.1908
    8.  Re di Lahore (Massenet): O casta fior
         Fonotipia 39444 (xPh 1510) rec. 12.I.1905 or 12.XII.1905
    9.  Demon (Rubinstein): Non piangere
         Fonotipia 39443 (xPh 1511) rec. 12.I.1905 or 12.XII.1905
    10. Otello (Verdi): Credo
          Fonotipia 39446 (xPh 1512) rec. 12.I.1905 or 12.XII.1905
    11. Otello (Verdi): Era e la notte
          Fonotipia 39445 (xPh 1513) rec. 12.I.1905 or 12.XII.1905
    12. Hamlet (Thomas): Brindisi - O vin, discaccia la tristezza
         Fonotipia 39536 (xPh 1514) rec. 12.I.1905 or 12.XII.1905

    All with Piano except No. 7 (with Orchestra)


    Heute möchte ich an den Bariton Eugenio Giraldoni erinnern, der in der Uraufführung der Oper „Tosca“ am 14.I.1900 die Rolle des Scarpia kreierte, neben der Tosca von Hariclea Darclée und dem Cavaradossi von Emilio de Marchi. Während letzterer ausser ein paar Fragmenten auf Mapleson-Zylindern keine Aufnahmen hinterlassen hat und von Hariclea Darclée nur einige sehr sehr seltene Platten existieren, ist Eugenio Giraldoni recht gut dokumentiert. So weit ich sehe, hat er aber keine Aufnahme als Scarpia hinterlassen. Ich habe eine alte LP aus den 70er-Jahren überspielt, die einige Aufnahmen von ihm zusammenstellt. Man hört eine angenehme und sonore, lebhafte Baritonstimme. Bei Wikipedia lese ich (auf Englisch), dass er eine starke Bühnenpräsenz hatte, aber nicht sehr subtil agierte. Die Aufnahmen von ihm finde ich geschmackvoll und hörenswert.

    Im Sängerlexikon findet sich folgendes über ihn:

    Giraldoni, Eugenio, Bariton, * 20.5.1871 Marseille, † 24.6.1924 Helsinki; er war der Sohn des berühmten Baritons Leone Giraldoni (1824-1897), der als einer der bedeutendsten Verdi-Interpreten seiner Epoche galt, und der Sopranistin Carolina Ferni (1839-1926), die eine Schülerin der großen Primadonna Giuditta Pasta gewesen war. Er hatte zunächst die Absicht, Ingenieur zu werden und begann dieses Studium am Polytechnikum in Mailand. Er brach es jedoch bald ab und entschloß sich zur Ausbildung seiner Stimme, die durch seine Eltern, in erster Linie durch seine Mutter, erfolgte. Debüt 1891 am Teatro Liceo von Barcelona als Escamillo in »Carmen«. Er hatte dann eine erfolgreiche Karriere an der Mailänder Scala, am Teatro Constanzi von Rom und an anderen großen italienischen Bühnen. Er kreierte am 14.1.1900 am Teatro Costanzi in der Uraufführung von Puccinis »Tosca« den Scarpia. Einige Monate später sang er die gleiche Partie bei der Premiere des Werks an der Scala. An der Scala sang er auch 1900 in der Premiere von Tschaikowskys »Eugen Onegin« und 1906 in der Uraufführung von »La figlia di Jorio« von Franchetti den Lazaro. 1904-05 Mitglied der Metropolitan Oper New York (Antrittspartie: Barnaba in »La Gioconda«). 1909 sang er in Buenos Aires, 1909-10 in Genf, 1910 in Kairo, 1913 am Théâtre des Champs Élysées Paris (als Titelheld im »Boris Godunow« von Mussorgsky). Er gastierte sehr viel in Italien und Rußland sowie in Südamerika. Er sang noch 1920 am Teatro Dal Verne in Mailand in der Uraufführung der Oper »L'Uomo che ride« von Arrigo Pedrollo. - Umfangreiche Baritonstimme von besonderer Tonfülle und Ausdrucksgewalt.

    Schallplatten: G&T (Mailand, 1902), Fonotipia, Odeon.

    [Lexikon: Giraldoni, Eugenio. Kutsch/Riemens: Sängerlexikon, S. 9004 (vgl. Sängerlex. Bd. 2, S. 1337 ff.) (c) Verlag K.G. Saur]


    [Nachtrag] Giraldoni, Eugenio; er trat häufig am Teatro Costanzi in Rom auf, erstmals 1897 als Barnaba in »La Gioconda« von Ponchielli, dann bis 1920 u.a. als Golo in »Pelléas et Mélisande«, als Gunther in der »Götterdämmerung«, als Vater in »Louise« von Charpentier und als Mephisto in »Damnation de Faust« von Berlioz. In den Jahren 1901-07 war er an den Opernhäusern von Moskau, Kiew und Odessa sehr erfolgreich. Am Teatro Carlo Felice in Genua hörte man ihn 1909 als Boris Godunow von Mussorgsky, den er auch 1911 am Teatro Comunale Bologna vortrug. Er gastierte 1898-1905 am Teatro de la Opera Buenos Aires, 1913 an der Opéra-Comique Paris (als Scarpia in »Tosca«), 1917 am Opernhaus von Rio de Janeiro. 1921 nahm er am Teatro Verdi von Triest als Vater in »Louise« seinen Bühnenabschied. Aus seinem 64 große Partien umfassenden Repertoire seien noch ergänzend der Jago in Verdis »Othello«, der Titelheld in dessen »Falstaff«, die Titelrolle in »Cristoforo Colombo« von A. Franchetti, der David in Mascagnis »Amico Fritz«, der König Raimondo in »Isabeau« vom gleichen Komponisten, der Nelusco in Meyerbeers »Africaine«, der Telramund im »Lohengrin«, die Titelfigur in Rubinsteins »Dämon« und der Gérard in »Andrea Chénier« von Giordano genannt.
    [Lexikon: Giraldoni, Eugenio. Kutsch/Riemens: Sängerlexikon, S. 9006 (vgl. Sängerlex. Bd. 6, S. 335) (c) Verlag K.G. Saur]



    This inscribed photo of Giraldoni was sold for 340 GBP on an auction in 2011

    Today I like to commemorate the baritone Eugenio Giraldoni, who sang the first Scarpia in 1900. He had a pleasant voice and his records are worth knowing. As they are very rare, I transferred an old LP from the 70ies with 12 of his recordings. He recorded for G&T in November 1902, just as de Luca, and later for Fonotipia in 1905 and after his return from Russia again in 1908 and even 1912. Seems like he also recorded for Odeon. CHARM gives two sources with different recording dates for the Fonotipia recordings. I have mentioned both of them in my Playlist above. You can read a bit about Giraldoni at Wikipedia, 



    but more important, you can listen to some of his recordings here: 


     PS. If you want to learn more about the interpretations of the Opera "Tosca", just read (and download) here:  Ipromesisposi about Tosca



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    Der Sänger, den ich heute vorstellen möchte, war einer der vielen jüdischen Künstler, die in den 30er Jahren Deutschland unfreiwillig verließen und in den USA eine, in diesem Fall bescheidene, Karriere machten. Das Besondere bei Ernst Wolff war, dass er nur als Liedsänger auftrat und sich bei seinen Liederabenden selbst am Klavier begleitete. Zwar mag er damit, wie im Kutsch/Riemens Sängerlexikon vermerkt ist, großen Erfolg gehabt haben, richtig populär wurde er aber wohl nie. Dazu war das Repertoire des deutschen Kunstliedes doch zu speziell und seine Stimme, ein hoher beweglicher Bariton, zu wenig spektakulär. Jedenfalls sind kaum Fotos von ihm zu finden, und die ca. 40 Platten, die er in den 30er-Jahren für Columbia gemacht hat, fanden keine weite Verbreitung und sind selten. Andererseits ist es auch kein Sänger, der vom Mainstream der Schellack-Sammler gesammelt wurde, so dass seine Platten vielleicht auch deshalb selten zu finden sind. 

    Ich stelle im folgenden ein paar Informationen über ihn zusammen, die ich gefunden habe. Zunächst das Sängerlexikon:


    Wolff, Ernst, Bariton, * 1.3.1905 Baden-Baden, † 1991; er war der Sohn eines jüdischen Kantors und arbeitete zunächst in Frankfurt a.M. als Angestellter. Er nahm dann Gesangsunterricht und studierte am Hoch'schen Konservatorium in Frankfurt a.M. Musiktheorie und Klavierspiel u.a. bei E. Sekles und bei L. Rottenberg. 1925-30 war er als Opern- und Konzertrepetitor in Frankfurt a.M. tätig, seit 1931 Korrepetitor an der dortigen Oper; gleichzeitig hatte er eine erfolgreiche Karriere als Konzert- und Liedersänger. Seit 1933 konnte er als Jude in Deutschland nur noch beim Jüdischen Kulturbund in Frankfurt a.M. in Konzerten und Liederabenden auftreten, eine Tätigkeit, die er bis 1938 fortsetzte. Man erlaubte ihm sogar Auslandsreisen; so gab er im Dezember 1934 einen Liederabend beim englischen Rundfunk BBC und trat 1936 in New York auf. Nachdem er schließlich aus Deutschland geflüchtet war, veranlaßten Max Reinhardt und Kurt Weill ihn, in die USA zu kommen. Hier entschloß er sich, dem Beispiel des berühmten Interpreten Sir George Henschel zu folgen und Konzerte zu geben, bei denen er Lieder vortrug und sich selbst am Flügel begleitete. Er hatte damit in den USA große Erfolge wie auch mit zahlreichen Schallplatten, die bei Columbia herausgebracht wurden. Darauf wurden für damalige Verhältnisse in Amerika  ganz unbekannte Kompositionen publiziert, so eine Serie mit Liedern von Robert Franz, eine Sammlung mit Vokalwerken von Clara Schumann, eine andere mit Werken der Familie Bach, mit mittelalterlichen deutschen Liedern, mit Liedkompositionen von Franz Liszt. All diese Aufnahmen bezeugen die hohe Musikalität und den erlesenen Geschmack des Interpreten. Er wirkte in den USA als Pädagoge an mehreren Universitäten, unternahm aber immer wieder seine Konzertreisen, die ihn seit 1948 auch wieder in die europäischen Musikzentren führten. Er lebte später in Breganzona im Schweizer Kanton Tessin. Er ist auch unter dem Namen Ernst Lewin-Wolff aufgetreten.


    [Lexikon: Wolff, Ernst. Großes Sängerlexikon, S. 26150

    (vgl. Sängerlex. Bd. 5, S. 3757) (c) Verlag K.G. Saur]


    In den 50er-Jahren machte er einige Aufnahmen für Folkways-Records mit „deutschem Liedgut“ wie Volksliedern, Studentenliedern oder Weihnachtsliedern, die als Downloads noch erhältlich sind:



    Ernst Wolff, der ursprünglich Korrepetitor war und in im Opernhaus zu Frankfurt am Main wirkte, dirigierte die Uraufführung von Hindemiths "Lehrstück", einer Komposition für zwei Männerstimmen, Sprecher, Chor, Orchester, Fernorchester, Tänzer und Clowns, das als Komposition heute vergessen ist. Ebenfalls vergessen ist das Stück „Der gestiefelte Kater“ von Emil Alfred Hermann, Untertitel: Ein Volksmärchen mit Musik und Reigen in vier Akten, dessen Erstaufführung  von Wolff geleitet wurde. Es verlangt eine Damenstimme, 11 Männerstimmen, 5 Kinder und Nebendarsteller. Der Komponist, über den ich nicht viel herausbekommen konnte,  hat weitere Märchen der Gebrüder Grimm vertont, und komponierte anscheinend hauptsächlich für Kinder. Vielleicht ein Musiklehrer? Das Aufführungsmaterial kann heute noch ausgeliehen werden.


    Der gestiefelte Kater

    Ein Volksmärchen mit Musik und Reigen in vier Akten

    1D, 11H, 5 Kinder, Nebendarsteller

    Orchesterbesetzung: 2 Fl, 2 Ob, 2 Kl, 2 Fg, 2 Hr, 2 Trp, Pk, Vl I, II, Va, Vc, Kb, Hrf, Schl



    Eine Diskographie von Ernst Wolff erschien mit einem Artikel im „Record Collector“, vermutlich um 1980 herum. Ich habe zwar eine Fotokopie davon, kann aber nicht genau sagen, aus welchem Jahr der Beitrag stammt.  Der Artikel über Wolff lautet wie folgt:



    THE RECORD COLLECTOR

    ERNST WOLFF

    by Ronald Russell


    It was in the late 1940s that 1 first became aware of Ernst Wolff. As a beginner in record collecting, I used to read and re-read the books on recorded music by B. H. Haggin, David Hall and Irving Kolodin, and it occurred to me that Wolff was the one artist who consistently came in for bad criticism.


    B. H. Haggin wrote:

    'As for Die schöne Müllerin you may have a friend with a pleasant voice who can sit down at the piano and sing through the songs for you; if not, Ernst Wolff will do it for you, but he will do no more than that; there is in his singing none of the imaginative insight and evocative power that there would be in the singing of a great artist.'


    Irving Kolodin:

    “I cannot endorse this as more than a sincere, misguided effort. Wolff's voice is at best a parlor baritone, and the demands of this music are such that it is too seldom heard at its best. He sings the songs with the intensity of a man who loves the material, and an occasional one of the slower songs is affectingly delivered. But that is asmall accomplishment when Schubert has given a singer so much to work with. He is, of course, his own accompanist and only tolerably good. The recording is satisfactory, but no one wholly dependent on this interpretation could say that he really knows the songs.”


    and finally David Hall:

    'It would be a pleasure to say that the complete recording of this great song cycle was truly worth having, but such is not the case. Ernst Wolff has a pleasant, informal manner of presentation, but he is no great artist — lacking badly in vocal warmth, flexibility and artistic subtilty.'


    Reading all these made me wonder just how bad he was. At that time, nothing of Ernst Wolff was available, and it was not until 1961 that I happened to find acopy of the Brahms Deutsche Volkslieder (Columbia X-128) in a junk shop. I was then interested in the kind of repertoire that Wolff sang, and this was my first chance to make my own judgment. When I put the first record on, it was a pleasant surprise, for he was an excellent singer. In my estimation, he compared quite favourably with Fischer-Dieskau, and other lieder singers. From then on, I resolved to get all of the 78 rpm recordings he made — entirely for Columbia — between the  years 1935-42. This is a project which I recently completed.


    Born in Baden-Baden on 1st March, 1905 he received his musical education in Berlin. Frankfurt on Main, and in Milan. He began his career as a concert pianist giving recitals and appearing as soloist with Symphony Orchestras. He was also an accompanist, but it is not known to whom.

    At the age of 23. he was appointed musical director of the School ofOpera at the Frankfurt Conservatory. Whilst conducting a performance of Mozart's Marriage of Figaro, he was discovered by Clemens Krauss, and engaged as a conductor at the Frankfurt Opera.

    While there, Wolff conducted the world premiere of the Fairy Tale — "Puss in Boots" by E.A. Herrmann on 9th December 1932. During this period Paul Hindemith engaged him for the International Chamber Music Festivals at Baden-Baden where he conducted the first performance of Hindemith's Lehrstück, a compo­sition for two male voices, speaker, chorus, orchestra, distant orchestra, dancer, clowns and crowd. He also distinguished himself as guest conductor throughout Germany.

    Also during this time at the Frankfurt Opera, Wolff decided that he would have a much better understanding of his position if he learned to sing. At an opera dress rehearsal, one of the singers was suddenly taken ill. Ernst Wolff took over the role, singing it so well, that his fellow musicians advised him to undertake a singing career. He did this, studying seriously with Johannes Willy in Frankfurt and later with Moralli in Milan.

    During the 1933 upheavals in Germany. Wolff was forced to leave his post in Frankfurt because he was Jewish. After 1933, he gave lieder recitals to his own accompaniments in England, Italy, Germany. Austria, Holland and Switzerland. The critic of the London Morning Post wrote: "To hear music of such completely different styles sung with the ease and aptitude shown by Ernst Wolff is most unusual. This musicianly and sensitive singer is certainly an artist much above the average, who utilises his fine baritone voice with indubitable effect."


    After 1935, Wolff was in America, in New York, where he began to make recordings for Columbia. He also broadcast many times over WQXR. It is noted that he taught and gave lieder recitals in 283 American and Canadian Universities and Colleges. He had originally come to the USA for the New York production of Franz Werfel's The Eternal Road. Max Reinhardt and Kurt Weill, who had previously heard him in a Lieder recital, engaged him as singer and musical assistant for that production. Wollf also collaborated with Milhaud.


    It is interesting that he recorded repertoire which was mainly off the beaten-track in the 78 days. The first and only sizeable selection of songs by Robert Franz, and Franz Liszt. An interesting album of Lieder by Erich Wolff (no relation) — only Florence Easton on a super-rare Victor (1731) had recorded two songs and these are not included on Ernst Wolff's collection.


    All in all, Wolff's recordings could be considered an Anthology from early German songs — (Glogauer Liederbuch, 1460) to 20th Century, which is represented by the one and only recording of Max Kowalski's Song Cycle, Pierrot Lunaire. This is a beautiful little song cycle — using the same poems by Alfred Giraud (trans­lated into German by Otto Erich Hartleben), which Schoenberg used in his settings, composed at about the same time. This work certainly needs to be recorded again - a made to order assignment for Fischer-Dieskau, or perhaps Hermann Prey.


    Two of the Columbia 78s were issued in England, and were reviewed in the Gramophone by H. F. V. Little. The first was DX-749 from the Franz Collection in October 1936 (2 sides 68501-D/68502-D).

    Mr. Little writes:

    I cannot go into raptures over Ernst Wolff’s voice; its really useful range is rather limited and it lacks warmth and colour. The singer is, however, an intelligent artist and an innovator. It must be admitted that recording artists have paid little attention to the songs of Robert Franz, though he is by no means a negligible figure in the world of song and there have been critics who regarded his settings of Heine's poems as being superior to those of Schumann. Ernst Wolff should therefore earn the gratitude of lovers of German Lieder for providing them with six of Franz's short songs on one record. The songs chosen may not, perhaps, make an immediate appeal and a more sharply contrasted group would possibly have been preferable; but anyway, the ice has been broken, and the near future may find other artists taking an interest in Franz."


    A letter of rebuttal appeared in the November, 1936 issue:

    "As a very keen student of singing and vocal art, parti­cularly in relation to Ihe gramophone, I must express a little shade of disappointment which I felt at the review of Ihe Franz Liederrecord (sung by Emit Wolff) reviewed in last month's issue. This particular record was such a notable highlight after months and months of almost unrelievably poor vocal output, that I felt that endeavour so honest and so praiseworthy might have been met by much more generous terms.

    I am aware how debatable the ground is, and how personal our expression must be about such things as range and quality of voice, but I certainly do not think that your critic's strictures would find general acceptance, and in fact they are completely at variance with most other reviews I have seen. The songs obviously demand refinement rather than breadth of style, and the interpretation certainly seems to give all that the songs demand in vocal colour, quality and sensitivity of feeling."

    In June, 1938 came the review of the  three Mendelssohn Songs (DB-2764). Mr. H. F. V. Little again wrote:

    "Ernst Wolff will be already known to lovers of the German Lied for his record of some songs by Robert Franz. Once again, he avoids songs that are popular favourites and often recorded, choosing instead three songs by Mendelssohn which will be new to many collectors. At the risk of once more offending the correspondent who rebuked me for my notice of the earlier record, I can only repeat that while Wolff is an artistic singer he has not much of a voice; for beauty ff tone he cannot he compared with Janssen. Hüsch or Schlusnus and I feel bound to regard this as a liability.”


    During the 1950s, Ernst Wolff made a few LP recordings for Folkways. These consist primarily of songs drinking and otherwise, but no significant examples at all of lieder. One of these LPs consists of 30 songs by Telemann from Singe-, Spiegel-, und Generalbass Übungen (l733-34). One of the Columbia 78s includes three Telemann songs, of which two are on the Folkways record. Die Rechtestimmung does not appear to have been redone. Incidentally, this record lists Wolff as a tenor. Nothing from the Columbias has ever been transferred to microgroove and I do not think there is much likelihood of it.



    ***
    Wie man liest, ist die Stimme und Gesangsleistung von Ernst Wolff kontrovers beurteilt worden. Ich selbst höre sie sehr gerne, weiß seine feine, diskrete und sehr kultivierte Kunst zu schätzen und bin ihm sehr dankbar, dass er mich auf den Komponisten Robert Franz aufmerksam gemacht hat, den ich sehr schätze, seit mir meine erste Ernst Wolff-Platte in die Hände gefallen ist. Sie ist, zum Anhören, in meinem vorigen Beitrag über Robert Franz zu finden. Das komplette Columbia-Album mit 24 Robert Franz Liedern (5 Platten) werde ich in den nächsten Tagen als Download hier veröffentlichen.



    English: 
    Here you find some informations about the singer Ernst Wolff, mainly from the Sängerlexikon and from an old article in “The Record Collector“, from which I don’t know the correct date when it appeared. If anyone can give more information about the singer or has more photos, I will be happy to receive it. In my next posting I will publish his Robert Franz Recordings, and I am preparing other Lied Recordings of Wolff for publication. As there is not much information about Ernst Wolff, let me say that I think that he is not identical with the pianist Ernst Victor Wolff (often given as Ernst V. Wolff), who was the pianist in some recordings of Alexander Kipnis (for example Brahms Song Society). As CHARM is right, Ernst Wolff also made some recordings as a pianist. Or was it Ernst Victor Wolff?



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    Here are the recordings of the Franz Lieder by Ernst Wolff:


    Ernst Wolff (accompanying himself at the piano):

    24 Lieder von Robert Franz


    1.   Es taget vor dem Walde                                              1:40

    2.   Ach Elslein, liebes Elslein                                            1:33

    3.   Dich meiden                                                                 2:19

    4.   Bitte op. 9 Nr. 3                                                            1:16

    5.   Umsonst op. 10 Nr. 6                                                   1:15

    6.   Gleich und gleich op. 22 Nr. 1                                      0:32

    7.   Lieber Schatz, sei wieder gut mit mir op. 26 Nr. 2        1:37

    8.   Die helle Sonne leuchtet op. 42 Nr. 2                           0:57

    9.   Aus meinen großen Schmerzen op. 5 Nr. 1                 1:19

    10. Gute Nacht  op. 5 Nr. 7                                                1:08

    11. Es hat die Rose sich beklagt op. 42 Nr. 5                    1:24

    12. Mädchen mit dem roten Mündchen op. 5 Nr. 5            1:35

    13. Stille Sicherheit op. 10Nr. 2                                          1:56

    14. Du liebes Auge op. 16 Nr. 1                                         1:16

    15. Im Rhein, im heiligen Strome  op. 18 Nr. 2                  1:56

    16. Wie des Mondes Abbild zittert op. 6 Nr. 2                    1:43

    17. Ständchen op. 17 Nr. 2                                                1:09

    18. Auf dem Meere op. 25 Nr. 6                                         1:29

    19. Für Musik op. 10 Nr. 1                                                  1:15

    20. Vergessen op. 5 Nr. 10                                                1:33

    21. Abschied op. 11 Nr. 1                                                   2:25

    22. Wandl‘ ich in dem Wald op. 39 Nr. 4                            1:52

    23. Marie op. 18 Nr. 1                                                         2:08

    24. Widmung op. 14 Nr. 1                                                  1:46



    Recorded March 1936

    Columbia Album Set 253

    17054 (25 cm),           Matrix CO 18794-2 (Nr. 1-2)

    Matrix CO 18854-4 (Nr. 3)

    17055 (25 cm),           Matrix CO 18919-2 (Nr. 4-6)

    Matrix CO 18885-5 (Nr. 7-8)

    68501 (30 cm)            Matrix CO 18792-1 (Nr. 9-11)

                                       Matrix CO 18793-2 (Nr. 12-14)

    68502 (30 cm)            Matrix CO 18800-4 (Nr. 15-17)

                                       Matrix CO 18799-6 (Nr. 18-21)

    68503 (30 cm)            Matrix CO 18855-3 (Nr. 21-22)

                                       Matrix CO 18856-3 (Nr. 23-24)





    Der Jüdische Kulturbund Jg. 5, Ausg. 8, Mai 1938
    (click  on picture to see it in full scale)



    PS. Ich weiß nicht, wann Ernst Wolff Deutschland endgültig den Rücken gekehrt hat und wie er ausreisen konnte. Es war bereits Ende der 30er Jahre schwierig für einen jüdischen Menschen, aus Deutschland auszureisen. Vielleicht half Wolff dabei, dass er bereits seit 1933 (oder eher) Tourneen in die USA unternahm und Kontakte dorthin geknüpft hatte. In Deutschland durfte er als Jude nur noch im Rahmen des Jüdischen Kulturbundes vor jüdischem Publikum auftreten. Dass er dies noch 1938 getan hat, zeigt der oben abgebildete Ausschnitt aus dem Nachrichtenblatt des Jüdischen Kulturbundes.

    1941 ist er dann in den USA und taucht in einer Ausgabe des „Aufbau“, einer Zeitung der deutschen Emigranten in Amerka, auf, wo seine Konzerttournee 1941-42 angekündigt wird. Der Ausschnitt findet sich unten (->siehe oben rechts. Leider hat Blogger das Bild so verkleinert, dass man nichts mehr lesen kann. Bei Interesse kann man es mit dem Link unterhalb des Bildes als PDF-Datei downloaden: dann lässt sich alles lesen!).

    Aufbau 14.IV.1941, Jg. 7, Ausg. 15
    (As Blogger has made the picture too small to read anything, you may download it here, if you are interested to read in this paper:)                         Download as PDF     


    I don’t know exactly when Wolff did leave Germany, as it wasn’t easy at the end of the thirties to do so for a jewish German. Here are given two clips from Newspapers with news about Ernst Wolff. The first is from 1938 and from the newspaper of the “Jüdischer Kulturtbund” and shows,  that he appeared and worked in Germany as late as 1938. The second article from 1941 is from a newspaper for German emigrants “Der Aufbau”, when Wolff already was in the USA.





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    Für die unter den Lesern, die die echten schweren Schelllackplatten den MP3-Dateien vorziehen, möchte ich auf eine gerade erschienene Auktionsliste hinweisen. Sie enthält Platten von einigen Sammlern mit sehr großen Sammlungen, vornehmlich aus Deutschland, und endet am 19. Juni. Sie enthält hauptsächlich Gesangsaufnahmen, von relativ gängigen Scheiben bis zu Raritäten, einige Platten aus den Bereichen Orchester, Instrumentalisten, sowie fast 100 sehr frühe Platten oder sehr seltene Label. Insgesamt sind es ca. 1600 Posten, und selbst wenn man nicht mitbietet, ist es aufgrund der beigefügten Sängerbilder und Kommentare eine höchst kurzweilige Lektüre. Eine PDF-Version habe ich auf meinen Server gelegt:

    Download




    Here I can recommend a new auction list from some German fellow collectors who have large collections and fine and rare shellack records to sell, mainly Opera and singing and some instrumentalists and signed postcards. Also 21 rare cylinders can be found. The list can be downloaded as PDF (above) and is a fine lecture for collectors who like to dream of rare and desireable records, and even if you don't buy there, the pictures of singers and record labels make it an interesting lecture. (I myself always like to learn more about what recordings have been made at a time when I wasn't even born, and how the labels looked like...)

    List closes on June, 19th, 2012.

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    Hans Duhan als Daniello in "Jonny spielt auf" (von Ernst Krenek, Uraufführung 1927)



    Ich danke meinem Leser „oliver“, der mir eine Mail schrieb und mich darauf hinwies, dass die „Schöne Müllerin“ mit Hans Duhan auf der Seite von CHARM heruntergeladen werden kann. Das freut mich einerseits, andererseits hat es mich auch in bisschen enttäuscht, denn ich wollte diesen Zyklus gerne selbst veröffentlichen und habe 10 Jahre gebraucht, um alle Platten zusammenzutragen. Ich bin nur noch nicht zum Bearbeiten der Aufnahmen gekommen. Nun brauche ich mir die Arbeit nicht mehr zu machen. Dafür sind die Überspielungen bei CHARM sehr gut, und so habe ich sie in MP3-Dateien übertragen und veröffentliche sie hier in dieser Form. Bei CHARM muss man sie einzeln als FLAC-Dateien herunterladen und dann noch in die richtige Reihenfolge bringen. Diese Arbeit habe ich Ihnen nun erspart…

    Hans Duhan ist ein faszinierender Sänger, der aber zeitweise Probleme mit seiner Stimme hatte (sie klingt manchmal, besonders bei seinen Opernaufnahmen, die er ca. 1922 bis 1924 für Odeon machte, etwas rauh und verschlissen). Vielleicht auch deshalb fing er früh an, als Regisseur und Spielleiter zu arbeiten. Dr. Anton Odelga berichtet im Text zur Preiser–LP LV 196, die dem Sänger gewidmet ist, von einer Stimmkrise, die aufgrund von früher Überanstrengung dazu führte, dass er ein Jahr pausieren musste und danach oft nur noch kleinere Partien übernehmen konnte. Sein Wirkungsort war die Wiener Oper, wo er auch bis 1940 noch gesungen hat. Die Statistik der Oper, die man im Internet abrufen kann, verzeichnet seine vielen Auftritte und Tätigkeiten, die bis zum Dirigieren gingen. Er war wohl einfach unentbehrlich!



    Später war er noch als Pädagoge geschätzt und gesucht. Das Sängerlexikon schreibt:



    Duhan, Hans, Bariton, * 27.1.1890 Wien, † 6.3.1971 Wien; Ausbildung an der Wiener Musikakademie, wo er neben Gesang auch Klavier- und Orgelspiel studierte. Debüt 1910 am Stadttheater von Troppau (Opava) an dem er bis 1913 auftrat, 1913-14 am Stadttheater von Teplitz-Schönau engagiert. 1914 an die Hofoper von Wien, die spätere Staatsoper, berufen, deren Mitglied er bis zum Ende seiner Bühnenlaufbahn im Jahre 1940 blieb. In Wien erlangte Hans Duhan große Popularität, ebenso bei den Festspielen von Salzburg, bei denen er sowohl in Mozart-Partien als auch in anderen Rollen, nicht zuletzt auch als Konzertsänger, immer wieder auftrat. Bei den Salzburger Festspielen sang er im einzelnen 1922 den Don Giovanni, 1922 und 1927 den Grafen in »Figaros Hochzeit«, 1928 den Papageno in der »Zauberflöte«, 1935-36 den Melot im »Tristan«, bis 1937 gab er dort Liederabende, die vom Festspielpublikum sehr geschätzt wurden. Er wirkte in Wien auch am 4.10.1916 in der Uraufführung der Neubearbeitung der Richard-Strauss-Oper »Ariadne auf Naxos« als Musiklehrer mit, 1934 in der Uraufführung der Lehár-Operette »Giuditta« (20.1.1934). Er gastierte 1922 in Amsterdam (und nochmals 1924 bei einem Gastspiel des Ensembles der Wiener Staatsoper mit »Ariadne auf Naxos«). Aus seinem Repertoire für die Bühne sind ergänzend noch der König Salomon in Goldmarks »Königin von Saba«, der Amfortas im »Parsifal«, der Frank in der »Toten Stadt« von Korngold, der Scarpia in »Tosca« und der Escamillo in »Carmen« zu nennen. 1930 kreierte er den Liederzyklus »Reisetagebuch aus den österreichischen Alpen« von Ernst Křenek. 1938 sang er in Wien in der Uraufführung des Oratoriums »Das Buch mit sieben Siegeln« von Franz Schmidt. Seit 1932 Professor für Operndramatik an der Wiener Musikakademie; er trat auch als Regisseur, u.a. an der Wiener Staatsoper, und als Dirigent in Erscheinung und komponierte mehrere Vokalwerke. Berühmter Gesangpädagoge. – Warm timbrierte, ungewöhnlich modulationsfähige Stimme; neben seinem weitläufigen Opernrepertoire wurde der Künstler als Konzert- und vor allem als Liedersänger bewundert.


    Seine Stimme ist auf Odeon- und HMV-Platten erhalten (hier u.a. vollständige Zyklen »Schöne Müllerin« und »Winterreise«).

    [Lexikon: Duhan, Hans. Großes Sängerlexikon, S. 6461/2

    (vgl. Sängerlex. Bd. 2, S. 968) (c) Verlag K.G. Saur]




    Hier ist seine Aufnahme der „Schönen Müllerin“, die zwar auch nicht in hoher Auflage verbreitet wurde, aber sich in ganz Europa verkaufte. Bei meiner zusammengetragenen Gesamtaufnahme finden sich Pressungen der deutschen Electrola, der englischen, österreichischen  und der tschechischen His Masters Voice ("Gramola"). Zwei weitere bei CHARM angegebene Nummernserien, die ich nicht ganz zuordnen kann, verweisen auf  weitere Erscheinungsorte. Hier werden nur die Matrix-Nummern und die HMV-Bestellnummern angegeben, wobei BK 25 cm-Platten und CK 30 cm-Platten bezeichnen. Laut CHARM wurden von jedem Titel 2 takes aufgenommen. Es kann sein, dass manche unveröffentlicht blieben oder alle für verschiedene Pressungen verwendet wurden. Ich gebe die takes so wieder (erkennbar an der -1 oder -2 hinter der Matrix-Nummer), wie CHARM sie zur Verfügung stellt. Meine einzige bekannte Abweichung: Auf meiner Electrola-Pressung (EJ 324) von Nr. 12 wurde take 1 verwendet.


    Die schöne Müllerin (Schubert)

    Hans Duhan – Bariton, Ferdinand Foll – Klavier

    HMV, aufgenommen 21.IV.1928 (Nr. 1 – 6) 26.IV.1928 (Nr. 7 – 17) und 27.IV.1928 (Nr. 18 - 20) in Wien, Bestellnummern (HMV) E 509 -515 und D 1466 - 1468

    1. Das Wandern (BK 2901-2)

    2. Wohin? (BK 2902-2)

    3. Halt! (BK 2903-2)

    4. Danksagung an den Bach (BK 2904-1)

    5. Am Feierabend (CK 2905-2)

    6. Der Neugierige (CK 2906-2)

    7. Ungeduld (BK 2907-2)

    8. Morgengruss (BK 2908-1)

    9. Des Müllers Blumen (BK 2909-2)

    10. Tränenregen (BK 2910-2)

    11. Mein! (CK 2911-2)

    12. Pause (CK 2912-2)

    13. Mit dem grünen Lautenbande (BK 2913-1)

    14. Der Jäger (BK 2914-2)

    15. Eifersucht und Stolz (BK 2915-1)

    16. Die liebe Farbe (BK 2916-1)

    17. Die böse Farbe (BK 2917-1)

    18. Trockne Blumen (BK 2918-2)

    19. Der Müller und der Bach (CK 2919-2)

    20. Des Baches Wiegenlied (CK 2920-2)




    „oliver“ wrote me a mail and told me, that there is possibility to download the Schöne Müllerin sung by Hans Duhan at the site of CHARM. Thank you for this hint: I like this recording very much and have collected the shellacks during the past ten years, but I didn’t have the time to transfer them to MP3. So I can take the time for other projects and give you here the tracks I have downloaded from CHARM as MP3 and with correct tags.


    PS. The next thing should be the Winterreise by the same singer, who began to record it on the same day when the last three Müllerin-sides were cut, and finished it in summer 1928. This set is even more hard to find (I have managed to get three or four records from it during the last years), but I have found a source in the web where you can get it and will try in the next days, to get in contact with these guys who made the first transfer to CD of this set.




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    Carl Perron als Eugen Onegin 1913

    Letztens erstand ich eine Sängerkarte, die ich zuerst nicht identifizieren konnte, da mir der Sänger zwar bekannt vorkam, ich ihn aber nicht einordnen konnte. Bei näherem Hinsehen handelte es sich um eine Karte des Baritons Carl Perron. Sie enthält (aufgedruckt, nicht von Hand) eine Notenzeile mit einem nicht ganz zu entziffernden Text, der mit am Ende mit "Onegin" bezeichnet ist. Mit etwas Mühe konnte ich das Autogramm entziffern: Carl Perron 1913. Im Sängerlexikon fand ich über den Sänger:



    Perron, Karl, Baß-Bariton, * 3.6.1858 Frankenthal (Pfalz), † 15.7.1928 Dresden; sein eigentlicher Name war Karl Pergamenter. Sein Vater war ein bekannter Kunsthändler und Numismatiker. Er war Schüler der großen Gesangpädagogen Julius Hey und Julius Stockhausen; später studierte er noch Darstellungskunst bei Ernst von Possart. 1880 erfolgte sein Debüt als Konzertsänger, und in den folgenden vier Jahren trat er ausschließlich im Konzertsaal auf. 1884 kam es zu seinem Bühnendebüt am Opernhaus von Leipzig in der Partie des Wolfram im »Tannhäuser«. Bis 1891 blieb er Mitglied dieses Hauses. 1892 folgte er einem Ruf an die Hofoper von Dresden, und hier erreichte seine Karriere ihren Höhepunkt. Bis 1913 war er in der Glanzzeit, die die Dresdner Oper damals erlebte, einer der prominentesten und vom Publikum am meisten geschätzten Künstler dieses Hauses. Musikhistorisch von großer Bedeutung ist sein Mitwirken in den Uraufführungen der Opern von Richard Strauss in Dresden: am 9.12.1905 war er der Jochanaan in der Uraufführung von »Salome« zusammen mit Marie Wittich, Irene von Chavanne und Carl Burrian. Am 25.1.1909 kreierte er den Orest in der Uraufführung der Richard Strauss-Oper »Elektra« mit Annie Krull, Ernestine Schumann-Heink und Margarete Siems zusammen. In der glanzvollen Uraufführung des »Rosenkavaliers« am 26.1.1911 in Dresden hatte er in der Rolle des Ochs auf Lerchenau wesentlichen Anteil an dem großen Erfolg der Aufführung (zusammen mit Margarethe Siems, Minnie Nast und Eva Plaschke- von der Osten). Weitere Uraufführungen, an denen er in Dresden teilnahm waren: am 10.3.1892 »Herrat« von Felix Draeseke, am 17.2.1897 »Haschisch« von Oscar von Chelius, am 29.1.1898 »Kirke« (aus der Tetralogie »Homerische Welt«) von August Bungert, am 10.1.1903 »Alpenkönig und Menschenfeind« von Leo Blech, am 8.12.1906 »Moloch« von Max von Schillings. Er sang auch in der Dresdner Premiere von Tschaikowskys »Eugen Onegin« die Titelrolle. Man bewunderte ihn jedoch vor allem wegen seiner Wagner-Heroen und wegen seiner Gestaltung des Titelhelden in Mozarts »Don Giovanni«. In den Jahren 1889-1904 war er bei den Festspielen von Bayreuth anzutreffen; hier trat er 1889, 1897, 1902 und 1904 als Amfortas im »Parsifal«, 1897-98 als Wotan im Ring-Zyklus, und 1902 als Gunther in der »Götterdämmerung« auf. 1894 gastierte er beim Amsterdamer Wagner-Verein in der holländischen Erstaufführung der »Walküre« in der Partie des Wotan. 1896 und 1897 trat er an der Berliner Hofoper, 1895 und 1905 an der Hofoper von München, 1899 am Opernhaus von Riga, 1907 am Deutschen Theater Prag als Gast auf. Bis 1924 war er noch gelegentlich in Dresden zu hören, zuletzt nurmehr als Konzertsänger. Sein Neffe und Schüler Fritz Perron wurde als Heldentenor bekannt.

    Von der Stimme des großen Sängers, den Richard Strauss »einen erstklassigen Sänger« nannte, sind leider keine Schallplattenaufnahmen vorhanden.
    [Lexikon: Perron, Karl. Kutsch/Riemens: Sängerlexikon, S. 18927 (vgl. Sängerlex. Bd. 4, S. 2704 ff.) (c) Verlag K.G. Saur]


    Tja, da ist der Sammler machtlos: Den Uraufführungssänger des Graf Ochs, des Orest und des Jochanaan hätte man doch zu gerne einmal gehört. Und dann der endgültige Satz "sind leider keine Schallplatttenaufnahmen vorhanden..." Zwar gab es solche Aussagen schon über andere Sänger, von denen dann doch noch einzelne Platten oder Testpressungen auftauchten, aber hier ist es wohl endgültig: leider nichts, was ich zum Download anbieten könnte.

    Historisch interessant war für mich die Rückseite der Karte:

    Rückseite der Karte mit der Aufschrift "Blumentag Dresden 31.Mai 1913"

    Was ist wohl ein Blumentag? Sogar hier weiss Wikipedia weiter: 

    Blumentage fanden in verschiedenen deutschen Städten in den Jahren ab 1910 bis zum Beginn des Ersten Weltkriegs statt. Am jeweiligen Tag wurde eine bestimmte Blume als Leitmotiv erwählt und für wohltätige Zwecke Kunstblumen gegen Geldspenden verteilt. Die Straßen wurden mit den entsprechenden Blumen dekoriert, und es wurden Speisen und Getränke verkauft.


    Es wurden also zu wohltätigen Zwecken Blumen und Karten verkauft, um z.B. für das verbesserungswürdige Gesundheitswesen Geld zu sammeln. Im Internet finden sich ein paar schöne Beispiele:

    Basler Blumentag 1910



    Blumentag Innsbruck 1912

    Auch nach dem ersten Weltkrieg gab es in Österreich noch Blumentage:


    Steiermark 1919


    Carl Perron muss wirklich in Dresden ein bekannte Sänger gewesen sein, dass sein Konterfei gewählt wurde, eine Karte, die ja möglichst begehrenswert und viel verkauft sein sollte, zu schmücken.

    ***

    Today I present you a picture of the singer Carl Perron. Although he was a very important singer, who created many roles of Richard Strauss operas like Graf Ochs (Rosenkavalier), Orest (Elektra) and Jochanaan (Salome), he did not leave any recordings of his voice and art. This is a pity, and so there is no download for you today. I also commemorate to the "Blumentage", who were popular in the years between 1910 and 1919 for fundraising and collecting donations for different purposes. Postcards and flowers were sold to get money for ill children or wounded soldiers. Carl Perron must have been very popular so that a card with his role of Eugen Onegin, which is even mentioned in the Kutsch/Riemens "Sängerlexikon" and was played in Dresden 1913, could reach high quantities to be sold. Maybe Carl Perron's Onegin was the "talk of the town". Dresden loved its opera just like the Vienneses did love their opera house. So it is even more a shame that the singer refused to make recordings - I cannot imagine that no record company could be found who would have interest to record an artist like that.


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    Hier teile ich mit Ihnen eine alte Rococo-LP mit Aufnahmen der Sängerin Conchita Supervia. Sie war in vielerlei Hinsicht eine herausragenden Künstlerin: eine sehr virtuose Altstimme ohne tantenhaftes Timbre á la Clara Butt, eine ansprechende Künstlerin, die man sich nicht müde hört, und dazu noch eine sehr hübsche mädchenhafte Frau. Hinzu kommt noch eine tragische Lebensgeschichte, die bewegt: Sie starb mit nur 40 Jahren nach der Geburt ihres Kindes. Da hatte sie aber schon eine Gesangskarriere von 25 Jahren hinter sich. Sie hinterließ ca. 200 Aufnahmen aus nur wenigen Jahren bei Ultraphon und beim Lindström-Konzern mit seinen damaligen Marken Fonotipia, Odeon und Parlophon. Das Sängerlexikon schreibt dazu:


    Supervia, Conchita, Alt, * 9.12.1895 Barcelona, † 30.3.1936 London; sie stammte aus einer alten andalusischen Familie; ihr eigentlicher Name war Concepción Supervia Pascual. Sie kam mit zwölf Jahren auf das Konservatorium von Barcelona und debütierte 1910 in Buenos Aires mit einer reisenden spanischen Operntruppe in der Oper »Bianca di Beaulieu« von Cesar Stiattesi und in der Zarzuela »Los amantes de Teruel« von Breton. 1911 kam sie in Italien zu ihren ersten Erfolgen, als sie am Teatro Petruzzelli in Bari, damals 16 Jahre alt, als Carmen auftrat. 1911 sang sie in der italienischen Erstaufführung des »Rosenkavaliers« von R. Strauss am Teatro Costanzi in Rom als Partnerin von Hariclea Darclée den Octavian. 1912 bewunderte man sie an der Oper von Bologna als Carmen und als Dalila in »Samson et Dalila« von Saint-Saëns; 1914 hatte sie glänzende Erfolge an der Oper von Havanna und am Teatro Liceo Barcelona. 1915-16 war sie Mitglied der Oper von Chicago, wo sie als Charlotte im »Werther« von Massenet, als Carmen und als Mignon ihr Publikum begeisterte. Seit 1920 sang sie hauptsächlich an den großen italienischen Bühnen (Teatro Grande Brescia, Teatro Carlo Felice Genua, Teatro Donizetti Bergamo, Teatro Verdi Ferrara) und in Barcelona. Seit 1924 war sie an der Mailänder Scala sehr erfolgreich. Als Antrittsrolle sang sie dort den Hänsel in »Hänsel und Gretel« von Humperdinck mit Ines Maria Ferraris als Partnerin; später feierte man sie dort als Octavian und als Cherubino in »Figaros Hochzeit«. 1926 kreierte sie in einem Konzert an der Scala de Fallas »El amor brujo« für Italien. An der Scala kreierte sie auch 1929 die Concepcion in der Erstaufführung von Ravels »L'heure espagnole«. 1925 begann sie in Turin mit der Neu-Belebung der Belcanto-Opern von Rossini (»L'Italiana in Algeri«, »La Cenerentola«, »Barbier von Sevilla« in der Original-Form mit der Rosina als Alt-Partie), die hauptsächlich deshalb nicht mehr aufgeführt wurden, weil die enormen technischen Schwierigkeiten ihrer Koloratur-Contralto-Rollen von den Altistinnen des 20. Jahrhunderts nicht gemeistert werden konnten. Mit Hilfe ihrer phänomenalen Gesangtechnik erregte Conchita Supervia in diesen Opern 1925 zuerst am Teatro di Torino von Turin, dann in Florenz, Rom, London, Paris und in Südamerika größtes Aufsehen. So sang sie u.a. die Isabella in »L'Italiana in Algeri« in Turin, Madrid, Barcelona, Rom, Paris (Théâtre des Champs Elysées, 1930) und 1935 an der Covent Garden Oper London, »La Cenerentola« in Turin, Paris, beim Maggio musicale von Florenz 1933 und 1934 an der Covent Garden Oper. 1927 sang sie in Turin in der Uraufführung der Oper »Fata malerba« von Vittorio Gui, 1932 an der Opéra- Comique Paris die Titelrolle in der Lehár-Operette »Frasquita«; 1934 wirkte sie in dem englischen Film »Evensong« mit. 1931 heiratete sie den englischen Industriellen Ben Rubenstein und verlegte nun ihren Wohnsitz nach London. Sie starb im Alter von 40 Jahren in London nach der Geburt eines Kindes. Altstimme von besonderer Schönheit; in der Gesangtechnik von größter Virtuosität, im Vortrag sich bis zu dramatischer Leidenschaftlichkeit steigernd. Ihre aparte, typisch spanische Erscheinung auf der Bühne und ihr charmantes, temperamentvolles Spieltalent ergänzten glücklich die Qualität ihrer Stimme. Große Interpretin des spanischen Liedes und der Zarzuela.

    Zahlreiche (über 200) schöne Aufnahmen auf Parlophon und Ultraphon, 1927-33 entstanden.

    [Nachtrag] Supervia, Conchita; sie studierte am Conservatorio del Liceo Barcelona bei den Pädagogen Goula und Ferrer. 1935 gab sie ihr letztes Konzert in Kopenhagen. - Lit: J. Newton: Conchita Supervia (in »Recorded Sound«, 1973).

     [Lexikon: Supervia, Conchita. Kutsch/Riemens: Sängerlexikon, S. 23639 ff (vgl. Sängerlex. Bd. 5, S. 3392 ff.) (c) Verlag K.G. Saur]





    Ich höre diese Sängerin sehr gerne. Die alten LPs spielen nicht schlecht und die Überspielungen waren für damalige Verhältnisse gut gelungen. Trotzdem muss ich darauf hinweisen, dass es nur eine LP-Überspielung mit Laufgeräuschen ist, die ich mit meinen bescheidenen Mitteln (Software und Tonabnehmer) nicht besser hinbekommen habe. Wenn man die Sängerin in bestmöglicher Qualität hören will, muss man sich die CD-Überspielungen von Marston zulegen. Erstens sind die Aufnahmen (fast?) komplett, zweitens entsprechen die Überspielungen dem bestmöglichen Stand, den man heute erreichen kann, und die Edition ist vorbildlich. Alles ist genau recherchiert und beschrieben, und in den Beiheften findet sich eine komplette Diskographie der Sängerin.
    Ich habe die MP3-tracks mit den Tags versehen, die auf der LP angegeben sind. In meiner Playlist unten habe ich die Angaben von Marston verwendet, die korrekter und ausführlicher sind als die Angaben auf dem LP-Cover. Es lohnt sich, seine Webseite zu besuchen:

     

     

    Wenn man herunterscrollt, kommt man zu den Supervia-CDs (4 Doppel-CDs). Sämtliche diskographischen Informationen und die Texte über Supervia sind online zugänglich.





    Rococo LP 5230 Conchita Supervia



    1.     O che umore stravagante (Canzone del paggio) (A. Sartorio)       
          Odeon (SO6052) 184200                                    6.III.1930
    2.      I ZINGARI IN FIERA: Chi vuol la zingarella (Giovanni Paisiello; G. Palomba)  Odeon    
               (SO6042-2) 184229                                                4.III.1930

    3       Se tu m’ami (Attributed to Pergolesi; Rolli)       
              Odeon (SO6043) 184200                        4.III.1930
    4.       Occhietti amati (Andrea Falconieri)    Odeon (SO6041) 184226          4.III.1930 
    5.    EL HUÉSPED DEL SEVILLANO: Las lagarteranas (E. Reoyo; J. Guerrero and L. de Tena)    
             Odeon (Ki4396-2) 188809                                                         21.IV.1931         
    6.       Les barraques (Méndez; Gallego)      Odeon (SO 4911) 185010               28.X.1928

    7.       Flor y luz (Pedro Puche; Juan Dotras Vila)                                                                      
             Odeon (Ki4928-1) 184276                                                                                31.XI.1931

    8.       Les aranyes (Sancho Marraco; Mestres)    Odeon (SO 4697) 185008                  2.V.1928
    9.       FARRUCA: From “Triptico” op. 45 (Turina; Maria de las Mercedes de Campoamor and  
             Campoosorio)             Odeon (SO 4908) 185009                      22.X.1928

    10.   LA MARCHENERA: La petenera (Moreno Torroba; F. Luque and Gonzalez del Toro)     
             Odeon (xxS 4681-2) 122004                                                               24.IV.1928

    11.    L’ultima canzone (Tosti; F. Cimmino)  Odeon (SO6025) 185020   28.II.1930

    12.    So sweet is she (“Have you seen but a whyte lillie grow?”) (Ferrabosco, arr. Dolmetsch; 
             Ben Johnson)   Parlophone (LO3005-2) RO20193                17.III.1932

    13.   Oh no, John (Traditional; Arranged by Cecil Sharp)                                                 
             Parlophone (LO3004-1) RO20193                                                    17.III.1932

    14.   Lullaby, op. 57, no. 2 (Cyril Scott; C. Rossetti)                                               
                 (LO3007-2) Historic Masters HMA1                                                17.III.1932

    15.   When I bring to you color’d toys [No. 1 from the opera GITANJALI] (John Alden 
              Carpenter; Rabindranath Tagore)    (LO3006-2) Historic Masters HMA1             17.III.1932
    16.   A lesson with the fan (Guy D’Hardelot; F. E. Weatherly)                       
             Parlophone (LO3008-2) RO20186                                                                            17.III.1932

    17.   Should he upbraid (Bishop; adapted from Shakespeare)                         
             Parlophone (LO3003-1) RO20186                                                                           17.III.1932



    Orch. conducted by Antonio Capdevila: Nr. 1-4

    Orch. conducted by unknown: Nr. 5, 6, 9, 10

    Orch. conducted by Paul Minssard: Nr. 7

    Orch. conducted by Modesto Romero (erroneously given Antonio Capdevila on label): Nr. 11

    Piano Maria Gil: Nr. 8

    Piano Ivor Newton: Nr. 12-17

    Recording Places: 
    Nr. 1-4, 11 Barcelona

    Nr. 5, 7 Paris

    Nr. 6, 8, 9, 10 Madrid

    Nr. 12-17 London





    Here I give you an old Rococo LP with recordings of Conchita Supervia for Download. The quality is average, and I must say as in every case, where I feature the same singers as him:

    MARSTON DOES IT BETTER !


    If you want to hear Supervia in top quality and in a complete edition which is exemplary as well in sound as in information, you need to have the Marston Edition of the complete Supervia on 4 Double-CDs. I don’t owe it, because it is expensive and I want to exploit my own resources of ca. 1000 LPs and not always buy something new, but my efforts of presenting the recordings are only a small glance of what Ward Marston is able to get out of these old recordings. If your appetite for more has come from my MP3s, take your chance. The first volume of the complete Supervia is already on Marston’s “Endangered Species List” and will be sold out during the next months (?).






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    Hermann Weil, Postkarte von 1907

    Ich beginne nun mit der selbstgestellten Aufnahme, hier möglichst viele Aufnahmen von Herman Weil zu veröffentlichen. Zunächst einmal die Informationen über ihn aus dem Sängerlexikon:

    Weil, Hermann, Bariton, * 29.5.1876 Mühlburg bei Karlsruhe, † 6.7.1949 (er erlitt einen Herzschlag, als er im Blue Mountain Lake bei New York angelte); er wollte zuerst Volksschullehrer werden, studierte dann aber Musikwissenschaft, Musiktheorie und Dirigieren am Konservatorium von Karlsruhe bei Felix Mottl; seine Stimme wurde durch Adolf Dippel in Frankfurt a.M. ausgebildet. 1900 wurde er Korrepetitor am Hoftheater von Karlsruhe; 1901 debütierte er als Sänger am Stadttheater von Freiburg i. Br. in der Partie des Wolfram im »Tannhäuser«. Von Freiburg aus kam er 1904 an die Stuttgarter Hofoper, an der er bis 1933 sehr große Erfolge erzielen konnte. Er sang in Stuttgart u.a. in der Uraufführung der Oper »Prinzessin Brambilla« von Walter Braunfels (25.3.1909) und in den Premieren der Opern »Salome« (1905 als Jochanaan) und »Elektra« (als Orest) von Richard Strauss und »Der arme Heinrich« von Hans Pfitzner. 1909 gastierte er in Amsterdam als Sebastiano in »Tiefland« von E. d'Albert, 1911 als Kurwenal im »Tristan«. 1912-14 hörte man ihn an der Oper von Boston. Seit 1911 trat er an der Metropolitan Oper New York in sechs Spielzeiten auf (Antrittsrolle: Kurwenal im »Tristan«). und sang dabei 16 Partien (hauptsächlich aus dem Wagner-Repertoire) in 115 Vorstellungen. 1913 übernahm er an diesem Haus in der Premiere des »Rosenkavaliers« den Faninal; er wirkte 1912 in einer konzertanten Aufführung von Monteverdis »Orfeo« mit, 1916 in »Iphigénie en Tauride« von Gluck. Nachdem die USA in den Ersten Weltkrieg eingetreten waren, war er 1917-19 in Amerika als Deutscher interniert. 1919 sang er mit einer aus deutschen Sängern zusammengestellten Operntruppe im Lexington Theatre in New York, doch kam es in dieser unmittelbaren Nachkriesgzeit nicht zu einer erfolgreichen Spielzeit. Er gastierte im Lauf seiner Karriere an der Mailänder Scala, an der Covent Garden Oper London (1913), in Madrid, Berlin und Brüssel. Bei den Festspielen von Bayreuth erwies er sich als großer Wagner-Interpret; hier sang er 1911-12 den Amfortas im »Parsifal« und den Gunther in der »Götterdämmerung«, 1911-12 und 1924-25 den Hans Sachs in den »Meistersingern«. 1920-23 war er an der Staatsoper von Wien tätig. 1923-24 Amerika-Tournee mit der German Opera Company. 1939 mußte der Künstler als Jude Deutschland verlassen und lebte dann in New York als Gesanglehrer. Sein Bühnenrepertoire enthielt über hundert Rollen und gipfelte in den Wagner-Partien des Hans Sachs und des Kurwenal im »Tristan«.

    Schallplatten: Odeon (u.a. 2. Akt »Tannhäuser« von 1909), amerikanische Columbia, HMV (seit 1908), Pathé-Platten (Berlin, 1912), Vox (letzte Aufnahmen um 1924), alle in akustischer Aufnahmetechnik.

    [Lexikon: Weil, Hermann. Großes Sängerlexikon, S. 25615
    (vgl. Sängerlex. Bd. 5, S. 3681 ff.) (c) Verlag K.G. Saur]

    Hermine Bosetti als Hirt in Tannhäuser
     
    Da ich selber fast keine Schellackplatten von ihm besitze, beginne ich hier mit Ausschnitten von einer alten Hermine Bosetti-LP. Bosetti war der Liebling der Münchner Oper, wo sie auf Koloratur- und Hosenrollen abonniert war, und nahm am 1. Juni 1911 mit Hermann Weil zwei längere Szenen aus Traviata (eine ihrer Glanzrollen) und Rigoletto auf. Über die Sängerin werde ich demnächst noch einen Einzelartikel schreiben. Hier geht es zunächst um Hermann Weil, dessen Kunst auf den Aufnahmen gut zu erkennen ist, auch wenn die erste Rigoletto-Seite fast nur die Arie „Tutte le feste“ (auf Deutsch) von Bosetti enthält und er dabei wenig zu singen hat. Die Titel der Ausschnitte sind so wiedergegeben, wie auf den Schallplatten und in den Aufnahmebüchern, auch wenn der angegebene Ausschnitt, mit dem die Seite beginnen sollte, bei zwei Seiten nicht mit dem tatsächlich gesungenen Anfang übereinstimmt. In diesem Fall habe ich auch den tatsächlichen Anfang aufgeführt.
    Demnächst treffe ich einen Freund, der viele Weil-Platten besitzt und sie mir zum Überspielen leihen wird. Das kann dann zwar noch ein paar Wochen bis Monate dauern, bis das hier veröffentlicht werden kann, aber die Serie wird fortgesetzt.

    Hermine Bosetti als Traviata


    Hermann Weil und Hermine Bosetti, Playlist

    1.  La Traviata: Fräulein Valery…
    Odeon XX 76097, xxB 5143
    2. La Traviata: Ach, ich verstehe
    Odeon XX 76098, xxB 5144
    3. La Traviata: Hin ist die Hoffnung (= Saget der Jungfrau)
    Odeon X 99653, xB 5141
    4. La Traviata: Ich sterbe!
    Odeon X 99654, xB 5142
    5. Rigoletto: Rede, wir sind allein!
    Odeon XX 76099, xxB 5153
    6. Rigoletto: Hab‘ ich erst vollbracht (= Ach, weine, weine an meinem Herzen)
    Odeon XX 76127, xxB 5154

    Hermann Weil, Bariton
    Hermine Bosetti, Sopran
    Orchestra, conducted by Eduard Künnecke
    Recorded: 1.Juni 1911


    Here is the first playlist with recordings of the Baritone Herman Weil. His solo recordings will follow in a few weeks or months, as I am still working on loaning the records and transferring them to have them published here. The duets with Hermine Bosetti are fine recordings, and I will bring you solo recordings of Bosetti, too, in the future. For this time, enjoy these two scenes from Traviata and Rigoletto, which were recorded about 101 years ago.


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    Ernst Wolff



    Ein Leser schickte mir eine Aufnahme der „Schönen Müllerin“ mit Ernst Wolff, die er vor einiger Zeit irgendwo im Internet von einer Website heruntergeladen hatte. Die Überspielung ist gut, und ich möchte sie hier zur Verfügung stellen. Die diskographischen Angaben stammen von CHARM. Sie zeigen, dass die Gesamtaufnahme an mehreren verschiedenen Terminen, insgesamt an mindestens fünf, aufgenommen wurde im Zeitraum zwischen März 1937 und Januar 1938. Ich vermute, dass die Aufnahmen in London entstanden, es könnte aber auch in den USA sein. Vermutlich gab es sogar sechs Termine, denn weiterhin wird angegeben, dass unter der Matrix XCO 20889 das Lied Nr. 14 Der Jäger aufgenommen wurde und unveröffentlicht geblieben ist.

    Widersprüchlich an den Angaben ist, dass angeblich 30cm-Aufnahmen (XCO) und 25 cm-Aufnahmen (CO) unter der gleichen Bestellnummer gemischt wurden. Das kann eigentlich nicht sein, es sei denn, der ganze Set wurde nur auf 30cm-Platten veröffentlicht. Ich weiß nicht, ob 4196-4198 vielleicht 25 cm-Platten sind oder nur eine andere  Bestellnummernreihe für 30cm-Platten in einem anderen Land. Die Angaben sind hier, z.B. bei Nr. 9 und 10, widersprüchlich.

    Und die Interpretation? Wolff hält, wie auch bei seinen Franz-Aufnahmen, einen schlichten, volksliedhaften Ton, der zu den meisten Liedern im Zyklus sehr gut passt. Die Interpretation ist getragen von seinem schlanken Bariton, der leicht und ohne Mühe in die Höhe kommt. Leidenschaft oder heftige Ausbrüche sind sein Metier nicht: in den Nummern 11 und 14 bleibt er recht blass und manche Lieder wie Nr. 8 und 9 sind sehr langsam genommen, Nr. 12 relativ schnell. Trotzdem in meinen Ohren eine gültige Interpretation, die es wert ist, sie kennen zu lernen. Die Müllerin greift immer wieder ans Herz...



    Ernst Wolff – Die schöne Müllerin


    1.    Das Wandern  (XCO 20772-1, Col. 9137-M)     2:26
    2.    Wohin  (XCO 20772-1, Col. 9137-M)    2:09
    3.    Halt  (XCO 20773-5, Col. 9137-M)     1:51
    4.    Danksagung an den Bach   (XCO 20773-5, Col. 9137-M)          2:09
    5.   Am Feierabend    (XCO 22248-1, Col. 9138-M)       2:55
    6.    Der Neugierige   (XCO 20792-5, Col. 9138-M)   3:56
    7.    Ungeduld   (CO 22113-3, Col. 4196-M)      2:44
    8.    Morgengruss   (CO 22114-?, Col. 4196-M)     3:22

    9.    Des Müllers Blumen    (XCO 20791-3, Col. 4197-M)  3:34

    10. Tränenregen   (CO 22117-1, Col. 4197-M)   3:05

    11. Mein   (CO 22253-1, Col. 4198-M)   2:41

    12. Pause  (XCO 22134-1, Col. 4198-M)     3:28
    13. Mit dem grünen Lautenbande    (XCO 22254-2, Col. 9139-M)    2:37
    14. Der Jäger (XCO 22254-2, Col. 9139-M)   1:26
    15. Eifersucht und Stolz  (XCO 22115-2, Col. 9139-M)   1:29
    16. Die liebe Farbe (XCO 22115-2, Col. 9139-M)   3:15
    17. Die böse Farbe (XCO 22247-1, Col. 9140-M)   2:15
    18. Trockne Blumen  (XCO 22247-1, Col. 9140-M)  4:25

    19. Der Müller und der Bach  (XCO 20922-3, Col. 9141-M)  4:25
    20. Des Baches Wiegenlied (XCO 20807-3, Col. 9141-M)   4:30

    Ernst WOLFF - Bariton and Piano

    Recorded for Columbia:

    20772ff, 20791ff, 20807 = III.1937

    20922 = IV.1937

    22113ff, 22134 = XII.1937

    22247f, 22253f = I.1938




    Here I present you the “Schöne Müllerin” sung by Ernst Wolff. The diskographical data is from CHARM and contains some controversial informations. The recording was made on several occasions, as can be seen by the dates of recording. If someone knows, where it is recorded, I would be grateful for information.

    His Interpretation of the song cycle war discussed controversially in the Gramophone after it was edited. You can find it in the article from Record Collector HERE .

    I like his interpretation, his simple manner and the ease of reaching high notes with his light voice, but I miss a bit of passion in songs like Mein! or Der Jäger. Judge by yourself!


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  • 07/10/12--11:33: Bayreuth 1927

  • Meine derzeitige Lieblingslektüre


    Ich lese seit einigen Wochen wie gebannt  in dem Buch von Spotts über die Geschichte der Bayreuther Festspiele – so gebannt, dass ich gar nicht dazu komme, neue Musik für mein Blog zu bearbeiten. Es ist faszinierend zu verfolgen, wie dieses Familienunternehmen immer durch die wechselhaften Zeiten der Geschichte kam. Bis 1945 waren es im wesentlichen  zwei starke Frauen, Cosima und Winifred, die die Geschicke lenkten, den Mythos aufrecht erhielten und dabei ab und zu auch noch wirkliche Kunst produzierten. Das zweite Buch, das ich bei der Lektüre immer zur Hand habe, ist das Verzeichnis der Besetzungen der Bayreuther Festspiele 1876-1960. Die meisten Menschen werden nicht verstehen können, dass diese Auflistungen von Jahreszahlen und Namen eine höchst spannende und die Phantasie anregende Lektüre sein kann. Als Sammler historischer Aufnahmen wird man bei der Lektüre immer wieder angeregt, die eine oder andere Aufnahme nachzuhören und sich den einen oder anderen Sänger, über den man gerade liest, ins Gedächtnis zu rufen.

    A very thrilling book to read - but only when my music collection is at hand....

    Eine der besten Editionen mit frühen Tondokumenten, die sich auf Bayreuth beziehen, erschien 2004 auf 12 CDs bei Gebhardt und ist mittlerweile vergriffen. Sie umfasst auch die Aufnahmen, die die Gramophone & Typewriter 1904 in Bayreuth in einem Hotelzimmer während der Festspielzeit aufnehmen ließ.


    Die ersten umfangreicheren Mitschnitte aus Bayreuth erschienen 1927, als die Columbia ein gemischtes Programm mit Auszügen aus dem Ring und Parsifal mit drei verschiedenen Festspieldirigenten aufnahm. Diese beiden Werke waren in der Anfangszeit das Kernrepertoire der Festspiele. Andere Wagneropern kamen nur als einzelne und ausnahmsweise dazu. 1927 war es als einzige weitere Oper Tristan und Isolde, die aufgeführt wurde. 1928 wurde von der Columbia diese Oper ebenfalls in Auszügen mitgeschnitten. Dazu wird später noch mehr zu sagen sein. Für heute bringe ich hier die kompletten Aufnahmen von 1927. Sie enthalten Instrumentalmusik, Chorszenen und Ensembles. Der Bayreuther Chor war immer gerühmt und Weltklasse, während die Solisten nicht immer überzeugen konnten. So auch hier: die Walküren und Blumenmädchen sind nicht herausragend, während Alexander Kipnis und Fritz Wolff in der Szene aus dem Parsifal eine zeitlos gültige Interpretation abgeben.



    Die Dirigenten wurden auch unterschiedlich beurteilt. Franz von Hoesslin, der die Ring-Ausschnitte leitet und im Jahr 1927 auch in Bayreuth den Ring dirigierte, wurde eher als Verlegenheitslösung angesehen. Kritiken bezeichnen die Aufnahmen als „underrehearsed“, d.h. die Interpretation war nicht ausgefeilt und in manchen Belangen etwas wackelig. Karl Muck hingegen war als Parsifal-Dirigent eine anerkannte Autorität, (ähnlich wie nach dem Krieg Hans Knappertsbusch). Er dirigiert die Blumenmädchen-Szene und die Verwandlungsmusik. Im Jahr darauf nahm er übrigens für Electrola (HMV) den kompletten 3. Akt aus Parsifal mit Gotthelf Pistor, Ludwig Hofmann und Cornelius Bronsgeest in Berlin auf.
    Das Vorspiel zum 3. Aufzug und die Szene mit Alexander Kipnis und Fritz Wolff werden dirigiert von Siegfried Wagner, der zwar die Festspiele leitete,  in diesem Jahr 1927 aber gar nicht selbst in Bayreuth dirigierte. Vermutlich wurde er verpflichtet, damit er als Sohn Richard Wagners auch vorkam und um das ganze authentischer und besser verkäuflich zu machen.

    Meine Meinung zu den Aufnahmen klang schon an: die Ring-Szenen sind verzichtbar, die Parsifal- Auszüge finde ich faszinierend und höre sie gerne, und die Szene mit Alexander Kipnis ist sogar großartig!


    Bayreuth 1927 (Playlist)

    Franz von Hoesslin (Dirigent):

    1.  Einzug der Götter in Walhall (Rheingold)
    Col. L 2016 / CLX 12524 (WAX 3002)

    2.  Gesang der Rheintöchter (Rheingold)
    Col. L 2016 / CLX 12524 (WAX 3003)
    Rheintöchter: Maria Nézadal, Minny Ruske-Leopold, Charlotte Müller

    3.  Walkürenszene (Walküre)
    Col. L 2017 / CLX 12525 (WAX 3004-3005)
    Walküren: Henriette Gottlieb, Ingeborg Holmgren, Maria Nézadal, Minny Ruske-Leopold, Charlotte Müller, Elli Sendler, Charlotte Rückforth, Maria Peschken

    4.  Waldweben (Siegfried)
    Col. L 2014 / CLX 12522 (WAX 3009)

    5.  Vorspiel zum 3. Aufzug (Siegfried)
    Col. L 2015 / CLX 12523 (WAX 3000)

    6.  Siegfried durchschreitet das Feuer (Siegfried)
    Col. L 2015 / CLX 12523 (WAX 3001)

    Karl Muck (Dirigent):

    7.  Verwandlungsmusik und Grals-Szene (1.Teil) (Parsifal)
    Col. L 2007 / CLX 12515 (WAX 3010-11)

    8.  Grals-Szene 2.Teil (Parsifal)
    Col. L 2008-2010 / CLX 12516-12518 (WAX 3012-3017)

    9.  Blumennmädchen-Szene (Parsifal)
    Col. L 2011 / CLX 12519 (WAX 3018-3019)
    Blumenmädchen: Anny Helm,  Ingeborg Holmgren, Maria Nézadal, Minny Ruske-Leopold, Charlotte Müller, Hilde Sinnek

    Siegfried Wagner (Dirigent):

    10. Vorspiel zum 3. Aufzug (Parsifal)
    Col. L 2012 / CLX 12520 (WAX 3023-3024)

    11. So ward es uns verhießen (Parsifal, 3. Aufzug)
    Col. L 2013-2014 / CLX 12521-12522 (WAX 3020-3022)
    Gurnemanz: Alexander Kipnis, Parsifal: Fritz Wolff

     DOWNLOAD


    Alexander Kipnis in jungen Jahren (ca. 1920)


    Here I give you for download the recordings from the Bayreuth Festival 1927. They are with the orchestra, soloists and chorus of the Bayreuth Festival. Franz von Hoesslin directed the Ring in that year and Karl Muck the Parsifal. The Ring recordings are average, the Parsifal recordings quite good and Kipnis is outstanding (in my humble opinion...).

    It is also interesting to think about what could have been recorded and what was not. In that year  Friedrich Schorr sang Wotan in the Ring, alternating with Josef Correck, who left no recordings at all (although he was creator in Strauss-operas and in Dr. Faustus by Busoni). Siegmund was sung by Oskar Ralf, the elder brother of Torsten Ralf, and Sieglinde by Henny Trundt, who left no commercial recordings. Siegfried and Brünnhilde are better documented: they were sung by Lauritz Melchior and Nanny Larsen-Todsen. 

    Josef Correck - unfortunately the former possessor of the foto used to punch his postcards to store them (shiver!)


    Parsifal was sung by Fritz Wolff and Gotthelf Pistor, who later recorded the third Aufzug with Karl Muck in 1928. Kundry was sung by Barbara Kemp, Henny Trundt and Nanny Larsen-Todsen. 1927 was the only year, when Karl Hammes took part in Bayreuth and sang Gunther in the Götterdämmerung and Amfortas in Parsifal. He died as a soldier and pilot in 1939 and made only a handful of recordings. Alexander Kipnis alternated with Ivar Andresen as Gurnemanz to the Klingsors of Franz Egenieff (who also left only a few recordings) and Eduard Habich, who sang in Bayreuth Alberich 1911, 1912, 1914 and 1924-1931 and Klingsor 1912 and 1924-1927. Habich has also left not enough recordings to recognize his importance from today.

    PS. In Bayreuth every year there were taken many photos of the participants by one or two local photographers. They were sold as postcards in small quantitiy. Here is a fine example from 1927. It shows (from the left) Karl Muck, directing assistant Luise Reuss-Belce ("Regieassistenz"), musical helpers Carl Gianicelli and Evelyn Faltis ("Musikalische Assistenz und Solorepetition") and the singer Franz Egenieff.

    Karl Muck, Luise Reuß-Belce, Carl Gianicell, Evelyn Faltis, Franz Egenieff -- Stamp on the back: "Am Bühnenweihfestspielhaus in Bayreuth", dated: 1927


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    Heute kommt die Aufnahme von Tristan und Isolde unter Karl Elmendorff. Sie entstand in Bayreuth 1928 mit den Sängern, die auch auf den Festspielen sangen.

    Tristan und Isolde wurde 1927 wieder in die Bayreuther Festspielserie aufgenommen, nachdem die Oper zuletzt 1906 dort gespielt worden war. 1927 und 1928 wechselten sich als Tristan Gunnar Graarud und Gotthelf Pistor ab. Die Isolde wurde 1927 von Emmy Krüger, 1928 und 1930 (1929 fanden keine Festspiele statt) von Nanny Larsen-Todsen gesungen. Den König Marke sang 1927 und 1928 Ivar Andresen, 1927 alternierend mit Alexander Kipnis, 1928 mit Ludwig Hofmann. Den Kurwenal hatte Rudolf Bockelmann 1928 von Eduard Habich und Theodor Scheidl übernommen, die die Rolle 1927 sangen.


    Gunnar Graarud als Tristan 1928



    Anny Helm als Brangäne Bayreuth 1928-1931

    Nanny Larsen Todsen, here as Brünndhilde, as I have no photo of her Isolde




















    Für die Schallplattenaufnahmen mussten einige Striche hingenommen werden, um das ganze Werk auf 20 Platten zu bekommen. Besonders schmerzhaft sind diese im 3. Akt. Die große Schmerzensszene des Tristan ist sehr zusammengestrichen, was angesichts der guten Leistung von Gunnar Graarud sehr schade ist. Trotzdem ist die Aufnahme ein faszinierendes Dokument und auch künstlerisch sehr befriedigend.

    TRISTAN UND ISOLDE

    Tristan – Gunnar Graarud
    Isolde – Nanny Larsen-Todsen
    Brangäne – Anny Helm
    Kurwenal – Rudolf Bockelmann
    König Marke – Ivar Andresen
    Melot – Joachim Sattler
    Ein Hirt – Hans Beer
    Ein junger Seemann – Gustav Rodin
    Chor und Orchester der Bayreuther Festspiele, Ltg. Karl Elmendorff

    Columbia GOX 10532 bis GOX 10551 bzw. L 2187 bis L 2206
    Aufgenommen Juli 1928 in Bayreuth

    Playlist:

    1. Aufzug Vorspiel (Nr. 1)
    1. Szene: Westwärts schweift der Blick…Entartet Geschlecht (Nr. 2-4)
    2. Szene: Frisch weht der Wind…Darf ich die Antwort sagen (Nr. 5-7, Score cut after 5)
    3. Szene: Weh, ach wehe! Dies zu dulden (Nr. 8 - 15, Score cut after 11 and 15)
    4.Szene (cut)
    5. Szene: Vorpiel (Nr. 16), Begehrt, Herrin, was ihr wünscht (Nr. 17 – 25)

    2. Aufzug Vorspiel (Nr. 26)
    1. Szene: Hörst du sie noch…Dein Werk, o tör’ge Magd (Nr. 27 – 31, score cut after 30)
    2. Szene: Isolde, Geliebte!...Einsam wachend…Soll ich lauschen? (Nr. 32 – 43, cut after 42)
    3. Szene: Rette dich, Tristan…Tatest du’s wirklich (Nr. 44 – 50, score cut after 44)

    3.Aufzug Vorspiel (Nr. 51)
    1. Szene: Hirtenweise…Kurwenal, sag (Nr. 52 – 53) (Large Score cut)
    1. Szene: Das Schiff, siehst du’s noch nicht? (Nr. 54 – 55, score cut after 55)
    2. Szene (cut): So bange Tage (Nr. 56)
    3. Szene (cut): Tot denn alles…Mild und leise (Nr. 57 – 58)



    Here I bring you today the Tristan from Bayreuth 1928. It is a pity that there are big cuts mainly in the third act, as I like the Tristan of Gunnar Graarud very much. What do you think about him and Nanny Larsen-Todsen? Listen and judge for yourself.

    Karl Elmendorff




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  • 07/21/12--14:08: Tristan 1928 addenda
  • Ernest Newman



    In the 1928 Tristan set, which I owned once (the transfers I posted come from another source and weren’t done by me), there were two sides with commentary by Ernest Newman (1868 – 1959), a music critic and musicologist, who was well known in England and had much influence as a critic. He visited Bayreuth regularly and wrote about it. Also he wrote a biography of Richard Wagner in four volumes. You can read about him in the Wikipedia article:



    Tristan 1928, side 15



    Tristan 1928, side 33



    The name of the records, which were sides 15 and 33 in (the English version of) the set, are:
    "The motives and their function in the opera, explained and illustrated by Ernest Newman", part one and two.
    Matrix Nrs. WAX 4276-4277
    Records L 2194, L 2203
    Ernest Newman tells about the motives of the opera and gives examples on the piano – quite interesting. You can just listen to the sides or you also can download them (Click on the little down-to-earth-arrow below the field “info”).




    Three big albums then, a little download today...


    PS. As I didn’t give a photo of Ivar Andesen, who sings König Marke in the 1928 recording of Tristan, here are two photos from later Bayreuth appearances in 1934. Andresen sang until 1936 in Bayreuth (then he was 40 years old) and died just four years later.

    Bayreuth 1934 - from left: Ivar Andresen, Kirsten Flagstad, unknown, KirstenFlagstad's mother, Andresen's son


    Kirsten Flagstad and Ivar Andresen Bayreuth 1934



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    As I am living with historical and classical recordings, I am also living with other blogs and their postings.  They make my musical life rich and get me new experiences with fine music. A few of them which I like very much I will recommend to you. They all are blogs, where you can download historical or classical recordings for free.

    One of the best blogs for historical recordings from all around the world and from pop music styles is the blog of jillem. He is spreading recordings from 1900 (old Negro quartett recordings and early jazz) until the 70s (Reggae, African Pop music). You also find Blues, Klezmer, Accordion, mandolin and banjo recordings, field recordings from the USA, South American and Mexican music, much Gospel, Jazz and many interesting more. As he is working sometimes with copyrighted material (even if most of the CDs are so rare or out of print that nobody can buy them), his blogs get closed from time to time, but for the sake of the music fans he is keeping on. His latest blog is



    Go ahead downloading, in a few weeks it is maybe too late… I have got much fine music from him and learned about music I never would have picked from my own but which is beautiful. A really educational enterprise!


    Also in the sector of Pop music is “Viejos estilos musicales” (Old musical styles)



    It is featuring "Pop Music" on old Extended Play-Singles or early LPs from the fifties and sixties, mainly from Spain, Mexico and Italy, with a lot of interesting and fine music. It is really worth trying to download some singles which look good to you. I discovered some haunting melodies in this, and my latest hit on the IPod is “Trio Los Panchos”, a Mexican group from the fifties. Real good stuff!




    The owner of Viejos estilos has also a blog with transcriptions of classical LPs, which is fine. It is http://yayosalvaclasicos.blogspot.de/
    He is running the blogs parallelly as private blogs, because he is fearing that his accounts get closed some day. You never can be sure, when it hits you, even if you only publish old and out of print music...


    The owner of The Music Parlor 

    was met by this fate. It seems that his Mediafire account was closed because a soundfile on his blog was mixed up by the automatical “copyright violation searcher” with a hard rock video on youtube, and even if the error is quite obvious, his account was closed and he is thinking giving up his blog. I wish him success in getting his files free again and hope he will keep on! You can read all about the case in the link I have given above.


    There are other fine classical and opera blogs, which I am watching:


    Modern and actual opera recitals you find on



    Even the latest recital CD of Erwin Schrott is already there…



    Another fine opera recordings blog is



    Here you nearly find everything, also some historical recordings.



    What I am always watching is “Afina tos oidos” (Tune up your ears).



    Also valuable and fine is “Coloraturas”


    http://lesbijouxandcolors.blogspot.de/    with many complete opera recordings.


    I also like the operas on  “Rofrano’s”



    and the huge, mainly classical program on “Radio me la sudas”



    Another fine blog is the blog of nibelung:


    His latest offer is the “Schöne Müllerin” with Germaine Martinelli from 1933. In the blog there are not many recordings, but there is a treasure chamber associated with the blog on http://intoclassics.net/news/0-0-0-0-17-4847

    Here on this Russian site and also on the Spanish sites shown above the translator function of Goggle Chrome is a very valuable tool to get along.

    From Nibelung's site I got for example the late recordings of Elly Ney on 12 CDs, which were on my want list for a long time. Thank you!



    Sorry I cannot list all of the fine blogs, but maybe sometimes I will make an update here on my blog. For today as last news: the blog from Ashot, who had the blogs “Golden age opera singers” and “Forgotten opera singers” some time ago, has moved to


    And as a very last one: I don’t know why blogspot has problems of showing it correctly on my sidebar, but a very interesting blog about historical singing is the Music Antiquarian Blog:



    To be continued…


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    Das frühere Geigen-Wunderkind sei am 6.VIII.2012 im Alter von 94 Jahren an Herzversagen gestorben, meldeten BBC und das Fachmagazin für Streichinstrumente, „The Strad”, am Montag. Der Sohn italienischer Einwanderer wurde 1918 in Kalifornien geboren. Er hatte schon als Sechsjähriger Unterricht bei Louis Persinger, der auch Lehrer des 1999 gestorbenen Star-Geigers Yehudi Menuhin war. Bereits mit elf Jahren debütierte Ricci in der New Yorker Carnegie Hall und unternahm wenig später seine erste Europa-Tournee. Ricci war besonders für seine Paganini-Interpretationen bekannt. In späteren Jahren machte er sich auch als Geigen-Lehrer einen Namen.


    Ruggiero Ricci at eleven (click on picture to enlarge)


    Dies las ich in den Nachrichten. Gerade einen Tag vorher hatte ich eine für mich neue Ausgabe der „Skizzen“ vom November 1932 bekommen, einer Kundenzeitschrift der Schallplattenfirma Electrola. Dort war ein Bild von Ruggiero Ricci als 11-jähriger mit dem Schriftsteller Gerhart Hauptmann und seiner Frau abgebildet. Ich dachte, es hier zu posten, da es wohl ziemlich ungewöhnlich und vergessen ist. Dem ist aber nicht so! Die Salzburger Nachrichten posten in ihrem Nachruf als einziges Foto ein ähnliches Bild aus der gleichen Aufnahmesitzung.



    Armer Künstler! Er wird immer nur als Wunderkind erinnert werden. Seine späteren Taten und Leistungen verblassen dagegen…



    I found just these days in an old Electrola magazine from Nov. 1932 a photo of the violinist Ruggiero Ricci. It was before I read that he has just has passed, and I thought it would be something special to post this photo here to remember him in an uncommon way. But, as I see now – the Salzburger newspaper brings nearly just the same photo to commemorate him. So: one times “Wunderkind”, always “Wunderkind”, even if you become 94 years old, make hundreds of recordings as a grown up and teach dozens of good violinists: the only thing that survives (at least in the city of Mozart) is the early start at eleven…



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    Today I bring you the Song cycle „Dichterliebe“ by Robert Schumann. It was composed 1840 after poems of Heinrich Heine, and it was published in 1844. The first complete performance as a whole cycle was done by the singer Julius Stockhausen with Johannes Brahms accompanying in 1861.


    Here is a fine severe interpretation of Alexander Kipnis with Wolfgang Rose (of whom I know nothing) at the piano. It was broadcasted in America in the year 1943.


    Alexander Kipnis in the thirties



    On the LP where it was published there are long pauses between the songs. This is uncommon to me, because I first heard this song cycle from Fischer-Dieskau who only made very short intermissions between the songs in his recording. At first I thought that they were maybe made by the LP- manufacturer and I planned to shorten them. Then I heard Kipnis and his pianist in “Ich hab’ im Traum geweinet” (Nr. 13) – the pauses in the song are so long and the two artists  have all time in the world, that I thought that Alexander Kipnis would have made these long pauses even when he performed these songs live, and I left it the way it was on the LP. It is a calm and slow and severe interpretation and a real contrast to Fischer-Dieskau. And it is uncommon to hear this performed by a deep bass…




    1.  Im wunderschönen Monat Mai

    2.  Aus meinen Tränen sprießen

    3.  Die Rose, die Lilie, die Taube, die Sonne

    4.  Wenn ich in deine Augen seh'

    5.  Ich will meine Seele tauchen

    6.  Im Rhein, im heiligen Strome

    7.  Ich grolle nicht

    8.  Und wüßten's die Blumen, die kleinen

    9.  Das ist ein Flöten und Geigen

    10. Hör ich das Liedchen klingen

    11. Ein Jüngling liebt‘ ein Mädchen

    12. Am leuchtenden Sommermorgen

    13. Ich hab' im Traum geweinet

    14. Allnächtlich im Traume

    15. Aus alten Märchen

    16. Die alten bösen Lieder



    Robert Blass (Bass)


    Zum Abschluss als kleine Zugabe eine der frühesten Aufnahmen aus dem Zyklus. Sie stammt von Robert Blass, ebenfalls einem Bass, und entstand im Jahre 1903 für Victor. (Das Lied „Ich grolle nicht“ wurde öfters in frühen Jahren aufgenommen, z.B. von Ernest Van Dyck ca. 1905 in Paris auf Fonotipia, während mir das erste Lied nicht von anderen Aufnahmen her bekannt ist.) Die Aufnahme findet sich auf der Seite der Sächsischen Landesbibliothek Dresden, wo sich unter dem Punkt „Sammlungen - AV-Medien/Mediathek" ca. 2000 alte Schellackplatten zum Anhören überspielt finden. Sie stammen hauptsächlich aus der Sammlung Wilhelm und beeinhalten sehr seltene und frühe Aufnahmen. Der Link findet sich unter „Archiv der Stimmen“ in meine Linkliste rechts. Das Foto von Robert Blass wiederum stammt aus einem sehr interessanten Artikel über Gustav Mahler in New York ("Tristan und Isolde" 1908 an der Met), den ich empfehle:




    Blass, Robert, Baß, * 27.10.1867 New York, † 3.12.1930 Berlin; er stammte aus einer deutscher Familie. 1887 kam er nach Leipzig und studierte zuerst Violinspiel, später Gesang bei Julius Stockhausen in Frankfurt a.M. 1892 Debüt am Hoftheater von Weimar als König Heinrich im »Lohengrin« er blieb bis 1897 an diesem Haus engagiert und sang dann 1897-98 am Stadttheater von Lübeck, 1898-1900 am Stadttheater von Bremen.Er gab während dieser Zeit Gastspiele an verschiedenen deutschen Bühnen, so 1897 an der Hofoper von München, 1900 an der Hofoper von Dresden. Man hörte ihn bei den Bayreuther Festspielen 1901 abwechselnd als Gurnemanz und als Titurel im »Parsifal« sowie als Hagen in der »Götterdämmerung«. 1899 wirkte er am Berliner Theater des Westens in der Uraufführung von Heinrich Zöllners »Die versunkene Glocke« mit. Gastspiele an der Londoner Covent Garden Oper 1900 als Hagen in der »Götterdämmerung«, 1901-03 als König Heinrich im »Lohengrin«, als Pogner in den »Meistersingern«, als Landgraf im »Tannhäuser«, als Marke im »Tristan« und als Hunding in der »Walküre«. Es folgte ein Engagement an der Metropolitan Oper New York (1900-10), wo er als Antrittsrolle den Landgrafen im »Tannhäuser« sang. 1909 wirkte er dort in der New Yorker Premiere von Smetanas »Verkaufter Braut« als Kruschina mit. 1905 nahm in Amsterdam (gegen das Verbot von Bayreuth) an der holländischen Premiere des »Parsifal« teil. Dann kam er wieder nach Deutschland, gastierte 1910 an der Berliner Hofoper und war 1913-19 am Deutschen Opernhaus Berlin tätig, wo er 1914 in der Premiere des »Parsifal« die Partie des Gurnemanz übernahm. 1920-22 war er dann abermals an der Neww Yorker Metropolitan Oper im Engagement. Dort ist er insgesamt in 25 Partien und in 234 Vorstellungen (ohne die Aufführungen während der alljährlichen Gastspiel-Tournee des Ensembles) aufgetreten. Von den Partien, die er an der Metropolitan Oper sang, sind zu nennen: der Sarastro in der »Zauberflöte«, der Rocco im »Fidelio«, der Hohepriester in der »Königin von Saba« von Goldmark, der Ramphis in »Aida«, der Gaveston in »La Dame blanche« von Boieldieu, an erster Stelle aber seine Wagner-Gestalten vom Daland im »Fliegenden Holländer« bis hin zum Gurnemanz im »Parsifal«, den er in der denkwürdigen New Yorker Erstaufführung des »Parsifal« am 24.12.1903 vortrug. Er wirkte an der Metropolitan Oper auch in den Premieren der Opern »Manru« von Paderewski (1902), »Der Wald« von Mrs. Ethel Smith (1902) und »Salome« von R. Strauss mit. In den Spielzeiten 1920-22 waren seine Partien an der Metropolitan Oper vor allem der Marke im »Tristan« und der Gurnemanz. Später lebte er in Berlin und wirkte dort als Pädagoge.


    Seltene, frühe Victor-Platten (New York, 1903) sowie einige Edison-Zylinder.


    [Nachtrag] Blass, Robert; an der Covent Garden Oper London trat er auch als Dogberry in der Uraufführung der Oper »Much Ado About Nothing« von Charles Villiers Stanford auf (30.5.1901).



    [Lexikon: Blass, Robert. Großes Sängerlexikon, S. 2292

    (vgl. Sängerlex. Bd. 1, S. 342 ff.) (c) Verlag K.G. Saur]


     




    Above you find a very early recording from the Dichterliebe by the Bass Robert Blass. It was made for Victor in 1903 and republished by the IRCC (International Record Collectors Club) in the forties (or fifties ?) Blass was a pupil of Julius Stockhausen, who performed the cycle for the first time! 

    I have the recording  from the homepage of the Dresden Saxonian State library, which has on its website ca. 2000 rare shellacks published for listening or, with a few tricks, also for download. The Link: 


    http://www.slub-dresden.de/sammlungen/av-medien-mediathek/


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    Leider kommt es in letzter Zeit immer wieder vor, dass Mediafire wegen angeblicher Copyrightsverletzungen die accounts von Bloggern schließt. Letztes Opfer wurde Satyr, der sich ganz auf Mediafire verlassen hatte und dessen vier Blogs alle Opfer des Ausschlusses wurden. Vorher waren schon Jillem und Tin Ear mit ihren Blogs die Opfer von Mediafire.  Das Schlimme ist, dass man diesen Hostern quasi machtlos gegenübersteht: keiner der Betroffenen bekam eine Stellungnahme von Mediafire, geschweige denn wurden berechtigte Einsprüche anerkannt oder beantwortet. Diese Politik kann man als Blogger nicht akzeptieren. Was sind die Hintergründe?

    Zum einen ist darauf hinzuweisen, dass die Copyright-Regeln auch in Europa im letzten Jahr verschärft wurden. Bis dahin betrug die Frist 50 Jahre nach der Aufnahme, bis eine Tonaufnahme „public domain“ wurde und von jedem frei benutzt und verbreitet werden konnte. Im September 2011 wurde diese Frist auf 70 Jahre verlängert, so dass nun Tonaufnahmen vor dem Jahr 1942 frei sind. Dadurch sind viele interessante Aufnahmen, die Sammler interessieren, „illegal“ geworden und dürfen nicht verbreitet werden. Die 70-Jahres-Frist gilt übrigens bei Komponisten, Textdichtern und Fotografen derart, dass ihre Werke 70 Jahre nach ihrem Tod urheberrechtlich geschützt werden. Von daher, argumentierte die EU, ist es nur gerecht, wenn bei Musikern etwas ähnliches gilt. Zusätzlich wurden für Musiker, die Schallaufnahmen gemacht haben und ihre Werke an eine Plattenfirma verkauft haben, die Möglichkeit geschaffen, die Rechte an ihren Produkten zurück zu erwerben, wenn die Plattenfirma die Aufnahmen nicht länger vermarktet („use it or give it back“). Das klingt zwar alles sehr „gerecht“, man darf aber vermuten, dass die Schallplattenindustrie da ihre Hände im Spiel hatte. Noch ein paar Jährchen, und die Beatles-Aufnahmen wären frei kopierbar gewesen! Und die Callas-Aufnahmen waren es teilweise schon…


    Offiziell ist also nun das meiste, was Blogger machen, illegal: Aufnahmen von vor 1942 verbreiten, oder Werke von Komponisten, die nach  1942 gestorben sind, ohne GEMA-Gebühren dafür zu zahlen (z.B. Richard Strauss, Bela Bartok). Die beigegebenen Fotos dürften auch in vielen Fällen noch Copyright-behaftet sein, auch wenn das sehr schwer herauszufinden ist. Selbst Werke, bei denen kein Copyright-Inhaber festzustellen ist ("orphan works"), sollen nach Vorschlag der EU nur von Bibliotheken verbreitet werden dürfen. Trotzdem ist das Verbreiten von älteren Aufnahmen, insbesondere wenn diese nicht mehr oder nur sehr schwer kommerziell erhältlich sind, eine wichtige Bildungsaufgabe. Diese Aufnahmen sind menschliches Kulturgut, und viele Blogger verstehen sich als Bewahrer dieser Kulturgüter und Helfer, dass sie nicht in Vergessenheit geraten. Das, was dem Inhaber, wenn er denn bekannt ist, eventuell an Gebühren verloren geht, macht allenfalls Cent-Beträge aus.

    Warum nun gerade Mediafire sich so vor den Karren der Schallplattenindustrie spannen lässt, entzieht sich meiner Kenntnis. Vielleicht hat man als US-amerikanisches Unternehmen Druck bekommen und Angst, das Schicksal von Megaupload zu teilen…

    Normalerweise gilt: Wo kein Kläger, da kein Richter, d.h. dass Copyright“verletzungen“ nur auf Antrag von Personen, die nachzuweisen haben, dass sie die Copyrightinhaber vertreten, verfolgt werden. Diese Nachprüfung scheint bei  Mediafire zu unterbleiben. Bei Tin Ear war es eine Aufnahme aus den 50er-Jahren, die von automatischen Suchprogrammen (der Schallplatten-industrie?) fälschlicherweise als japanischer Pop-Titel von vor ein paar Jahren fehlidentifiziert wurde. Bei Satyr war es zuerst eine französische Aufnahme von 1931, die heute kaum noch ein Mensch kennt und für die es wahrscheinlich keine Copyrightinhaber mehr gibt, die den Anlass zur Sperrung gab. Hier kann man nur zu dem Schluss kommen, dass Mediafire hier die Rechte seiner User missachtet, indem eine Benennung und Aufklärung der Vorwürfe verhindert wird. Man erfährt nicht, weshalb man überhaupt angeklagt wurde bzw. bei falschen Anklagen wird nicht auf Gegenbeweise reagiert.

    Ich benutze bislang Mediafire als einzigen File-Hoster und habe bisher keinen Ärger gehabt. Die genannten Beispiele zeigen mir aber, dass es mich auch jederzeit treffen kann, denn selbst bei Aufnahmen, bei denen keine Copyright-Verletzungen zu befürchten sind, macht Mediafire anscheinend nicht Halt, wenn nur jemand kommt und sie bemängelt. Ich denke, dass so etwas auch bei privaten Blogs passieren kann.
    Deshalb ist die Alternative, sich einen anderen Filehoster zu suchen bzw. seine Sammlung auf mehrere Hoster zu verteilen, damit man im Falle eines Rausschmisses nicht die ganze Sammlung neu hochladen muss. Denn zu stoppen sind solche Aufnahmen, wenn sie einmal in Umlauf gebracht wurden, ohnehin nicht mehr!


    In der Diskussion um „loyale“ Filehoster wurde des öfteren Zippyshare genannt. Ich habe mir dort auch einen Account zugelegt und werde es bei meinen nächsten Aufnahmen testen. Sendspace kenne ich nicht und auch kein Blog, das damit arbeitet. Was auch gut zu klappen scheint und wo man, weil ausserhalb der EU, wohl keinen Ärger zu fürchten braucht, ist der russische Anbieter


    Der Nachteil hierbei: Alles ist in kyrillischer Schrift, was das Uploaden und den Lesern das Downloaden erschwert (wen man es einmal raushat, ist es aber kein Problem!). Der Übersetzer bei Google Chrome wird gut damit fertig. Der Vorteil: 200 MB-Dateien wie überall können hochgeladen werden, und beliebig viele parallele Downloads sind erlaubt und starten sofort ohne Wartezeiten. Das Blog
    nutzt diesen Anbieter (nachdem der Blogger ebenfalls bei Mediafire rausgeflogen ist), und ich habe als Downloader damit nur beste Erfahrungen gemacht. So habe ich dort auch schon mal auf Vorrat einen account eröffnet…

    Und dann gibt es noch Länder auf der Welt, die es nicht so genau mit der Kontrolle nehmen. Vielleicht kann man ja dort auch Blogger mit einem ähnlichen Geschmack finden, die gerne meine Aufnahmen, die jünger als 70 Jahre sind, in ihr Blog oder ihren File-Hoster aufnehmen. Daraus könnten sich ganz neue weltumspannende Verbindungen unter uns Bloggern ergeben, und das wäre doch wieder ein Gutes der viel zu restriktiven Copyright-Politik!

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    I am discussing above, that Mediafire suspends many bloggers in the last time: If you are accused of copyright violation, you get no informations about the content of the accusation. Or if the accusation is demonstrably wrong, they do not react and close your account, too.

    Every blogger who is using Mediafire should look for alternatives. Two are recommended above: Zippyshare and the Russian provider Narod. If you have other propositions, use the “comment”-function to this article…

    Above you also find the link to European Copyright Law, which has been prolonged last year for sound recordings from 50 to 70 years. So, with most recordings you aren’t allowed to share them. But in reality, there are still many recordings to find, and I will keep on uploading old recordings from my collection, as legally as possible! I am thinking of finding Co-Bloggers in countries like Mexiko who will publish my recordings on their sites, when they are younger than 70 years. Maybe in this way, we build networks of like-minded bloggers...



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    Obwohl heute noch ein schöner Sonnentag war, geht der Sommer, wo man lieber im Garten sitzt als im Schallplattenzimmer, nun immer mehr seinem Ende zu. Zeit, endlich mal wieder Musik zu veröffentlichen! Ich habe noch einiges in der Planung und schon manches davon vorbereitet, aber fertig ist noch nicht viel. Als erstes kommt nun eine LP von Elisabeth Schumann (1888 - 1952), die 1964 in England erschienen ist und im Jahre 1950 mit George Schick am Klavier aufgenommen wurde. Sie enthält Lieder von Felix Mendelssohn, Robert Franz und Hugo Wolf.

    Ich habe lange überlegt, ob ich die LP hier veröffentlichen soll, da diese Aufnahmen auch als kommerzieller Download bei Amazon angeboten werden. Die Edition dort ist aber lieblos gemacht (die gleichen Schreibfehler von Liedtiteln wie auf der Original-LP), und die Aufnahmen klingen, soweit ich hineinhören konnte, als seien sie von einer schlecht erhaltenen LP überspielt worden. Meine Überspielung klingt besser, und so bringe ich die Aufnahme hier doch - zumal ich durch den Kommentar von tin ear auf meinen letzten Beitrag erfahren habe, dass die 70-Jahre-Frist für Tonaufnahmen in Europa noch nicht Gesetzesrang hat, sondern erst geplant ist, und diese Aufnahme deshalb legal kopierbar ist. Der Download-Link, zum ersten mal auf Zippyshare, befindet sich weiter unten.


    As I have learned through the comment of tin ear on my last article, that the extension of Copyright to 70 years isn't law yet, I venture to publish this recording which was still ready for some time. I hesitated to bring it here because there is a commercial download source for it on Amazon, but I think my recording sounds better, and as it is old enough to be "free", so here it is! It is an LP by Elisabeth Schumann (1888 - 1952), published in 1964 in England, but recorded in 1950. The Robert Franz Lieder and Mendelssohn songs were recorded in spring of 1950 (Feb., 6th and 27th and April, 7th) in the appartment of Elisabeth Schumann in New York and issued in the middle of the 50ies on an 10 inch LP. The Hugo Wolf Lieder were recorded in December 1950 at the same place (Dec., 7th and 8th and 18th), with George Reeves at the piano, and issued in 1951.

    In 1964, as the LP cover states, they were issued on Allegro ALL 746. Some Wolf songs were ommitted in order to fit to the record size. To save work, I copy the table of the whole songs from the Schumann Biography of her son gerd Puritz (see below):

    Lieder recorded in 1950 by Elisabeth Schumann

    On the LP the Lieder 234 c), e) , f), g), h), k), m), p) were ommitted. "l) Phänomen" is listed on the LP and in my MP3 with its first line "Wenn zu der Regenwand Phoebus sich gattet". (Strange German - if you want a translation of the text, look here! )
    The Wolf Songs are in a different order than above on the LP. You'll see it in the tags of the MP3 recordings. You can download the album here (first time on Zippyshare):

    DOWNLOAD MP3







    As Gerd Puritz writes in his book about his mother, the last years weren't very good for Elisabeth Schumann. Even if there was a highly acclaimed Gala at the Met at Jan 7th, 1951 and a successful tour to South Africa in 1951, her vocal ablities were diminshing like her financial resources, and new engagements were hard to get. At the end of 1951 she got ill with bone cancer and died in the spring of 1952.

    You hear on the LP that the voice has lost his glamour and finish (at the age of 62!) and sometimes sounds tired, but the songs are choosen with taste and skill, and the album is still a pleasure to listen to. Puritz writes how Schumann talked with Lotte Lehmann, who made her farewell in 1951, about the possibilities of which songs could still be sung with effect and which ones they would better leave to younger voices...

    I like Elisabeth Schumann and I also like the selection of the songs - not always the same Schubert, but very fine Mendelssohn songs and some Lieder by my highly estimated Robert Franz. And Hugo Wolf also is always a good choice! If someone owns the (I think much rarer than the Allegro LP) original LP with the Wolf songs and can contribute the ommitted songs, me and my readers would be very thankful...












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    In meinem letzten Beitrag schrieb ich, dass auf der LP-Wiederveröffentlichung aus dem Jahre 1964 der Liedaufnahmen von Elisabeth Schumann, die ursprünglich im Jahr 1950 entstanden, acht Lieder von Hugo Wolf fehlen. Ich danke meinem Mit-Blogger Tin Ear, der mir eine Überspielung der 25-cm LP Allegro  98 und die Fotos der Cover zur Verfügung gestellt hat, so dass ich hier auch noch die fehlenden acht Lieder präsentieren kann. Dies ist also für mich die erste blogübergreifende Kooperation mit einem anderen Blogger, und ich halte solche Kooperationen für eine gute Sache. Falls hier ein Leser gerne etwas veröffentlicht haben möchte, was in mein Blog passt, oder jemand gute Ergänzungen zu hier bereits veröffentlichten Aufnahmen hat, ist er herzlich eingeladen, sich an mich zu wenden!


    Allegro AL 98 - Hugo Wolf Recital


    Die LP aus dem Jahre 1950 ist von einer sehr schlechten Qualität: minderwertiges Pressmaterial, das rauscht und knackt, und dazu noch sehr leise aufgenommen, was die relative Lautstärke der Nebengeräusche noch einmal erhöht. So kommt es, dass manche Schellackplatten von 1930 besser klingen als diese LP von 1950. Trotzdem gefallen mir die Aufnahmen gut, und sie sind es wert, der Vergessenheit entrissen zu werden. Wie man sehen kann, wenn man die Rückseite des Covers liest, ist 1964 die zweite Seite der 25-cm-LP wiederveröffentlicht worden, während die erste Seite weggelassen wurde. Sie wird nun unten zum Download angeboten.



    Allegro AL 98 Sleeve Notes and
    Song translations

    Elisabeth Schumann: 8 Lieder von Hugo Wolf
    Piano: George Reeves, recorded December 1950

    1. Bedeckt mich mit Blumen (Spanisches Liederbuch)
    2. Gesegnet sei das Grün (Italienisches Liederbuch)
    3. O wär Dein Haus durchsichtig wie ein Glas (Italienisches Liederbuch)
    4. Ihr jungen Leute (Italienisches Liederbuch)
    5. Wie glänzt der helle Mond (Keller)
    6. Du denkst, mit einem Fädchen mich zu fangen (Italienisches Liederbuch)
    7. In der Frühe ("kein Schlaf noch kühlt das Auge mir") (Mörike)
    8. Sie blasen zum Abmarsch (Spanisches Liederbuch)

    Download: http://www27.zippyshare.com/v/49288918/file.html





    Thanks to my fellow blogger Tin Ear I can present you now the missing eight Hugo Wolf Lieder from the 10-inch-LP Allegro AL 98, which were not reissued in 1964 on the LP Allegro ALL 746 (see my previous posting). This is my first cooperation with another blogger, and I am glad that it took place. I think, that this possibility of working together is a good thing and a great opportunity of blogs. Thank you, Tin Ear, for these recordings!

    As I didn't succeed to improve the quality of the recordings with my own sound program, I publish the recordings here as I got them from Tin Ear, who made some efforts with them: a special stylus, speed correction and some de-crackling (I just transfered them to MP3). Still this LP from 1950 sounds worse than many Schellacks from the thirties. This is because the pressing material was not good and the LP was recorded at a low volume level. There are also echoes on track 3 due to bad pressing. But after all - I think the recordings are still very enjoyable and worth not to fall into oblivion.

    And the recordings remind me to another fine Hugo Wolf set from the forties from a nearly forgotten female singer. I will look for them in my collection and transfer them for this blog in the next weeks...


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    A few weeks ago I transfered an old RCA LP devoted to the tenor Richard Crooks. I have always liked his voice, and I remember that as a young collector despite of his not quite correct German I was specially impressed by his Gralserzählung from Lohengrin, which I had on a black Electrola disc. Listening again to Crooks after some years I can say that I still like it. There are also some non-Wagnerian opera recordings which are very fine (Fedora, Manon, Tosca, even Don Giovanni) and some that are, for my taste,  too lyric and "sweet" (like his "Mi par d'udir", even if Gigli is more perfumed in his version). All in all it is fun listening to him and comparing his versions with others, and so I post the LP here.

    Richard Crooks,
     Victrola cover (part)



    As I don't prefer writing work (the correct tagging of the MP3s is hard enough), I give you the content of thr LP as scans from the LP cover:





















    You can download the album as MP3 (192 KB/sec) here:

    http://www25.zippyshare.com/v/92555351/file.html

    PS. There are some bumps in the Don Giovanni aria, which I couldn't remove. Track 6 and 7 appear on the LP in reversed sequence than given on the cover. I have corrected it here and give them as printed.

    Richard Crooks, advertisement from 1946

    You can find an article and an interesting discussion about Crooks in the blog of Edmund St.Austell:
    http://greatoperasingers.blogspot.de/2012/05/richard-crooks-brilliant-americantenor.html


    Some informations about Crook and his operatic career can also be found in the article on the back cover of the featured LP. It is a text by Francis Robinson, and I hope he doesn't mind when I cite his liner notes in full length:




    Text Richard Crooks Victrola VIC-1464 (issued 1969)

    When Richard Crooks came on stage at the last perform­ance in the old Metropolitan Opera House he was paid in what Alexander Woollcott used to refer to as "the coin of which most players know nothing." It had been 23 years since he sang there, but on his entrance the entire tenor section of the Metropolitan Opera chorus rose to greet him. Opera choristers are not a gullible lot. They know a champ­ion when they see—and hear—one, and they wait until they do.

    Like those Met choristers, the Victor Talking Machine Company had pretty good antennae. They recorded Galli-Curci before she ever set foot on these shores, and Richard Crooks was a regular in the Victor catalogs for nearly a decade before the Metropolitan signed him. Two of the numbers in this release, the Lohengrin Narrative and the Prize Song, are from his pre-Metropolitan years.

    At his debut in Manon opposite Lucrezia Bori on Febru­ary 25, 1933, he received 37 curtain calls. Manon was his favorite opera and the one he sang most often. He and Miss Bori did an act of Manon at the gala honoring Giulio Gatti-Casazza on his retirement after 27 years as general manager of the Metropolitan. When Miss Bori sang her farewell, there was the second act of Traviata with Martini and Tibbett, the convent scene from La Forza del Destine with Rethberg and Pinza, the Miserere from Trovatore with Ponselle and Martinelli, the end of the first act of Walkure with Flagstad and Melchior, and to end the evening the Saint Sulpice scene from Manon with Richard Crooks.

    His colleagues at his first Faust were Pinza and Tibbett, and a contemporary account declares "at the end of each act people went wild with excitement." Lehmann was his first Tosca and Tibbett his first Scarpia, but the verdict of the press was "the real star of the performance was Crooks." At the end of his arias "the audience went wild with enthusiasm and the applause was thunderous."  "Thunderous" was again the Times' word to describe the ovation after the Romeo aria. Don Giovanni was the last opera he ever sang.

    The other operas represented on this disc he never sang at the Metropolitan although he performed Lohengrin and Meistersinger with great success in Europe and often did Lohengrin's Farewell at those wonderful Sunday night concerts at popular prices in the old house.

    Alexander Richard Crooks was born in Trenton, New Jersey. He was not quite 10 when he made his first appearance, in Mendelssohn's Elijah at Ocean Grove. The contralto was Ernestine Schumann-Heink, who predicted a bright future for him, and he suffered perhaps the only embarrassment of his long and solid career when the old girl bussed him smack in front of 14,000 people.

    If his technique wasn't built-in, he found it so early it amounted to the same thing. He sang soprano one Easter and tenor the following October. He worked as painter (the reservoir of the Trenton gasworks, not canvasses), ice man and insurance agent and at 20 got his first professional engagement, as soloist at Fifth Avenue Presbyterian Church in New York. The substitute baritone soloist was another young man who was going places, Lawrence Tibbett.
    Less than a month after his 21st birthday he married his childbood sweetheart, Mildred Pyne. He turned down the lead in The Student Prince at $1,000 a week and an offer of $10,000 from Walter Damrosch to go to Europe for study. He made nine appearances with Dr. Damrosch and the New York Symphony. Toscanini engaged him for the Ninth Symphony with the Philharmonic, and Mengelberg chose him to create the tenor part in Das Lied von der Erde in this country. There were all-Wagner concerts with Fritz Reiner.
    He was a sensation in recital and became an institution on radio. He was on "The Voice of Firestone" for years, and the weekly program was relayed to our men in arms throughout World War II.

    A word about the conductor of most of the numbers on this record:
    Wilfred Pelletier was only 21 when he came to the Metropolitan as accompanist and coach for some of the greatest artists of the time, including Caruso. He became the Metropolitan's leading conductor of the French reper­toire and was the guiding spirit and hand of the Auditions of the Air. Leonard Warren and Frank Guarrera are only two who owed their first big break to Maestro Pelletier. It is fitting that the magnificent new opera house in his native Montreal bears his name.

    A few nights before that farewell to the old Metropolitan Maestro Pelletier and his lovely wife, who happens also to be Rose Bampton, gave a dinner for Mr. and Mrs. Crooks at their handsome apartment on East 57th Street. At just the right moment Mildred sat down at the piano and Alex stood and together they played and sang Drink to Me Only with Thine Eyes. At 65 his voice was as virile and urgent and beautiful as we remembered it 30 years before.
    Mr. and Mrs. Crooks live near Palo Alto. They have never lost touch with music. He is on the boards of the Los Angeles Symphony, the Hollywood Bowl and the Los Angeles Civic Light Opera.

    francis robinson
    Assistant Manager of the Metropolitan Opera and author of "Caruso: His Life in Pictures"










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    A few days ago I just came over an old Electrola LP, which I transfered once to my harddisc with Lied recordings of the German tenor Karl Erb. It contains some really "classical" recordings of Lied titles by this tenor, which I always found very impressive and moving. I hadn't heard them for years, but they still hit me, when I hear them again. Meanwhile, during the last two days, I also read the biography of this singer by the German writer Maria Müller-Gögler (she also published poems) from 1949. It has a very lyric and bloomy language in which the life and art of the singer is described, but you get a good impression of his character when you read the book.

    Erb was born as the illegetimate son of his 20 year old mother, who wasn't married, and suffered in his childhood from poverty and rejection from his environment in the small Svabian town Ravensburg where he lived. At the age of seven he got awardee at a choir school, where he sang in church and on burials. Later he became an unhappy little civil servant who sang in choirs. At the age of twenty-six he was "discovered" by the Generalintendant of the Stuttgart Hofoper while the opera had a guest performance in his home town and he inforced the choir in Cavalleria Rusticana. He didn't have any vocal lessons until then and, after a later encounter with a singing teacher who tried to discourage him, never again had in his life. After some years when he couldn't make up his mind to give up his save profession he finally made his debut (in 1907 when he was aleready 30!) in Stuttgart in "Der Evangelimann" (Kienzl). His second role was Lohengrin.

    Today it sounds strange that a singer with a high lyric voice could sing roles from Belmonte to Parsifal, but Erb was very successful. He came to Munich, where he sang in the Premiere of Palestrina (Hans Pfitzner) and other operas of Pfitzner and Schreker besides Wagner and Mozart. He married the singer Maria Ivogün and was divorced ten years later. After a swimming accident in 1930 where he seroiusly hurt his leg he quit the opera stage and became a famous and estimated Lieder singer. His other "signature role" in the second part of his long long career was the Evangelist in the St.Matthew Passion of Bach, which he sang 370 times between his 38th and his 69th year. Erb sang until his death year and has kept his natural voice for a longer time than most of any other singers.

    His discography has, roughly seen, two or three parts. From 1911 until 1917 he made about 60 opera recordings (and already a few lied recordings) for Odeon. After a long recording pause  he made Lied recordings from 1934 to 1939 for HMV/Electrola. In 1941 he took part in the famous recording of Bach's St.Matthew Passion under Günter Ramin (with Gerhard Hüsch, Tiana Lemnitz, Friedel Beckmann). In 1951, at the age of 74, he recorded his last 6 sides for Electrola with Lied recordings, after he had sung in Carl Orffs "Die Kluge" in a broadcast recording in 1950 (available on CD).

    I like his Lied recordings very much, and some of the Schubert Lieder like "Am See", "Des Fischers Liebesglück" or "Der Einsame" count for me as one of the best or best possible recordings of these Lieder.




    I present here the LP Electrola Dacapo "Ein unvergessener Liederabend". The songs are:


    1. Du bist die Ruh (Schubert)   (Electrola EG 3756, 1936)
    2. Der Fischers Liebesglück (Schubert)   (EG 3611, 1936)
    3. Nacht und Träume (Schubert)  (EG 3611, 1936)
    4. Ave Maria (Schubert)  (EG 3756, 1936)
    5. Der Wanderer an den Mond (Schubert)  (DA 4421, 1937)
    6. Der Jüngling und der Tod (Schubert)  (DB 4466, 1937)
    7. Das Wirtshaus (Schubert)  (DB 5537, 1939)
    8. Im Abendrot (Schubert)  (DA 4459, 1939)
    9. Der Einsame (Schubert)  (DB 4456, 1937)
    10. Am See (Schubert)  (DA 4422, 1937)
    11. Vor meiner Wiege (Schubert)  (DB 4466, 1937)
    12. Wanderers Nachtlied (Schubert)   (DA 4459, 1936)
    13. Mondnacht (Schumann)  (DA 4427, 1937)
    14. Adelaide (Beethoven)  (DA 4428, 1937)
    15. Verborgenheit (Wolf)   (EG 3591, 1934)
    16. O wüsst ich doch den Weg zurück (Brahms)  (DA 4429, 1937)
    On the piano: Bruno Seidler-Winkler

    Download MP3: http://www31.zippyshare.com/v/31637729/file.html





    From Maria Müller-Gögler's book:

    (1946: ) "Erb plante weiter: neue Konzerte, immer größere Vollendung. Da die Zonengrenzen die Freizügigkeit erschwerten, sang er in den kleineren und größeren Städten der französischen Zone, in der er ohne besondere Schwierigkeiten reisen konnte. Er sang bei einer Goethefeier in Konstanz Goethelieder, er sang in Biberach, in Tetnang, in Hechingen, er sang in Totenfeiern und in Weihnachtsgottesdiensten. Am meisten ergriff er in jenen Liedern, in denen die Abgeklärtheit seines Alters aufleuchtete. Der Eindruck, den etwa im Schubertlied  „Vor meiner Wiege" die Worte hervorriefen: „Vielleicht, wenn das grüne Gras mein Dach . . ." oder im „Nachtstück" der Schluß: „Der Alte schweigt, . . . der Tod hat sich zu ihm geneigt", oder in „Über allen Gipfeln" die Schlußstrophe: „Warte nur, balde ruhest du auch", kann nicht beschrieben werden. Wer ihn empfangen durfte, wird ihn nie vergessen. Von einem jungen Sänger gestaltet, können solche Worte niemals so in die Tiefe wirken und an das letzte Geheimnis rühren."

    Erb at 70 with his 90 year old mother


    "Besonders innig verbunden ist er mit seiner betagten Mutter. Er trägt in seinem Herzen eine dankbare Verehrung für sie, die er weniger ihr selbst gegenüber ausspricht, als vielmehr vor aller Welt bekennt, so als sei es ihm auferlegt, alles Unrecht auszugleichen, das dieser braven und tapferen Frau vom Leben angetan wurde. Man muß von Erb einmal das Schubert-Lied „Vor meiner Wiege" gehört haben, um zu erfassen, welch tiefe Empfindung seiner Mutterverehrung zugrunde liegt, und wie fern sie ist von allem äußerlichen Kult."

    Karl Erb in 1947





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    Another hint:

    Many of you know the record producer Preiser, who published the series "Lebendige Vergangenheit" since the 70s (first on LP) and still today has a great catalogue with historical recordings on CD. At the German branch of Amazon (www.amazon.de) you can get every Preiser album as MP3 for a download price of 7,99 EUR. It is always the same price, whether the original album had one or even four CDs. There are great historical 4 CD-compilations concerning the Munich or Berlin opera, Wagner singing or Lied recordings. You can also get the complete recordings of Meta Seinemeyer (62 tracks) for 7,99 EUR and so on.  There are two Erb sets (normally 2 CDs each) with Lied recordings. These are his complete Electrola and broadcast recordings, as far as I see. If you get appetite for more, this is really a bargain.






    Other Preiser 2 CD-set about Tino Pattiera or Emil Schipper or Alfred Piccaver are really worth their 7.99, too. Only drop of bitterness with all these: no (PDF-)booklets are enclosed and so no discographical data is available for download. A real failure!!



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